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Der Zauberer von Aloria
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Fr Feb 07, 2014 8:33 am    Titel: Antworten mit Zitat

Greylir sah zweifelnd an sich hinab. "Und du glaubst wirklich, mir nimmt jemand DAS ab?" fragte er mit erhobenen Augenbrauen und warf Selene einen fragenden Blick zu. Das Spiegelbild, das ihm entgegen blickte hatte nichts mehr mit dem Mann zu tun, der in Aloria angekommen war. Seine Haare waren geschnitten und in einem dunklen Braun gefärbt worden, er trug enge Hosen aus Seide und darüber eine längere Tunika aus Samt mit Brokat bestickt. Seine schwarzen Lackschuhe waren mit einer großen, goldenen Schnalle versehen und er hatte das Gefühl auszusehen wie ein Pfau.
Selene lachte leise. "So kleiden sich die Menschen an Hofe. Ich werde mich auch dort befinden und mich tarnen, du wirst mich nicht erkennen, aber ich werde in absehbarer Zeit mit dir in Verbindung treten. Einer von uns sollte herausfinden können, wo das Schwert sich befindet und wie es bewacht wird." Ihre Augen blitzten vergnügt. "Und nun, hopp hopp, ab in deine Kutsche, deine Dienerschaft wartet bereits darauf dich in den Palast zu bringen. Lord Kamir, eine unserer Kontaktpersonen, wird dich dort einführen. Ab sofort ist dein Name Mandor al Treto, du bist ein Lord aus den fernen Südlanden, was auch deine derzeitige Hautfarbe erklärt. Merk dir deinen Namen. Es wäre unvorteilhaft, wenn du nicht auf ihn reagierst." mit diesen Worten schob sie ihn in Richtung Tür und beobachtete zufrieden, wie er in die luxuriöse Kutsche einstieg. Nun konnte sie sich ihrer eigenen Verwandlung widmen.
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Ayi



Anmeldungsdatum: 16.05.2013
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: Fr Feb 07, 2014 5:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Mandor al Treto.. Mandor al Treto!" Leise sagte Greylir den Namen vor sich hin, um sich daran zu gewöhnen. Leise genug, dass der Kutscher ihn nicht hörte, denn er wusste nicht, ob dieser eingeweiht war oder einfach nur den Auftrag hatte, ihn von A nach B zu fahren.
Und wer war dieser Lord Kamir, von dem die Assassine gesprochen hatte? Es sah Selene gar nicht ähnlich, sich Verbündete für ihre Aufträge zu suchen. Oder war das Marlons Idee gewesen? Wahrscheinlich. Greylir lächelte. Er konnte sich vorstellen, wie sehr das Selene widerstreben müsste. In diesem Fall aber konnte das von Vorteil sein, vorausgesetzt, man konnte diesen Verbündeten auch wirklich trauen. Nun, zumindest war es in Marlons Sinne, dass er mit dem Schwert zurückkehrte. Es hätte keinen Sinn, ihm eine Falle zu stellen, bevor er es besaß. Und wenn es gar kein Schwert gab, war das ganze Theater ohnehin überflüssig. Marlon war nicht der Typ, der Streiche spielte. Und wenn er Greylirs Tod gewollt hätte, würde er längst die Radieschen von unten betrachtet.
Greylir seufzte. Es gab eine Zeit, da hätte er zumindest Selene vertraut. Aber konnte er das auch jetzt noch, nachdem er sich mir nichts dir nichts aus dem Staub gemacht hatte? Wem konnte er trauen, außer sich selbst?

Doch er hatte keine Zeit mehr, seine Gedanken weiter treiben zu lassen, denn die Kutsche hielt an und der Kutscher hielt ihm die Tür auf. Das also war das Haus, in das er sollte. Greylir erinnerte sich daran, dass es auch schon in der Stadt gestanden hatte, als er noch ein Kind war, doch damals hatte er sich nie groß drum gekümmert.

