Aus der Kategorie „Tiere“ (Gedichte):
Simone WiedenhöferHENNE HEIDI - AUS DER LEGEBATTERIE NACH AIDERBICHL
Henne Heidi sah die Sonne nie, Sie konnte sich auch kaum bewegen, In einer Legebatterie, War sie verdammt zum Eierlegen.
Ihr Leben war nur eine Qual, Sie konnte kaum die Körner picken. Die Batterie war viel zu schmal, Die Luft da drin war zum Ersticken.
Sie stand auf einem Gitterrost, Es blieb ihr nichts als auszuharren. Tagaus, Tagein nur Körnerkost, Kein Wurm, kein Gras und nichts zum Scharren.
Heidis Leben war nur Quälerei, Stets der Produktion zu dienen, Nur für des Menschen Frühstücksei, Als wären Hennen nur Maschinen.
Ein Huhn zu sein war ihr Verhängnis, Sie lebte ziemlich eingeengt, In einem kleinen Drahtgefängnis, Huhn an Huhn ganz dicht gedrängt.
Ihr Federkleid war ausgerupft, Ihr armer Körper war fast nackt. Die Hennen hatten dran gezupft Ihr Wunden in die Haut gehackt.
Ihr Leben war nur Illusion, Im Schatten ihres Angesichts, War für die Eierproduktion, Sie nur ein austauschbares Nichts.
Nur Schmerz hat Heidi wahrgenommen, Ihr Zustand wurde immer schlimmer. Sie ist da drin fast umgekommen, Dann gab es einen Hoffnungsschimmer.
Dann nahm das Schicksal seinen Lauf, Ein Wunder war für sie geschehen. Da ging für sie der Himmel auf, Nun konnte sie die Sonne sehen.
Es wurde hell um sie herum, In ihren Augen lag ein Glanz. Sie gackerte, war nicht mehr stumm Und machte einen Freudentanz.
Heidi ist jetzt freies Huhn, Es geht ihr gut, sie hält sich wacker. Auf Aiderbichl legt sie nun, Ihr Ei mit freudigem Gegacker.
© Copyright 2007 by Simone Wiedenhöfer Es ist nicht gestattet dieses Gedicht ohne meine Zustimmung zu vervielfältigen, zu kopieren, ganz oder auszugsweise oder gar zu erweitern!!!
Gewidmet Michael aus tiefstem Herzen |