e-Stories.de Foren-Übersicht e-Stories.de
Kurzgeschichten, Gedichte und mehr!
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Ewiger Herbst

 



Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    e-Stories.de Foren-Übersicht -> Endlosgeschichten
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Dirk Schumacher



Anmeldungsdatum: 26.10.2013
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: Mo Sep 22, 2014 12:58 pm    Titel: Ewiger Herbst Antworten mit Zitat

Prolog

Grau ziehen die Wolken über das hügelige Land mit seinem kargen Bewuchs und den seltsamen grauen durchlöcherten Türmen.

Ein paar einsame Krähenvögel schweben am Horizont dahin und der ewig flüsternde Westwind trägt den Geruch von Salz und Meer zu Johnny Twelvefingers. Kalt ist es nicht, zumindest nicht wenn man bedenkt, das gerade Janar ist. Eine Zeit, wie die alten behaupten, in der früher, vor dem "Ruck", die Welt mit "Schnäh" bedeckt und die Wasser gefroren waren.

Gefroren? Also hartes Wasser und "Schnäh". "Schnäh" war weißes gefrorenes Wasser, das vom Himmel fiel. All das kennt Johnny nicht. Auch nicht blauen Himmel und Sonnenschein. Er kennt, wie schon sein Vater und seines Vaters' Vater vor ihm, nur graue Wolken, die den Himmel von Horizont zu Horizont bedecken.

Johnny jagt, denn Hunger ist ein Bedürfnis, das Menschen ewig innewohnt. Und Johnny ist ein erfolgreicher, ein guter Jäger. Leise schleicht er um die Ecke eines der grauen Türme und sieht vor sich einen der seltenen seltsam aussehenden Zahnhasen. Sein Pfeil zischt los und gerade in dem Augenblick da er sein Ziel findet, hört Johnny ein leises Grollen und Knirschen. Ehe er sich's versieht, verliert Johnny auch schon den Boden unter den Füßen. Denn da ist kein Boden mehr. Er stürzt, rutscht, überschlägt sich in einer Wolke aus Staub, Geröll und kleinen Steinen in einen wie ihm scheint endlosen Abgrund. Plötzlich ist um ihn herum nur noch Luft, freier Fall und ein lautes Platschen dröhnt kurz in seinen Ohren, bevor sie sich mit Wasser füllen.

Prustend und nach Luft ringend taucht er kurz darauf wieder auf. Übersäht mit kleinen und großen blauen Flecken und Abschürfungen schaut er sich wassertretend um. Graues Licht dringt durch den Staub in dem Schacht durch den er gestürzt ist und erhellt seine Umgebung.


1. Kapítel
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
schoofy



Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Fulda

BeitragVerfasst am: So Feb 07, 2016 1:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Maryssa!. Maryssa! Wo bist Du ?".
"Hier unten!" schallte es dumpf und kaum hörbar von einem tiefen Abhang herauf.

Conrad lief mit weit ausholenden Schritten über den matschigen Dorfplatz und hielt zielstrebig auf
den Abhang zu. "Badest Du schon wieder ?" rief der dem Abhang zu und beschleunigte seine Schritte.

"Du kannst gerne näher kommen. Ich bin vollkommen angezogen", entgenete die Simme unten am Abhang
belustigt. Langsam spähte er über den Rand und dann konnte er Maryssa sehen. Sie kniete
am Rande eines kleinen Kumpen der von einem warmen Bach gespeist wurde und wusch
verschiedene Kräuter um sie dann zu trocknen und daraus verschiedene Heilmittel herzustellen.
Sie war sehr begabt darin und Conrad schätzte ihr Wissen um alles was am oder im Menschen
passierte. Sie war die beste Heilerin die sein Dorf jemals hatte.

Maryssa war es auch, die herausgefunden hatte, dass das Wasser im Kumpen nie krank machte,
ja sogar bei Erkrankten helfen konnte. Es wurde auch nie schlecht oder brackig und die Steine
am Grund setzten niemals Algen an.