Eine Stimme holte ihn erneut aus seinem Gedanken: "Ihr seid sicher Mandor al Treto aus den Südlanden. Man erwartet Euch schon, Lord." Greylor betrachtete seinen Gegenüber. Es war ein stattlicher Mann, dem man nicht ansehen konnte, wie alt er war. War das dieser Lord Kamir?

Auch dieser Mann war in ein teures Outfit gekleidet, so wie das, in dem sich Greylir noch immer nicht ganz wohl fühlte. Wenn auch in anderen Farben. "Ja", bestätigte der Dieb, "Ich bin Lord Mandor al Treto aus den Südlanden. Aus Zukgul, um genau zu sein." Greylir kannte sich nicht wirklich in den Südlanden aus, doch in Zukgul war er tatsächlich einmal gewesen während seiner Zeit auf See. Es war eine größere Hafenstadt und die erste, die ihm spontan eingefallen war. Es würde seiner Tarnung nur noch mehr Glaubwürdigkeit verschaffen, wenn er auch auf mehr detaillierte Fragen über seine Herkunft eine Antwort hätte.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Mo Feb 10, 2014 2:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Kamir lächelte und zwei Reihen perfekter, strahlendweißer Zähne kam zum Vorschein. "Aber sicher doch." sagte er. "Mein Name ist Kamir aus dem Hause Arkonsor. Ich sehe schon, wir scheinen den gleichen Schneider zu haben." Er strich sich über seinen kleinen, schwarzen Spitzbart und nickte ihm zu. "Lasst uns reingehen, ich werde Euch in die Gepflogenheiten an Hofe einweisen, ehe ich Euch dort morgen einführen werde."

---

Eine saphiergrün lackierte Kutsche fuhr am Tag darauf auf den marmornen Platz vor dem Palast des hohen Königs Serkat, Beschützer der Unschuldigen, Herrn über die fünf Königreiche und Erzfeind von Caleiopha, vor.
Greylir, der kurz zuvor mit der Kutsche Lord Kamirs vorgefahren war, blieb stehen und starrte die Kutsche mit den goldverzierten Rädern sprachlos an. Ein solch edles Gefährt hatte er noch nie gesehen. "Wer ist das?" entfuhr es ihm und Kamir seufzte theatralisch.
"Das ist Lady Isolde. Alle paar Monate kommt sie an den Hof, verdreht allen Männern den Kopf, macht sich alle Frauen zum Feind und schwebt wieder hinfort in ihr Reich auf den grünen Inseln von Ebos. Versucht ihr nicht zu verfallen, es wird schwer sein, aber Ihr solltet Euch auf andere Dinge konzentrieren."
Die Kutschtür wurde schwungvoll geöffnet, ein livrierter Diener sprang von seinem Platz hinter der Kutsche hinab und nahm die zarte, alabasterfarbene Hand entgegen, die sich ihm aus den Tiefen der Kutsche entgegenstreckte.
Der Hand folgte ein schlanker, in himmelblaue Seide gehüllter Arm und diesem eine hochgewachsene junge Frau mit tiefschwarzem, kunstvoll frisiertem Haar und blassblauen Augen. Irgendetwas an diesen Augen kam Greylir bekannt vor, sie erinnerten ihn an Selene, aber Selene wäre nicht so bekannt an Hofe, sie würde sich im Hintergrund halten und aus den Schatten heraus arbeiten. Er konnte sich auch nicht vorstellen, dass sie sich seit Jahren eine andere Identität hier aufgebaut hatte...und vor allem konnte er sich Selene nicht in einem tief ausgeschnittenen Seidenkleid vorstellen.
In ihrer Hand erschien wie aus dem Nichts ein Fächer, der die gleichen Farben hatte, wie die Saphiere um ihren Hals und die Mondsteine in ihrem Haar. Graziel fächerte sie sich Luft zu und schwebte regelrecht an Greylir und Kamir vorbei.
"Schrecklich warm heute, nicht wahr, Lord Kamir?" fragte sie und hob, ohne auf Antwort zu warten, ihren Saum um die große Treppe zum Palast hinaufzuschreiten, wo bereits Diener die großen, goldbeschlagenen Türen für sie öffneten.

