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Bemerkungen zu Irina Valtschevas Lyrik
Von Elisabeth Schwanhäusser-Schwarz (Fremdsprachenkorrespondentin und Dolmetscherin in Englisch, Französisch und Italienisch, Theologin; Ruhestandspfarrerin -Eglise Luthérienne de Nice), 18.10.2006
... andeutend und doch mächtig
Mein Beruf bringt es mit sich, dass den Zuhörern meist viel zu viele Worte auf einmal zugemutet werden. In unausgeloteter Tiefe bleiben Sätze, Textabschnitte, Liedverse, Gedanken im Raum stehen. Sie haben keine Chance in Herz und Seele einzudringen, dort Wirkung zu entfalten.
Irina Valtscheva schreibt einige wenige Worte in ihren Gedichten auf. Oft erreichen sie mich, öffnen eine zurückliegende Lebenswelt in mir. Sie rufen Erinnerungen, Erfahrungen, Gefühle, beglückende wie schmerzliche, wach. Sie lassen Raum, diesen nachzuhängen - und erst dann nachzufragen nach dem, was die Dichterin ausdrücken will, was ihre eigene Lebenswelt ist. So entsteht Kommunikation zwischen ihr und mir - nicht immer ausgesprochen, aber fühlbar im Kontakt, verbindend von Frau zu Frau. Das alte und alle umtreibende Thema der Beziehung zwischen Frau und Mann kommt zur Sprache, andeutend und doch mächtig.
E. Schwanhäusser-Schwarz
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