Sie nahm die Kräuter aus dem Wasser und legte sie in einen kleinen Korb. Sie stand auf und
drehte sich um und stapfte kräftigen Schrittes den kleinen ausgetretenen Weg den Abhang hinauf.
Oben angekommen, fragte Sie: "Was gibt es denn so dringendes ?" "Hast Du Johnny gesehen ?"
"Er wollte auf die Jagd und schon lange wieder da sein.", sagt er. Conrad konnte sehen, wie ein kurzes
besorgstes Flackern durch ihre Augen zuckte und sie Mühe hatte ihre Gesichtszüge im Zaum zu
halten. Sie war eine außergewöhnliche junge Frau von gerade einmal zwanizg Zyklen. Nicht nur
das ihr Gesicht ebenmäßgen Züge aufwies, auch die blasse Haut die jeder hatte, wurde von
unzählig dunklen Punkten unterbrochen. Ihr rotes glänzendes Haar umrahmte ihr Gesicht.

Conrad konnte sich noch genau daran erinnern, als er das erste Mal mit ihr beim Treffen der
Bewahrer erschienen war. Jedes Dorf hatte einen Bewahrer oder Bewahrerin, der oder die das
Wissen der Vergangenheit bewahrten und an die Nachfolgende Generation weitergeben durften.
Die Bewahrer konnten auch meistens als Einzige im Dorf lesen und schreiben. Papier gab es nur in
schon beschriebener Form. Leeres, auf das man selbst etwas aufschreiben konnte, war sehr selten und
kostbar. Conrad und Maryssa waren tagelang gewandert, als sie endlich den Platz der
Versammlung in diesem Zyklus erreichten. Von weitem hörten sie schon die Musik und das
Gelächter, das anzeigte, das die Versammlung noch nicht begonnen hatte.

Sie traten aus dem Unterholz auf den Versammlungsplatz als plötzlich alle verstummten. Die Musik
hörte schlagartig auf und alle starrten Conrad und Maryssa an. Eigentlich starrten sie nur Maryssa
an, denn so ein schönes junges Mädchen hatten sie schon seit einigen Zyklen nicht mehr gesehen.
Mädchen oder Frauen mit schiefer Nase, hängendem Auge, nur einem Ohr oder nur einer
Brust war ganz normal seit jener Zeit. Dem Ergeignis. Alle sprachen nur von dem Ergeignis, dessen
Ursache heute niemand mehr wusste. Auch den ältesten Bewahrern war diese Information nicht mehr überliefert.

"Conrad ?", "CONRAD !". Er schrak zusammen. "Wo warst Du ?", wollte Maryssa wissen.
"Du hast mit offenen Augen geträumt.". "Nichts. Ist schon gut.", entgegnete er knurrig.
"Lass uns lieber Johnny suchen. Es wird bald dunkel".
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
schoofy



Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Fulda

BeitragVerfasst am: So Feb 14, 2016 3:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Hey Edgar! Du kommst wie gerufen!", rief Conrad dem Hünen zu, der geradewegs auf sie zu kam.
"Was gibt's denn Conrad ?", wollte Edgar wissen. "Maryssa und ich wollten gerade los und Johnny suchen.
Er ist schon seit dem frühen Morgen unterwegs und niemand hat ihn seitdem gesehen". sagte Conrad.
"Ist in Ordnung", meinte Edgar. "Aber das Frauenzimmer bleibt hier. Sie ist zu schwach und zu langsam".
"Ich gebe Dir zu schwach und zu langsam", rief Maryssa. Mit einer geschmeidigen Bewegung stürzte
sie sich auf Edgar. Edgar hob nur kurz seinen muskulösen rechten Arm umfasste Maryssa elegant
umdie Hüfte und mit einem gekonnten Wurf landete sie im Matsch. "Siehst Du! Zu schwach und zu
langsam.", kam es mit sonorer Stimme aus Edgar heraus. Er grinste über das ganze Gesicht
während Maryssa sich fluchend den Matsch mit den Fingern aus den Haaren zog.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
schoofy



Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Fulda

BeitragVerfasst am: So Feb 14, 2016 9:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Du kannst es einfach nicht lassen oder ?", sagte Conrad zu Edgar. "Du musst Maryssa immerzu
provozieren." "Natürlich muss ich das.", sagte Edgar sichtlich erfreut. "Das macht man doch mit
seiner kleinen Schwester oder nicht ?" "Nicht, wenn die Sache ernst ist.", meinte Conrad nüchtern.
"Schliesslich geht es hier um Johnny, einem unserer Jäger und der Beste Sachenfinder unseres
Dorfes", schloß Conrad gebieterisch. "Maryssa! Geh! Zieh dich schnell um damit wir endlich losgehen
können", befahl er sichtlich gereizt. Maryssa stürmte davon und kam kurzdarauf neu angekleidet
wieder. Sie trug eine enganliegende Hose die ihre Figur sehr betonte. Wenn sie ging, konnte man
die das leichte hin und herschwingen ihrer Taille gut erkennen, was sie sonst mit weiten Röcken
geschickt verbarg. Ihr Oberteil trachtete ihre festen Brüste im Zaum zu halten, was nur mit Mühe
gelang. Edgar konnte sich einen beissenden Kommentar nicht verkneifen. "Na !? Willst Du zum
Hochzeitsmarkt nach New Hope ?" "Halt die Klappe und lauf los !", sprang Conrad für sie ein.
"Wenn Du nicht der Fährtenleser wärst würde ich Dir jetzt eine ordentliche Tracht Prügel verpassen".
"Jaja, wie Du meinst", meinte Edgar und setzte sich endlich in Bewegung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
schoofy



Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Fulda

BeitragVerfasst am: So Mai 15, 2016 12:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny bemerkte wie ihm langsam die Kräfte schwanden. Die anhaltenden Schwimmbewegungen ließen seine Beinmuskeln brennen.
Ihm war kalt, er hatte schrecklichen Durst und großen Hunger. Er wusste aber auch, wenn er nur einen Schluck des Wassers trinken
würde in dem er schwamm, wäre er zum Tode verurteilt.

Einmal hatte ergesehen wie jemand gestorben war, der aus einem kleinen Bach Wasser getrunken hatte. Erst hatte er sich fortwährend
erbrochen, später fielen die Haare aus und ganz zum Schluss blutete er aus der Nase dem Mund und allen anderen Öffnungen.
Das Martyrium dauerte mehrere Stunden. Danach hatte Maryssa mit Conrad gesprochen und er hatte angeordnet, dass niemand mehr Wasser
aus fremden Quellen, Bächen oder Seen trinken dürfe. Er hatte sich seither immer daran gehalten. Er fasste sich an seine linke Hüfte
an der immer seine Wasserflasche baumelete, doch seine Hand griff ins Leere. Durch den Sturz hatte er seine Flasche verloren.

Verwzeifelt tastete er nach einer Lücke in der Schachtmauer oder einer Wurzel die sich den Weg von aussen nach innen gebahnt und ihm
Halt hätte geben können. Er blickte nach oben. Langsam wandelte sich das Grau nach Antrazit um nach wenigen Augenblicken dann komplett
in Schwarz aufzugehen. Er wusste, wenn nicht bald Hilfe kommen würde,wäre es nur noch eine Frage der Zeit bis er hier unten in dem
stinkenkenden dunklen Schacht sein Leben lassen würde.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    e-Stories.de Foren-Übersicht -> Endlosgeschichten Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de

Haftung:

Der Betreiber ist im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht, den reibungslosen Austausch im Forum zu gewährleisten und auf die Einhaltung der Regeln und Gesetze zu achten. Jedoch kann der Betreiber nicht gewährleisten, alle Regel- und Gesetzesverstöße sofort zu erkennen und die betroffenen Beiträge zu löschen oder zu sperren.
Der Betreiber übernimmt keinerlei Haftung für jegliches Handeln Dritter im Forum und daraus resultierender Schadensersatzansprüche. Jeder Nutzer haftet für die durch Ihn begangenen Gesetzesverstöße selbst ohne Einschränkung. Es besteht keinerlei Anspruch auf die Richtigkeit oder Vollständigkeit der hier im Forum dargebotenen Inhalte.

Haftungsauschluss für Links:

Der Inhaber dieser Seite - im Nachfolgenden kurz Inhaber genannt - erklärt ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung durch Ihn selbst die entsprechenden verlinkten Seiten frei von illegalen Inhalten waren. Auch versucht der Inhaber im Rahmen seiner Möglichkeiten durch Gäste und Mitglieder gesetzte Links entsprechend zu überprüfen. Der Inhaber hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der gelinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert sich der Inhaber hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten/verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden.
Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Inhaber eingerichteten Chats und Diskussionsforen.
Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht der Inhaber dieser Seite als derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. Mit Urteil vom 12. Mai 1998 (Az. 312 O 85/98 - "Haftung für Links") hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite zu verantworten hat, wenn man von den Inhalten Kenntnis hat und es technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Dies kann - so das Landgericht - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Sollten Sie derartige Links in diesem Angebot finden, teilen Sie dies bitte sofort über Kontakt mit. Wir werden Ihn löschen!