"Schließt Euren Mund wieder, Mandor." Die Stimme Kamirs riss Greylir wieder in die Gegenwart. "Wir haben eine Audienz bei seiner Majestät, man sollte Serkat nicht warten lassen."
Greylir nickte und atmete tief durch. "Gibt es noch mehr von dieser Sorte Frauen im Palast?"
Kamir lachte und seine graugrünen Augen funkelten belustigt. "Ihr werdet staunen, mein Freund. Aber keine von ihnen ist so gefährlich wie Lady Isolde, wenn Ihr wisst, was ich meine." er zwinkerte ihm zu.

Selene warf einer Gruppe vorbeiziehender Lords ein verführerisches Lächeln zu und verkniff sich gleichzeitig ein Lachen, als einer von ihnen beinahe über seine eigenen Füße stolperte. So ungern sie sich an Hofe in dieser Verkleidung bewegte, diese kleinen Dinge liesen ihre Aufgabe definitiv leichter erscheinen.

Sie begab sich zur Gruppenaudienz des Königs und spürte wie die Blicke der bereits anwesenden sich auf sie richteten. Graziel schwebte sie zu Serkat und vollführte einen kunstvollen Knicks, der den alternden König einen guten Einblick in ihr Kleid gewährte. Dieser eilte sogleich zu ihr und half ihr wieder auf. "Isolde, meine Liebe. Es freut Uns ja so, dass Ihr an Unseren Hof gekommen seid. Wir haben Euch vermisst."
"Die Freude ist ganz meinerseits, Eure Majestät." Sie vollführte ein paar unschuldige Wimpernschläge und lies sich vom König durch den Raum geleiten.
"Meine Liebe, ich möchte Euch gerne jemanden vorstellen…er würde hervorragend zu Euch passen, es wird wirklich langsam Zeit, dass Wir Euch unter die Haube bringen…" Er sah sich suchend mit seinen kurzsichtigen Augen um. "Ach, da drüben ist er ja, mein guter Freund, Lord Kheldar aus dem Hause Sirai."

Nun war es an Selne, beinahe über ihre eigenen Füße zu stolpern. Wenn er sie ekannte, wäre alles vorbei, sie verfluchte sich selbst, wenn sie ihre Arbeit richtig gemacht hätte, würde Kheldar gar nicht mehr leben. Sie atmete tief durch, setzte das verführerischste Lächeln auf, dass sie auf Lager hatte und strahlte Kheldar an. Wenn der König wüsste, dass er Krieger Caleiophas an seinem Hofe hatte und diese als guten Freund bezeichnete….wahrscheinlich würde er an einem Herzinfarkt sterben und seine drei Söhne sich die Köpfe um die Thronfolge einschlagen.
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Ayi



Anmeldungsdatum: 16.05.2013
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: Di Feb 11, 2014 4:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lord Kheldar warf Selene einen kurzen Blick zu, aber er schien sie nicht zu erkennen. "Sehr erfreut. Lady Isolde war der Name? Freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen!" Er reichte ihr die Hand.

Selene verhielt sich so, wie es am Hofe verlangt war und Lord Kheldar schien auch nach ein wenig Smalltalk noch immer keinen Verdacht zu schöpfen, mit wem er es zu tun hatte. Selene fühlte sich langsam sicher. Sie spielte ihre Rolle einfach zu perfekt.

Aber davon mal abgesehen, dass sie nicht wirklich ein Freund von Smalltalk war, hatte sie auch anderes zu tun. Sie murmelte eine Entschuldigung und ließ Lord Kheldar alleine zurück, spürte aber, dass er ihr nachblickte. Doch das musste nicht gleich heißen, dass er etwas ahnte. Alle Männer blickten ihr hinterher.

