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Die Kälte der Wüste und die Hitze des Nordens
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Sa Okt 24, 2009 1:02 pm    Titel: Die Kälte der Wüste und die Hitze des Nordens Antworten mit Zitat

Keisha zog den fellbesetzten Umhang ein weiteres Mal eng um ihren schlanken Körper. Allmählich hatte sie das Gefühl, dass sich der gesamte Norden gegen sie verbündet hatte. Jedesmal, wenn sie den Umhang wieder gerichtet hatte, kam ein weiterer, eisiger Windstoß und riss ihn ihr wieder aus den klammen Fingern. Sie warf einen missmutigen Blick aus ihren opalartig schimmernden, grünen Augen zu den Norska, welche lachend nebeneinander durch den kniehohen Schnee stapften und den Schneesturm, der um sie herum tobte, einfach ignorierten.
Eine kräftige Hand landete auf ihrer Schulter und sie sank weitere zehn Zentimeter in den tiefen Schnee ein. "Na meine tapfere Wüstenblume, hältst du es noch aus?" Der Norska grinste sie mit erstaunlich großen, weißen Zähnen an und sein blondes, zum Teil zu Zöpfen geflochtenes Haar wurde von einer eisigen Böhe nach hinten gerissen, doch es schien ihn nicht im geringsten zu stören.
"Natürlich halte ich es noch aus. Ich werde bestimmt nicht so jammern und klagen, wie ihr, als ihr in der Wüste um Wasser gebettelt habt und eure Haut sich in Streifen gelöst hat." antwortete sie ruhig, doch sie konnte das Klappern ihrer Zähne nicht ganz vermeiden.
Er lachte dröhnend. "Keisha, wir sind bald da, nur noch über den See, den Berg dort hinten hoch und siehst du den Schatten dort oben? Das ist unstere Burg. Wenn du willst, trage ich dich auch ein Stück."
"Keral, ehe ich mich von dir tragen lasse, fliege ich auf dem Rücken eines Eisdrachen zu eurer Festung."
Er lachte ein weiteres mal, klopfte ihr erneut auf die Schulter, so dass sie diesesmal beinahe das Gleichgewicht verlor und stapfte zu seinen Männern rüber.
Keisha war erleichtert, als sie die gefrorene Decke des Sees erreichten. Hier war die Schneedecke nicht ganz so tief. Sie war inzwischen ein bisschen zurückgefallen und verfluchte ihre verweichlichten Clanmitglieder, welche sich als Angst vor dem Sturm vor zwei Tagen in eine Höhle mit einem Norska als Führer zurückgezogen hatten. Sie musste durchhalten, sie musste die Ehre ihres Volkes verteidigen.

"Glaubst du, dass sie durchhält?" fragte Damon und Keral nickte.
"Ich glaube schon. Sie hat einen eisernen Willen, ich glaube, ihr Körper wäre bereits vor zwei Tagen einfach liegen geblieben, aber sie zwingt sich, vorwärts zu gehen. Allein, um es uns zu zeigen." er warf einen Blick zu der jungen Frau, welche in dem dicken Fellumhang irgendwie verloren wirkte. "Sie sieht unglaublich zerbrechlich aus..."
Damon lachte trocken. "Ja, aber sie ist eine tödliche Kampfmaschine, genauso wie jede von ihrem Volk. Ich habe sie kämpfen gesehen und möchte ihr nur ungern in einem Kampf gegenüberstehen."
In diesem Moment erklang ein Bersten und Krachen. Keisha schrie auf und sank wie in Zeitlupe in das eisige Wasser.

Der schwere Fellumhang und die Stiefel zogen sie in die tiefe des eisigkalten Sees. Aufgescheuchte Fische flohen vor ihr und sie entledigte sich mühsam ihrer schweren Fellbekleidung, so dass sie nur noch die dünne Lederhose und die dünne Lederweste eines Wüstenkriegers trug. Beinahe gelähmt vor Kälte versuchte sie sich an die Oberfläche zu kämpfen, doch als sie dort ankam, prallte sie gegen dickes Eis. Sie hörte trommelnde Schritte, dann wurde der Schnee über ihr von einer riesigen Hand weggewischt und Keral machte ein paar hektische Gesten, ehe er seine wuchtige Streitaxt hob. Mit letzter Kraft stieß sich Keisha von der Eisdecke ab, ehe die Axt das Eis über ihr zerschmetterte. Das letzte, was sie spürte, war, wie sie gepackt und an die Oberfläche gezogen wurde, danach verlor sie das Bewusstsein.
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: So Okt 25, 2009 10:22 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Syrian fehlte der heiße Wüstenwind auf der Haut, das Brennen der Sonne im Zenit und der Sand, der einem zwischen den Zähnen knirschte. Hier oben gab es nur Kälte, die einem das Leben aus dem Körper saugte. Keine Wärme, selbst die angezündeten Feuer in der Höhle schienen keine Macht gegen den Schnee und den Wind zu haben. Dicht beieinander hockten sie um die Flammen, zogen die Felle enger um ihre Leiber und fierten. Syrian sah immer wieder zum Ausgang der Höhle. Dort stand der Norska, die massige Gestalt eines Bären. Beinah ungeschützt setzte er sich dem Sturm aus ohne auch nur ein Anzeichen von Schwäche zu zeigen. In der Wüste waren die Nordmänner an ihre Grenzen gestoßen, doch einige hatten durchgehalten. Das hier war ihr Terrain und es war an den Südleuten, durchzuhalten. Obwohl es ihn zum Feuer zog erhob sich Syrian und ging auf den Nordmann zu.
„Heftiger Sturm“, sagte er, doch seine Worte wurden verweht.
Der Norska musterte ihn mit kristallblauen Augen. „Sturm nennt Ihr das?“ Unter dem blonden Bart tat sich ein breites Grinsen auf. „Wenn Ihr einen richtigen Sturm erfahren wollt, dann solltet Ihr die Gegend zur Sonnenwende erleben. Da bleibt niemand mehr auf beiden Beinen stehen und man erfriert schneller, als man spucken kann!“ Sein Lachen war dröhnend und Syrian befürchtete schon, die Wände würden dadurch einstürzen.
Er nickte nur und blieb fortan, erbärmlich frierend, still.

