Robert Nyffenegger

Die Freuden des Alters


 
Man brüllt nicht mehr, man ist viel leiser.
Natürlich -  man würd sonst ja heiser.
Und was man sagt, ist ausgeklügelt
Braucht seine Zeit im Hirn gebügelt.
 
Man hört noch gut, was eim gefällt.
Man hört nicht zu, was eim vergällt.
Man sieht noch alles, was man will.
Bei allem andern bleibt man still.
 
Das Wasserlösen macht jetzt Freud,
Man hat ja schliesslich sehr viel Zeit.
Am Morgen spürt man seine Glieder.
Man ist am Leben, glücklich wieder.
 
Nachts knirscht man nicht mehr mit denZähnen
Tags ist man oft gerührt  zu Tränen.
Lässt Kamm und Bürste meistens liegen.
Man weiss sogar, man kann nicht fliegen.
 
Sofern man Kurioses spürt,
Der Weg direkt zum Doktor führt.
Und sei es auch nur prophylaktisch,
Im Alter wird man schliesslich taktisch.
 
Man trägt Ballast nicht mehr am Rücken.
Braucht sich nach Scheisskram nicht zu bücken.
Man rollt gemächlich vor sich her
Und nimmt das Leben nicht so schwer.
 
Die Liebe ist jetzt meist platonisch,
Doch griechisch ist auch sehr harmonisch.
Der Appetit ist recht gezügelt,
Der Durst nur selten noch beflügelt.
 
Mit andern Worten man ist weise
Und jeder fragt sich somit leise:
Wieso sind wir nicht so geboren
Und haben so viel Zeit verloren?
 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.10.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Ein tiefes Blau - Berlin von Heiger Ostertag



Während eines Berlinaufenthalts lockt eine schöne Unbekannte den Schriftsteller Alexander Veldo in die Räume einer Vernissage. Dort wird er mit einem Bild konfrontiert, das ihn völlig in den Bann schlägt. Am nächsten Morgen ist das Gemälde verschwunden. Die Suche nach dem Bild führt Veldo tief in die faszinierende und vielfältige Welt der Kunst. Im Kunstmilieu selbst begegnen ihm Anne, Julia und Antonie, drei sehr eigenwillige Frauen, mit denen bald ein verwirrendes Beziehungsspiel beginnt. Im Hintergrund des Geschehens agiert der Händler Panduli, der Veldo für seine zwielichtigen Kunstgeschäfte zu nutzen sucht. Veldo macht sich in seinem Auftrag mit Julia auf die Suche nach dem verlorenen Bild. Auf der Reise intensiviert sich das kunstvolle Spiel ihrer Verbindung. Doch bald zerstören Pandulis dunkle Geschäfte die Idylle. Julia verlässt ihn und Veldo lebt kurz mit Anne und dann mit Antonie zusammen. Eine unbestimmte Drohung lastet über den Beziehungen, vor der Veldo nach Ägypten flieht. Vergeblich, denn während einer Schiffsfahrt auf dem Nil treten ihm erneut Anne, Antonie und Julia entgegen und Veldo verliert sich mit ihnen in einer surrealen, Angst erfüllten Traumwelt, aus der er nur mit Mühen entkommt. Schließlich kehrt er mit Anne nach Deutschland zurück, aber ihre Beziehung scheitert erneut. Monate vergehen, die er mit der Verarbeitung und der Niederschrift seiner seltsamen Erlebnisse verbringt. Und eines Tages macht Veldo eine eigenartige Entdeckung.

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