Nicht nur Lord Kheldar, auch Greylir konnte seinen Blick nicht von Selene abwenden. Doch diese verschwand kurz darauf aus seinem Blickfeld. Der Dieb hatte jedoch keine Zeit, ihr zu folgen.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Do Feb 13, 2014 12:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Kheldar blickte der dunkelhaarigen Schönheit hinterher und nippte nachdenklich an seinem Wein. Sie bewegte sich wie eine Lady, sie sah aus wie eine Lady, sie redete wie eine Lady und dennoch…diese Augen. Aber würde sich eine Assassine tatsächlich an Hofe einschleichen und dort seit Jahren verkehren? Sich mit dem König anfreunden und regelmäßig mit voller Absicht Aufsicht erregen? Er konnte es nicht glauben…oder wollte er einfach nicht glauben, dass eine solch edle Dame eine eiskalte Mörderin war? Sie stand nun neben Ikarion, dem ältesten Sohn des Königs, hatte ihm leicht die Hand auf den Arm gelegt und lachte mädchenhaft, während sie sich den Fächer vor das Gesicht hielt. Ikarion war ihr vollkommen verfallen.

Um den ältesten Sohn des Königs gab es viele Gerüchte und eines davon war, dass er sich hervorragend mit dem Zaubermeister Alorias verstand. Ein Mann, der in Aloria nur geduldet wurde, da er zu mächtig war, um ihn hinaus zu werfen. Man sagte ihm nach, dass er einer der mächtigsten Männer in Claiophas Armee war.
Selene versuchte nun schon seit mehreren Jahren an ihn heran zu kommen, bisher hatte Ikarion sie ihm leider noch nicht vorgestellt. Sie hatte sogar versucht, in sein Anwesen einzudringen, musste sich aber auf Grund der starken Bewachung und der Masse an magischen Fallen geschlagen geben, ohne überhaupt die Hauptmauer überquert zu haben.
Sie hakte sich geschickt bei Ikarion ein und sah ihn beinahe schon anbetend von unten herab an. Männer liebten es, wenn man zu ihnen aufsah. Innerlich übergab sie sich bereits zum x-ten Mal an diesem Tag. Sie konnte sich in dieser Verkleidung selbst nicht leiden.
"Mein Liebster, es ist hier drin so schrecklich heiß, wollen wir nicht hinaus in den Garten und dem ganzen Gewusel hier drinnen entfliehen? Ich würde so gerne noch mehr von Eurem guten Freund hören, Ihr wisst schon wem." Sie warf ihm einen verschwörerischen Blick zu und er tätschelte ihre Hand.
"Aber sicher doch, das ist eine hervorragende Idee. Ich habe sogar eine gute Nachricht für Euch. Anscheinend habe ich IHM ein paar Mal zu oft von Euch vorgeschwärmt. Er will Euch kennen lernen."
Gemeinsam schlenderten sie durch die große Terrassentür hinaus in den Rosengarten und Selenes Herz schlug vor Aufregung schneller.
"Ich kann es kaum erwarten. Er ist eine so aufregende Person. Wann werde ich die Ehre haben?"
"Wenn Ihr wollt schon morgen Abend. Aber nun zu angenehmeren Dingen." Er zog sie an sich heran und küsste sie.