Seine Ohren waren die weite Ruhe des Sandmeeres gewohnt und konnten auf mehrere Meilen Entfernung ein Geräusch genau ausmachen. Bei Sturm überlebte man in der Wüste nicht, daher hatte er sein Gehör nie unter solchen Bedingungen schulen können. Dennoch glaubte er im Wind den Schrei eines Tieres ausmachen zu können.
„Wovor sollte man sich hier draußen in Acht nehmen?“, fragte er den Nordmann. Dieser hatte das Geräusch wohl auch vernommen, denn er sah angestrengt in die weißen Wirbel des Sturms.
„Wölfe“, antwortete er. „Harmlos, wenn man ihre Reviere meidet, doch blutrünstige Bestien, die einem im Rudel überfallen, sollte man sie verärgern. Geht nun lieber hinein, dort drinnen droht uns keine Gefahr.“
In fremden Ländern sollte man sich den Warnungen der Einheimischen fügen. Syrian wusste das, kannte er doch genug Narren, die seinen Worten nicht den genügenden Glauben geschenkt haben und nun im Wüstensand verrotteten. Er nickte und wandte sich um.
Erst als er wieder beim Feuer war fiel ihm auf, dass der Norska nicht hinter ihm war. Syrian blickte zurück und sah gerade noch, wie die hünenhafte Gestalt in den weißgrauen Schlieren des Sturms verschwand.
Allein hinauszugehen schien Syrian als wahnsinnig. Die Tiere des Landes waren ihm wenig vertraut, jedoch erinnerte ihr Verhalten an die ihm bestens bekannten Raubkatzen der Steppen. Diesen Bestien sollte sich kein Mann, und war er noch so groß, alleine entgegenstellen. Ein kurzer Griff genügte um festzustellen, ob die Messer noch an ihrem Ort waren. Syrian schritt auf den Höhlenausgang zu und ging nach kurzem Zögern in den Sturm hinaus.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Mo Okt 26, 2009 7:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Keral zögerte keine Sekunde und riss der jungen Frau einfach die Nasse Kleidung vom Leib. Er würdigte ihren durchtrainierten, und doch weiblichen Körper keines Blickes, sondern wickelte sie sofort in seinen eigenen Fellumhang ein, ehe er sie hochhob. "Ich habe sie gefunden, darf ich sie jetzt behalten?" fragte er grinsend, als Damon zu ihm stieß.
Der Anführer der Norska hob eine Augenbraue, musterte das ebenholzfarbene Gesicht Keishas und seufzte theatralisch, als er sich sicher war, dass sie überleben würde. "Du darfst nicht alles behalten, was du findest. Komm, wir sollten sie schnellstmöglichst in die Festung bringen."

Keisha erwachte, als sie gerade die Festung betraten. Keral bemerkte ihre Bewegung und fletschte seine Zähne, was wohl seine Art des Lächelns war...oder die von allen Norska...
"Na, wieder wach? Lass mich raten, du hast das mit Absicht gemacht, damit ich dich hier hochschleppe und du nicht dein Gesicht verlierst." Er lachte rauh und Keisha blitzte ihn einen Moment lang zornig an, doch dann senkte sie den Blick.
"Ich danke dir, Keral. Du hast mir mein Leben gerettet, es gehört nun dir."
Der Norska stellte sie vorsichtig vor sich hin und schüttelte den Kopf. "Was soll ich denn mit deinem Leben anfangen? Tanz lieber zur Sonnenwende mit mir ums Feuer." ehe er noch etwas hinzufügen konnte, wurden sie auch schon von hochgewachsenen, blonden Frauen umzingelt und Keisha wurde in Richtung einer großen Tür geschoben.
Ehe die Tür hinter ihr wieder geschlossen wurde, trat noch eine stämmigere Frau dazwischen und nickte den Männern zu. "Euch würde ein Bad auch nicht schlecht tun, zackzig ab in die heißen Quellen, und wenn einer von euch danach immer noch stinkt wie ein reudiger Wolf, werde ich ihm persönlich den Kopf waschen, verstanden?"
Damon machte eine spöttische Verbeugung. "Stets zu Diensten, Sirkka. Alles, was du willst." er nickte seinen Männern zu und sie gingen durch eine benachbarte Tür.

