Norbert Wittke

Abschied von der Mutter

 
Ich kann nicht prosit sagen auf das Neue Jahr.
Das alte Jahr nahm mir die Freude.
Ich weine und mir wird gewahr,
sie war mir Halt und fest Gebäude.
 
Doch ein Orkan stürzte es ein,
und sie ließ uns plötzlich allein.
Nun suche ich sie überall.
Sie war eine feste Mauer und ohne Zerfall.
 
Auf einem Platze liegt sie nun allein,
verschüttet, Einmeterachtzig tief.
Steh ich an ihrem Grab fällt mir wieder ein,
wie sie zu Hause entschlief.
 
Das Leben geht weiter auch im  Neuen Jahr,
und ich frage mich, wo liegt die neue Gefahr.
Werden wir uns wiedersehen in Ewigkeit?
Viele Fragen und sie ist nah und so weit.
 
06.05.2007                          Norbert Wittke
Bald ist Muttertag. Ich habe dieses Gedicht im
Dezember 1984 geschrieben, nach dem meine
Mutter der Sekundentod ereilte. Fast gesund
gestorben: Für alle die auch um ihre Mutter trauern.
Für die anderen deren Mütter noch leben, kümmert
Euch nicht nur am Muttertag um sie.

 

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Alle Haiku-Gedichte in "Den Wind jagen" von Heike Gewi sind im Zeitraum von Januar 2008 bis 2012 entstanden und, bis auf einige Ausnahmen, als Beiträge zur World Kigo Database zu verstehen. Betreiberin dieser ungewöhnlichen Datenbank ist Frau Gabi Greve. Mit ihrer Anleitung konnte das Jemen-Saijiki (Yemen-Saijiki) systematisch nach Jahreszeitworten für Bildungszwecke erstellt werden. Dieses Jahr, 2013, hat die Autorin die Beiträge ins Deutsche übersetzt, zusammengefasst und in Buchform gebracht. Bei den Übersetzungsarbeiten hat die Autorin Einheimische befragt und dabei kuriose Antworten wie "Blaue Blume – Gelber Vogel." erhalten. "Den Wind jagen" heißt auch, Dinge zu entdecken, die sich hoffentlich nie ändern. Ein fast unmögliches Unterfangen und doch gelingt es diesen Haikus Momente und zeitlose Gedanken in wenigen Worten einzufangen und nun in dieser Übersetzung auch für deutschsprachige Leser zugänglich zu machen.

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