Selenes Hand lag schon auf dem Griff ihres Dolches, den sie in den Falten ihres Kleides verborgen hatte, zog die Hand dann aber wieder zurück und lies den Kuss zu. Noch brauchte sie diesen verweichlichten Prinzen. Sie würde sich dafür später rächen…seine Hände rutschten zu ihrem Hintern. Und wie sie sich rächen würde
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Mo Sep 28, 2015 1:54 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Kheldar nippte an seinem Weinbecher und schüttelte den Kopf. Es war klar, dass sich eine solche Frau den größten Fisch an Land zog, er war ein bisschen überrascht über seine Enttäuschung darüber. Zumindest wiederlegte dieses Verhalten sämtliche Spekulationen seinerseits darüber, ob sie die Assassine war. Seufzend drehte er sich um und wäre beinahe in einen hochgewachsenen, braungebrannten Lord gerannt. Verwundert sah er ihn an. Bisher hatte sich noch nie jemand so an ihn heranschleichen können. Er schien nachlässig zu werden. Die ganze Sache mit der Assassine ließ ihn nicht los.
Der Mann hinter ihm riss seinen Blick von Lady Isolde und dem ältesten Spross des Königs und nickte Kheldar zu. „Auf die Verlierer.“ brummte er und hob seinen Weinkelch. Der Krieger Chaleiophas konnte nicht anders, als zu lächeln. Dieser Mann war sympathisch und wirkte bodenständiger als er in seinen bunten Kleidern aussah. „Auf die Verlierer.“ erwiderte Kheldar und stieß mit dem Fremden an. „Mein Name ist Kheldar aus dem Hause Sirai, ich habe Euch noch nie hier an Hofe gesehen, wie ist Euer Name?“
Greylir lächelte, während er an die Worte Kamirs dachte. Diesen Mann musste er sich zum Freund machen um in die engeren Kreise zu gelangen. „Mandor al Treto ist der meinige. Ich komme aus den Südlanden und wurde von meinem Freund Kamir eingeladen. Er hatte mir bisher verschwiegen, dass ihr in diesem Land so schöne Frauen habt, hätte ich das eher gewusst, wäre ich öfters hier her gekommen. Laufen davon noch mehr hier rum?“
Kheldar lachte und schüttelte den Kopf. „Sie kommt nicht von hier. Sie stammt von einem kleinen Inselstaat, soweit ich in Erfahrung bringen konnte.“
„Nun, dann kenne ich mein nächstes Reiseziel…kommt Ihr mit?“
Kheldar konnte nicht anders, als Mandor zu mögen. „Wenn mich meine Pflichten nicht hier halten würden, würde ich das in der Tat gerne machen.“
„Was für Pflichten kann es geben, die einen von solch Frauen abhalten können?“ fragte Mandor und nahm einen beherzten Schluck des Weines, den ihm Kamir gegeben hatte. Es handelte sich um Traubensaft. Greylir war das nur Recht, er wollte sich nicht betrinken, aber es wäre praktisch, wenn Kheldar sich betrinken würde.
„Wir haben hier ein kleines politisches Problem am Laufen, aber nichts, um das Ihr Euch Sorgen machen müsstet.“ Kheldar lächelte. „Kommt, ich stelle Euch ein paar echten Ladys aus diesem Land vor, sie sind vielleicht nicht so schön, aber dennoch sehr ansehnlich.“
Der Dieb nickte und folgte dem Lord durch den großen Saal. Er hatte nicht mit einem schnellen Erfolg gerechnet, war aber erfreut darüber, wie schnell er mit dem Krieger in Kontakt gekommen war.