Die junge Draka sah sich um. Dichter Dampf verhüllte die Sicht bis auf ein oder zwei Meter und wohltuende Düfte schwebten in der warmen Luft. Sirkka trat hinter sie und nahm ihr den Umhang ab. "Komm, du solltest ersteinmal auftauen. Der Bote, welcher uns vor euch erreicht hat, meinte, du wärst in ein Eisloch gefallen. Wie fühlst du dich?"
Keisha sah sie an und lächelte.

"Was meint ihr, was sie wirklich hier an der nördlichsten Grenze unseres Reiches suchen?" Damon lies seine Finger durch das heiße Wasser gleiten und sah seine Begleiter fragend an.
"Ganz ehrlich?" Jöru tauchte kurz unter und warf dann sein nasses, rötliches Haar zurück. "Sie sind hier wegen den Eleifa. Ich glaube, vor allem unsere kleine Wüstenblume ist ganz heiß darauf, den Kopf eines Eleifa als Trophäe mit nach Hause zu nehmen."
Keral schrubbte sich seine breite Brust zuende und stieg aus dem heißen Wasser. Kein Norska hielt es lange darin aus.
"Ich glaube, es kommt ihnen ganz Recht, dass wir einen Krieg planen."
"Woher sollten sie es wissen?" fragte Damon ruhig, doch seine raubtierhaften, weißblauen Augen blitzten gefährlich.
"Gedankenlesen, das unnatürlich scharfe Gehör von ihnen, Zauberei?" Keral zuckte mit den Schultern. "Um die Draka winden sich in etwa genauso viele Gerüchte, wie um die Eleifa, wahrscheinlich ist keines davon wahr, aber wer weiß es schon. Und selbst wenn sie mitmischen wollen...ich würde sie willkommen heißen. Du hast selbst gesagt, dass die Wüstenblume eine Kampfmaschine ist. Sie würden uns also helfen."
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: Mo Okt 26, 2009 10:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sandstürme rieben die Haut vom Fleisch und das Fleisch von den Knochen mit jedem herrischen Atemzug, den die Wüste tat. Dieser Wind in den eisigen Höhen war anders. Er glich einer geschärften Klinge, die von geübter Hand geführt Schicht für Schicht abschälte.
Syrian stapfte durch den Schnee. Er hielt die Hand vor Augen um sich vor dem Schnee zu schützen, doch man konnte keinen Steinwurf weit sehen. Der Norska war verschwunden, irgendwo inmitten des Getümmels aus weißen Flocken. Irrsinnig ihm noch tiefer in den Sturm hinein zu folgen. Syrian blieb stehen, schaute zurück, wo die Höhle nur noch schwach zu sehen war, und wandte sich dann wieder nach vorn. Sicher wusste der Nordmann um die Gefahren und würde sich nicht unnötig diesen aussetzen.
Gerade war Syrian dazu bereit umzukehren, als ihm eine massige Gestalt entgegen preschte. Ein Bär, dachte er, und ließ eine Hand unter den Fellmantel zu den Messern gleiten.
Aber es war kein Bär. Der Norska kam erstaunlich schnell durch den Schnee auf ihn zu, torkelte, fing sich wieder und rannte weiter.
„Was macht Ihr hier?“, brüllte er. „Lauft!“ Da zuckte er zusammen und seiner Körper beugte sich nach vorn. In diesem Moment sah Syrian die drei Pfeilschafte, die aus seinem Rücken ragten. Sofort kam er dem Nordmann zu Hilfe um ihn zu stützen.
„Lasst das“, schüttelte ihn der Krieger ab. „Rennt lieber um Euer Leben!“ Ein weiterer Pfeil bohrte sich in den kräftigen Leib. Nun konnte sich der stämmige Mann nicht mehr aufrecht halten und im versuch den Nordmann zu tragen wurde auch Syrian zu Boden gerissen.
Hastig rappelte er sich auf die Knie. Der Norska neben ihm, dessen Rücken sich dunkelrot färbte, würde wohl aber nie mehr aufstehen können. Eine fleischige Hand des Sterbenden umklammerte Syrians Arm. „Eleifa…“, brachte der blonde Krieger unter Schmerzen hervor. „Warnt die anderen und mein Volk…“
Haselnussbraune Südländeraugen durchpflügten das Schneegestöber. Bei so einem Sturm konnte niemand einen Pfeil auf große Entfernung zielgenau abfeuern. Die Angreifer mussten in der Nähe sein. Syrians Herz klopfte in heißer Erwartung eines Kampfes. Er musste zur Höhle zurück, dort gab es Deckung und Verstärkung. Doch würde er sich jetzt erheben gäbe er ein vortreffliches Ziel ab. Und tot konnte er seine Leute nicht warnen.
Erst musste er in Erfahrung bringen, mit wie vielen Gegner sie es zu tun hatten. Geduldig, wenn auch vor Kälte bibbernd, wartete er an der Leiche des Norska bis sich einer seiner Feinde ihm näherte. Diesem würde er die Kehle durchschneiden und dann langsam, Stück für Stück, sich die anderen vorknöpfen.
Obwohl in ihm das Feuer eines herannahenden Kampfes brannte, begannen seine Finger zu erfrieren, seine Glieder zu erstarren und er erkannte, dass es jetzt schnell gehen musste. Würde sich nicht bald ein Feind zeigen, dann…
Ein Schatten erschien voraus. Darauf ein zweiter und dritter und mehr folgten. Rasch wurde Syrian klar, dass sein Plan nichts nutzen würde. Die Gegner waren zu zahlreich.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Di Okt 27, 2009 6:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das Lächeln verging Keisha jedoch genauso schnell, wie es gekommen war. Die hochgewachsene Norska führte sie zu einem Becken, voll mit dampfendem Wasser.
Die Draka hatte auf ihrem Weg in die Nordlande viel gesehen, Bäche, Flüsse und sogar Seen, aber sie war einer so großen Wasserfläche wie gerade noch nie so nah gewesen...von dem eisigen See ausgenommen, in den sie vor nicht allzulanger Zeit eingebrochen war. Und nun sollte sie sich freiwillig in diese Wassermassen begeben? Sie warf Sirkka einen unruhigen Blick zu, atmete dann aber tief durch. Sie würde keine Schwäche zeigen. Sie war Keisha, Tochter des Dragan, Tochter der Elysia, sie würde iherer Familie keine Schande machen.

Als sie zuende gebadet hatte, es war erstaunlich angenehm gewesen, sie hätte nie geglaubt, dass sie sich in Wasser so wohl fühlen könnte, führte Sirkka sie in ein anschließendes Zimmer und deutete auf ein Kleid, welches auf dem Bett lag.
Mit hochgezogenen Augenbrauen sah die Draka die Norska an. "Ich trage keine Kleider." bemerkte sie ruhig.
"Das wird sich wohl nicht vermeiden lassen, bis wir deine Kleidung getrocknet haben. Auch dein Bündel ist vom Schnee durchnässt gewesen." Sirkka grinste und ein belustigtes Funkeln trat in ihre hellen Augen.

"Späher haben Eleifaspuren entdeckt. Sie waren noch nicht zugeschneit, das heißt, sie befinden sich noch in der Nähe." der Norska mit silbernen Strähnen an den Schläfen und einem mächtigen Schwert auf dem Rücken sah Damon entspannt an, während er sich eine gebratene Entenkeule von Kerals Teller schnappte.
"Diese Bastarde suchen offensichtlich nach Krieg....wir sollten ihnen geben, was sie suchen." murmelte Keral und riss dem Älteren die Keule aus der Hand.

Mandrek beobachtete die Wachen der Norska aus seinem sicheren Versteck heraus. Die falsche Spur war gelegt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Norska mit offenen Augen in die Falle laufen würden.
Ein Schneeadler setzte sich neben ihm ab, pickte unmotiviert im Schnee herum, schüttelte sich und flog davon. Der Eleifa fischte mit spitzen Fingern die kleine Knochenkapsel aus dem Schnee und öffnete sie mit seinen spitzzulaufenden Eckzähnen.
Die Nachricht war nicht die, welche er erwartet hatte. Sein alabasterfarbenes Gesicht wurde finster. Draka. Eine ganze Höhle voll mit bibbernden, stinkenden, stachellosen Wüsteninsekten.
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: Di Okt 27, 2009 10:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Dicht an den toten Körper gedrängt, halb unter Schnee und dem Fellmantel des Norska versteckt, lag Syrian auf der Lauer. Hierin sah er seine einzige Chance, den Angreifern die Stirn zu bieten. Auch wenn dies bedeutete, dass er seine eigenen Leute nicht warnen konnte.
So nah am Boden wurde das Heulen des Windes von der hohen Schneeschicht gedämmt. Stattdessen hörte er viel deutlicher die knirschenden Schritte eines näher kommenden Eleifa.
Syrian lugte unter dem Umhang hervor. Der Eleifa war fast gänzlich mit Fellen umhüllt. Selbst sein Gesicht hatte er unter Tüchern verborgen, die gerade einmal einen Schlitz für die Augen freiließen. Mit gespanntem Bogen beugte er sich über den gefallen Nordmann. Da sprang der Draka aus der Deckung. Die gezückten Messer fanden ihren Weg in den Körper des Feindes. Eine Klinge durchschnitt sauber die Kehle, die zweite durchbohrte das Herz. Der Eleifa bekam keine Zeit zum reagieren. Er brach tot zusammen.
Sofort erschien der nächste Feind zu Syrians rechten.
In der Heimat, fernab von betäubender Kälte und schweren Umhängen, wäre der Kampf binnen Augenblicke vorüber gewesen. Ein wirbelnder Tritt, die Messer in einem perfekten Bogen geführt und auf den Gegner zugeschnellt. Hier jedoch waren Syrians Bewegungen zu langsam. Der Eleifa schlug ihm mit dem Bogen gegen die Schulter. Syrian ging in die Knie. Mit den Messern konnte er einen weiteren Schlag abwehren, wurde darauf aber in den Schnee getreten. In diesem Moment fasste er einen Entschluss. Entgegen aller Vernunft schälte er sich aus seinem Fellumhang.
Flink, und noch ehe ihn die Kälte packen konnte, wich er den Angriffen des Eleifas aus bis er ihn von hinten packen konnte. Mehrmals ließ er die Messer auf den zappelnden Körper niederstoßen, bevor sich wieder von ihm abwandte.
Den nächsten Schlag spürte er nur – ganz kurz.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Di Nov 10, 2009 7:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Keisha sah missmutig an sich hinunter, schüttelte den Kopf und fragte sich ein weiteres mal, wie die Norska mit den weiten Röcken nur zurecht kommen konnten. Dann warf sie sich einen wärmenden Fellumhang um, zog die Kapuze tief in ihr dunkles Gesicht und trat auf den großen Hof. Man hatte ihr gesagt, dass Keral hier irgendwo sein musste...sie sah sich um und entdeckte den breitschultrigen Nordmann auf einer der hohen Mauern. Sein Blick wirkte abwesend und er schien sie noch nicht einmal zu bemerken, als sie direkt hinter ihm stand.