Marlon lauschte dem Bericht seines Spions andächtig. Greylir hatte sich anscheinend bestens integriert und war bereits mit Kheldar befreundet. Nur Selene schien noch niemand gesehen zu haben. Vermutlich verkleidete sie sich als Küchenmädchen oder Dienstmagd. Sie würde sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen und zu offensichtlich auftreten. Als sein Spion ihm erzählte, dass Kheldar und Greylir nach den Feierlichkeiten noch in eine Kneipe in der Nähe des Palastes gegangen waren, wo sich bekannter weise immer mal wieder Krieger Caleiophas trafen und Kheldar anscheinend schon gut einen sitzen hatte, konnte Marlon sein Grinsen nicht mehr unterdrücken. Greylir war immer noch so gut wie früher.
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 25, 2016 9:08 am    Titel: Antworten mit Zitat

Selene sah sich neugierig um. Ikarion hatte darauf bestanden, dass während der langen Kutschfahrt auf keinen Fall die Fenster geöffnet wurden, welche mit dicken Samtvorhängen ausgekleidet waren. Er hatte ihr die ganze Zeit lang seine Hand auf den Oberschenkel gelegt, sie mehrfach geküsst und ihr am Ende die Augen verbunden und sie in dieses Gebäude geleitet. Sie hatte keine Ahnung, wo sie war, aber sie war wütend und es fiel ihr schwer, sich zusammen zu reißen. Wenn der Prinz sie noch einmal so betatschen sollte….sie atmete tief durch und konzentrierte sich auf ihre Umgebung. Die Halle, welche sie durchschritten, war riesig, es musste sich also um ein größeres Gebäude in der Stadt handeln. Wenn es noch in der Stadt war. Die Kutsche hatte so oft die Richtung gewechselt, war bergauf und bergab gefahren, dass sie durchaus auch auf dem Land sein konnten. „Wo sind wir?“ fragte sie unschuldig und Ikarion lachte.
„Das kann ich dir leider nicht sagen, mein Engel. ER ist auf äußerste Geheimhaltung bedacht.“
Mein Engel….Selene knirschte beinahe mit den Zähnen. So nannte Shadow sie immer.
Sie gelangten zu zwei reich verzierten Flügeltüren, welche sich ohne menschliches Zutun lautlos öffneten und sie in den dahinter liegenden Saal ließ. Selene hatte genau gefühlt, wie hier Magie am Werke war und ihr Blick durchkämmte den reich verzierten und gemütlich ausgestatteten Raum. Die Decken waren unmöglich hoch und ein riesiger Kamin nahm eine komplette Seite ein. Ein heimeliges Feuer prasselte darin und erschien beinahe verloren in der großen Feuerstelle. Die restlichen Wände waren mit wertvollen Wandteppichen bedeckt, welche exotische Landschaften zeigten. Nur eine Wand zeigte eine Schlacht. Die Ritter die dort abgebildet waren, waren so detailliert gewebt, dieser Teppich konnte unmöglich von Menschenhand geknüpft worden sein. Die Krieger trugen schwere Rüstung mit dem Emblem einer schwarzen Lilie und alle sahen ehrfurchtsvoll zu einer Gestalt auf einem Hügel, die in einer silber glänzenden Rüstung ein mächtiges Schwert zum Himmel streckte. Ein Schwert, dessen Griff blau leuchtete. Das Schwert, hinter dem Marlon her war.
„Wer ist das?“ flüsterte sie ehrfurchtsvoll.
„Das, Lady Isolde, ist Caleiopha, wie sie ihr Schwert „Nachtbringer“ hält und damit Frieden auf Erden bringt.“ Die Worte kamen aus einer Richtung, in der unmöglich jemand hätte stehen können. Selene war sich sicher, dass niemand in dem Raum gewesen war, als sie ihn betreten hatten.
Sie wirbelte herum und sah sich einem hochgewachsenen Mann mit bernsteinfarbenen Augen und dunkelbraunem Haar gegenüber. Von seinen Augen mal abgesehen, wirkte er vollkommen gewöhnlich, hätte ihn nicht gleichzeitig eine Aura der Macht umgeben. Er konnte nicht viel älter sein als sie selbst, vielleicht drei oder vier Jahre. Sein Mund verzog sich bei ihrem Anblick zu einem schmalen Lächeln und seine Augen wirkten auf sie wie die eines Adlers der sich jeden Moment auf eine Maus stürzen wollte. „Ihr seid tatsächlich so schön, wie Prinz Ikarion es mir vorgeschwärmt hat.“ er kam näher und küsste ihre Hand. „Es wäre mir eine Ehre, wenn ich mich mit Euch alleine unterhalten könnte.“
Selene konnte sehen, wie Ikarions Kin hinunterklappte. Sie lachte künstlich. „Ich glaube, das würde meinem Liebsten nicht gefallen. Ich bin mir sicher, Ihr könnt ihm gegenüber alles sagen, was Ihr auch mir alleine sagen würdet.“
Der Zauberer musterte sie. „Da bin ich anderer Meinung…Selene.“ Ihren Namen hörte sie nur in ihrem Kopf, da war sie sich sicher. Ihre Augen weiteten sich und instinktiv sah sie sich nach einer Fluchtmöglichkeit um.
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