Er wäre ein so leichtes Opfer für einen Assassine...Keisha räusperte sich, doch er reagierte nur, in dem er seinen, mit einer Ledermanschette verhüllten Arm hinausstreckte.
Sie wollte ihm soeben die Hand auf die Schulter legen, als ein leises Rauschen erklang und ein riesiger Schneeadler sich auf seinen Arm setzte. Kerals Blick klärte sich und er strich dem weißgefiederten Tier mit den eisblauen Augen über die Brustfedern, dann sah er zu Keisha.
"Wie ich sehe, seid Ihr wieder von den Toten erwacht?"
"Ja, das habe ich wohl Euch zu verdanken....seid Ihr ein Sucher?"
Er lächelte, zog ein Stück rohes Fleisch aus einem Beutel an seinem Gürtel und hielt es dem Adler hin.
"Wir nennen uns hier Seher. Ich sehe, was mein Adler sieht, ich spüre, was er spürt."
"Und was habt Ihr gesehen?" fragte die Draka und sah über die sturmgepeitschte Ebene, während sie versuchte, ihren Umhang möglichst eng zu sich zu ziehen.
"Ihr solltet wieder reingehen. Es ist zu kalt für Euch hier draußen." im selben Moment, in dem er diese Worte ausgesprochen hatte, bereuhte er sie schon wieder. Ihre erstaunlich schimmernden Augen hefteten sich auf ihn und blitzten kurz in gefährlichem Feuer auf.
"Ich bin kein verweichlichter Baumliebhaber. Also, was habt Ihr gesehen?" Ehe er antworten konnte, richtete sie ihre Augen wieder auf die blendende weiße Fläche und schürzte ihre vollen Lippen.
"Sind dort Eleifa? Sagt nicht, dass meine Gruppe nun den ganzen Spaß ohne mich hat und alleine mit diesen wärmeempfindlichen Bastarden tanzen dürfen?"
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: Di Nov 10, 2009 9:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Langsam öffneten sich Syrians Augen für eine verschwommene Welt. Braun gebrannte Gesichter mit vor Kälte geröteten Wangen betrachteten ihn finster. Dann ließ Erleichterung die grauen und grünen Pupillen aufblitzen. Ein Draka nach dem anderen wandte sich ab bis nur ein ernst dreinblickendes Frauengesicht übrig blieb.
„Keisha…?“, stöhnte Syrian.
Die Frau runzelte die Stirn und ihr Blick wurde eisig. „Nein, nicht Keisha.“
Syrian zwang sich munter zu werden. Schmerzwellen pulsierten von seinen Schläfen aus. Er kniff die Augen zusammen, konzentrierte sich auf den Schmerz und sperrte ihn in den hintersten Winkel seines Verstandes. Langsam konnte er sich auf die Ellenbogen stützen.
„Verzeih mir, Zhara… ihr beide seht euch nun mal ähnlich.“ Ein Umstand, der bereits zu vielen Missverständnissen geführt hatte. Manche davon bereute der Krieger, andere nicht.
Die Draka, ihrem stolzen Wesen folgend, verschränkte die Arme vor der Brust und würdigte ihn keines Blickes.
„Trotzdem war es nicht mein Name, der dir zuerst einfiel“, gab sie zurück.
Syrian nickte. „Wohl wahr.“ Stöhnend richtete er sich ein Stück weiter auf. Die Höhle umgab ihn wieder und um die Feuerstellen herum saßen die Draka, dicht an dicht. Doch anstatt nur dazusitzen und zu frieren, berieten sie sich ausgiebig miteinander. Syrian sah zum Höhleneingang, wo zwei Südmänner nah an den Felswänden Posten bezogen hatten.
„Wie bin ich hier her gekommen?“
Zharas Nasenflügel bebten und bevor sie Syrian vergeben würde, würden wohl einige Monde vergehen. Aber er wusste, dass sich das Warten lohnte.
„Sie haben dich her gebracht“, meinte sie. „Haben dich bis zum Höhleneingang geschleift und uns mit ihren Bögen in Schach gehalten. Sie warnten uns: wir sollen warten und falls jemand die Höhle verlässt wird er von ihren Pfeilen niedergestreckt.“ Wut schwang in ihren Worten mit. Eine Draka war es nicht gewohnt, in die Ecke gedrängt zu werden.
Syrian geriet ins Grübeln. „ Warten? Worauf? Bis ihre gesamte Streitmacht hier ist? Oder wollen sie nur verhindern, dass wir Alarm schlagen?“
Zhara schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht.“
Von draußen heulte der Wind herein und Syrian dachte an Keisha. Er musste zu ihr und sie warnen, wenn es nicht schon zu spät war.
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marviola



Anmeldungsdatum: 24.10.2007
Beiträge: 43
Wohnort: Rügen

BeitragVerfasst am: Mo Dez 14, 2009 6:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Als Damon in den frühen Abendstunden, jedenfalls glaubte Graisch es sei früher Abend, in dessen Verlies trat, musste Graisch lachen. Damon war natürlich nicht allein gekommen, er war nicht so doof, er wurde flankiert von 2 Männern, in einem, breitschultrig und groß, erkannte Graisch den Mann der ihn geschnappt hatte, Keral hatten die anderen ihn genannt. Den anderen Mann hatte er nie gesehen. Graisch sah wie genau sie alle auf seine Bewegungen achteten und lachte erneut, es klang wie ein knurren.
Er dachte kurz daran Damons Gedanken zu lesen, doch er ließ es sein. Dieses Mal unterdrückte er ein Lachen, die meisten, selbst die Draka und Eleifa dachten das sie diese Eigenart des Wesen mit niemanden teilen würden und das würde auch so bleiben, denn in seinem Wesen konnten sie nicht lesen, also sollte sie nie einen Hinweis darauf in anderen Erinnerungen finden.
Also schaute Graisch den Norska einfach nur grimmig an. Während er gleichzeitig darüber nachdachte wie diese einfachen Männer in der Welt solange überlebt hatten, gut sie konnten kämpfen - aber sonst?
"Wir werden bald mit den Eleifa Krieg haben.", sagte Damon. Graisch unterdrückte noch einmal ein Lachen.
"Was willst du, Queia?"
Kerals Hand glitt zum Griff seines Dolches, doch Damon hielt ihn zurück.
"Willst du dein Leben retten, Nomade?"
"Was muss ich dafür tun?" knurrte Graisch.
"Geh zu den Eleifa und finde soviel wie möglich heraus."
Graisch dachte kurz nach, dann schüttelte er den Kopf.
"Nein, Nordmann, lieber sterbe ich."
"Ist das dein letztes Wort?" fragte Damon. Nun las Graisch doch die Gedanken des Häuptling der Nordmannen. Er sah das Damon ihn nicht gerne töten würde, aber sollte Graisch bei seiner Meinung bleiben, würde er es tun.
Graisch seufzte innerlich, nach außen hin war er jedoch völlig ruhig.
"Hättet ihr etwas anderes verlangt, dann vielleicht, aber ich bin kein Spion für eine Seite."
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"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."

Einstein
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Sa Jan 16, 2010 8:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mandrek zog sich die Kapuze seines weißen Fellmantels über das schwarze Haar und lief in leicht gebückter Haltung durch den kniehohen Schnee. Er hatte noch keine Ahnung, wass sie mit den Draka anstellen sollten, aber ihm würde noch etwas geeignetes einfallen...zur Not würde er sie töten...einzeln...und mit viel Genuss. Ein Eleifa kam nur äußerst selten zu dem Vergnügen ein Wüsteninsekt wie diese Draka zu töten. Vielleicht würde er sie auch versklaven...Es könnte lustig sein, diese so auf ihre Ehre bedachte Draka zu erniedrigen.
Es wäre alles so viel einfacher, wenn das Wüstenvolk erst zwei drei Tage später aus ihren Löchern gekrochen wäre. Nun musste er hoffen, dass seine Leute sie bereits entdeckt und festgesetzt hatten. Er sah noch einmal zurück zu der dunklen Gestalt auf den Zinnen der Burg und lächelte.

Keishas Augen zogen sich zusammen. Sie hatte gedacht, etwas gesehen zu haben. Eine Bewegung, die nicht zu denen der weißen Flocken passte, welche die eiskalte Luft zum Flimmern brachten. Sie schüttelte den Kopf und sah wieder zu Keral, welcher ihr zunickte. "Lasst uns reingehen. Ich habe noch etwas zu erledigen. Bis jetzt hat mein Adler noch keine Eleifa entdeckt. Ich glaube auch kaum, dass sie sich soweit ins Landesinnere vorwagen würden. Ich werde nachher einen Späher losschicken, der nach Euren Leuten sehen soll."
Keisha schüttelte ihren Kopf. "Nein, dass ist nicht nötig....ich habe eine andere Möglichkeit, mit ihnen in Kontakt zu treten." Sie lächelte und die für Draka so typischen, spitzzulaufenden Eckzähne kamen zum Vorschein.
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Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: Fr Apr 09, 2010 7:19 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ihr Vorsprung war groß, aber nicht zu groß. Er konnte es schaffen, wenn er nur keine weitere Zeit verlor. Syrian sah zu den anderen seines Volkes, die sich noch immer um die Feuerstelle herum berieten. Er wusste, dass sie keinen Vorstoß wagen würden, dass sie sich nicht aus der Höhle hinaus wagen würden. So etwas taten Draka nicht. Während eines Sandsturms oder für den Fall, dass man sich in der Wüste verlaufen hatte, suchte sich ein Draka eine Oase und blieb dort so lange, bis Hilfe eintraf. Ein altes Mantra, das viele befolgten. Wer Hals über Kopf in die Wüste wanderte, fand sich früher oder später als vertrockneten Geierfraß wieder. Syrian hasste diese Art des Lebens. Missmutig wandte er sich von ihnen ab und ging weiter in die Höhle hinein.
Es musste noch einen anderen Ausweg geben. Er konnte nicht darauf warten, dass die Eleifa irgendwann einfach verschwanden oder gar mit Verstärkung in die Höhle stürmten und sie alle abschlachteten wie Vieh. Prüfend betastete er die Wände, in der Hoffnung einen Spalt zu entdecken. Und wenn dieser noch so eng war, er war es gewohnt einer Schlange gleich durch schmale Fugen zu schlüpfen. Eine wahrlich vorteilhafte Eigenschaft um heimliche Morde zu begehen.
Zhara erschien neben ihm.
„Und wo soll’s hingehen?“

Borack war ein Nordmann. Er war im Osten Norskas geboren, in einem kleinen Dorf am Hang eines mächtigen Gebirges. Er fühlte sich dem Norden sehr verbunden, dem Schnee, den Bergen, den Wälder und sogar den geifernden Wölfen. Alles würde er mit seinem Blute verteidigen, bis auf eines: die Norska. Sein eigenes Volk, eine Bande von Hitzköpfen, Bastarden und verwöhnten Kleinkindern, die lieber in ihren Burgen hockten und speisten anstatt sich um die Belange des Landes zu kümmern. Natürlich empfanden es die Eleifa und allen voran Mandrek da als glückliche Fügung, dass er sich ihnen angeschlossen hatte. Borack kannte das Land gut, seine Tücken, seine versteckten Pfade. Somit hatte er sie auch zu der Höhle führen und ihren Hinterhalt für die Draka legen lassen können. Alles Weitere überließ er nun aber ihnen. Er selbst hatte sich etwas von der Gruppe Eleifa abgesetzt und stapfte durch den Schnee. Nur ein kurzer Ausflug zur Bestätigung seiner Kenntnisse. Denn diese Höhle, so wusste er, hatte noch einen weiteren Ausgang, der schwer aber nicht unmöglich zu erreichen war. Sicher würde keiner dieser feigen Draka ihn entdecken, aber er wollte zumindest einmal nachgesehen haben.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Sa Apr 10, 2010 3:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Keisha setzte sich im Schneidersitz auf den Boden, direkt vor den prasselnden Flammen des Kamins und schloss die Augen. Die Kälte des steinernen Bodens und die Hitze der Flammen verschwammen allmählich und ihr Geist ging auf Wanderschaft.
Zhara? die Draka spürte Angst, Kälte und...Wut...sie musste lächeln. Es war Wut auf Syrian.
Zhara? Geht es euch gut? sie wartete und gerade, als sie es noch einmal versuchen wollte, kam die Antwort
Keisha, kümmere dich um deinen eigenen Dreck.
Ich hab dich auch lieb, Schwester Keisha schickte ein Lachen und erhielt ein Grummeln.
Sitzt ihr gemütlich in eurer Höhle und schaut den Schneeflocken beim Fallen zu, oder kommt ihr endlich nach?
Sei nicht so schadenfroh, Keisha. Wir haben hier unseren Spaß mit den Eleifa. Diese feigen Bastarde haben uns eingekesselt.
Keisha erstarrte innerlich. Bleibt wo ihr seid, ich werde mit den Norska kommen und helfen. Vor allem aber....lass mir welche über.
Keisha...NEIN. Bleib wo du bist, gib den Norska Bescheid, aber bleib...Keisha?

Keisha war aufgesprungen und eilte die Treppe hinunter in die große Halle, um Damon und die anderen Norska vorzuwarnen. Vor ihren Augen erschien abermals das Bild, welches sie seit 15 Jahren nicht mehr loslies. Ein Eleifa, welcher sie angrinste und dann die Kehle ihres Vaters durchschnitt. Sie hatte auf ihn losgehen wollen, doch ein anderer Eleifa hatte sie zurückgehalten und so hatte sie den Eleifa nur anfunkeln können. Sie war alleine zurück zu ihrem Volk geschickt worden. Damals hatte sie Rache geschworen.

Mandrek lief in lockeren Schritten über die Schneedecke. Er sank nicht ein. Sein Plan schien aufzugehen. Die Wüstenbastarde waren eingekesselt, einer seiner Spione in der Burg der Norska und die Norska an sich waren noch völlig ahnungslos. Diesesmal würden sie die Nordmänner auslöschen. Und die Draka würden sie versklaven. Er grinste bei der Vorstellung, eine Draka zu besitzen, welche ihm in Ketten diente. Es würde ihm diesesmal nicht genügen, sie zu töten. Nein, er wollte die Furcht in ihren Augen sehen.
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 12, 2010 12:33 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Seine Hände tasteten unermüdlich die kalten Höhlenwände ab. Immer wieder gab es kleine Vertiefungen, die seinen Puls in die Höhe stiegen ließen, sich aber als zu schmal und als Sackgassen entpuppten. Er ging tiefer in die Höhle, wobei ihm Zhara dicht auf dem Fuße folgte, die Arme vor der Brust verschränkt und ihn mürrisch musternd.
„Du wirst dir noch deine Hände blutig schürfen“, sagte sie in wenig mitfühlendem Ton. „Oder sehr bald den Kopf stoßen, wenn die Decke noch niedriger wird.“
Syrian zuckte nur mit den Schultern. „Und wenn schon. Solange ich einen Weg hinaus finde, der nicht von einer Horde stinkender Eleifa bewacht wird und wir Keisha warnen können ist es mir das wert.“
„Du machst dir ziemlich viele Sorgen um sie…“
Syrian hielt inne. Keishas Gesicht tauchte vor ihm auf, ihre Augen, das verschmitzte Grinsen, als wüsste sie irgendetwas, was er nicht wusste. Er sah sie sich unter ihm räkeln, auf ihm sitzen und spürte ihren Kuss auf seinen Lippen. Er wandte sich zu Zhara um. Dasselbe Gesicht, nur missmutiger.
„Machst du dir denn überhaupt keine Sorgen?“
Zhara legte den Kopf schief. „Tze“, machte sie und drehte ihm den Rücken zu. „Das brauche ich nicht.“
„Und weshalb?“
„Weil ich weiß, dass es ihr gut geht. Jedenfalls sehr viel besser, als uns.“
„Und woher willst du das wissen?“ Manchmal war Syrian es leid, das drakanische Frauen sich immer alles gerne aus der Nase ziehen ließen. Oder war das keine drakanische, sondern einfach nur eine weibliche Eigenart?
Zhara wandte sich ihm wieder zu und trug diesmal ein selbstzufriedenes Grinsen auf den Lippen. „Weil ich mit ihr gesprochen habe.“
„Du hast…?“ Syrian verstummte. Natürlich! Warum war er nicht schon viel früher darauf gekommen? Die Fähigkeit der Kommunikation über weite Strecken war nur den gelehrtesten Draka zu Eigen. Manche lernte es über Jahrzehnte und brachten kein Wort hervor. Ihm selbst gelang es kaum. Aber Keisha schien diese Macht in die Wiege gelegt worden zu sein. Dass Zhara sich so gut darin verstand war ihm allerdings neu.
„Seit wann beherrschst du es so gut?“
„Oh, ich habe nicht mit ihr Kontakt aufgenommen, sondern sie mit mir.“
„Und warum mit dir?“ Syrian war gekränkt.
Zhara klopfte sich aufs Herz. „Familienbande.“
Syrian nickte – das ergab Sinn. „Und was hat sie gesagt? Wie geht es ihr? Weiß sie von den Eleifa?“
Zhara schritt an ihm vorbei, warf einen prüfenden Blick auf die Höhlenwand und verschwand schließlich in einer Spalte, die Syrian bislang völlig übersehen hatte. „Sie kommt her“, meinte die Draka. „Und wir beide finden jetzt hier heraus und töten diese Eleifa, damit für meine kleine Schwester nicht ein einziger mehr übrig bleibt!“
Syrian verkniff sich ein lautes Lachen und folgte ihr. Zuweilen konnte er nicht sagen, welche von beiden, Keisha oder Zhara, er lieber mochte.

Den Ausgang markierte ein scharfkantiger, von Schneemassen größtenteils zugedeckter, Felsvorsprung. Borack bezog in einiger Entfernung, leicht versteckt hinter Gestrüpp, Posten. Geduldig spannte er die Armbrust, hockte sich nieder und spähte durch die Zweige. Er erwartete nicht wirklich, dass auch nur eine Wüstenratte sich durch die engen Felsen nach draußen stahl und wollte auch nicht lange bleiben. Nur einen kleine Weile, bis er ganz sicher sein konnte. Und bis Mandrek seine Befehle gegeben hatte, was mit den Draka in der Höhle geschehen sollte.
Regungslos atmete er kleine Wolken aus und lauschte dem Rascheln in den Kronen der Bäume. Die Armbrust ruhte auf seinen Knien.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
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Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: So Mai 02, 2010 6:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Keral?" Keisha war einfach in den Versammlungsraum der Norska eingetreten und sah sich nun Dutzenden, in Fell gekleideten Männern mit nackten Oberkörpern und langen Haaren gegenüber. Viele der bärtigen Riesen musterten sie neugierig, andere abschätzend und nicht wenige mit unverholener Begierde.
Die Draka beachtete keinen von ihnen, sondern bewegte sich direkt auf Keral zu, welcher neben Damon saß. Diese beiden Männer waren selten ohne den anderen anzutreffen.
Der blonde Hühne musterte sie. "Keisha, es tut mir leid, aber das hier ist eine wichtige Volksversammlung, wir sind gerade dabei abzustimmen..."
Die Frau mit der ebenholzfarbenen Haut unterbrach ihn mit einer herrischen Geste. "Ich weiß, wo die Eleifa sind. Sie haben meine Begleiter gefangen genommen. Es sind zu viele....ich hätte Euch nicht gestört, wenn ich Eure Hilfe nicht wirklich benötigen würde."
Damon sprang auf. "Eleifa? Bereits so nah? Männer, damit erübrigt sich die Abstimmung über einen Krieg." Die anwesenden Norska brachen in ein einstimmiges Gebrüll aus und Keisha spürte, wie sie mit den anderen aus dem Saal gedrängt wurde.
Keral erschien neben ihr und grinste. "Willst du wirklich in diesem Aufzug durch den Schnee laufen?"
Sie sah an sich herab und verzog ihr Gesicht. "Ich werde mich schnell umziehen. Wartet auf mich."

Damon sah der jungen Frau nach, wie sie die Treppen hinaufrannte und schürzte seine Lippen. "Was mir gerade einfällt...woher weiß sie, dass die Eleifa hier sind? Hat sie die Festung verlassen?"
Keral schüttelte den Kopf, dann lachte er und klopfte seinem Freund auf die Schulter. "Draka...um sie winden sich tausende von Geheimnissen. Dies ist nur eines mehr. Aber ich glaube ihr. Wir sollten jetzt nur ein bisschen Ordnung in das Chaos deiner Gefolgsleute bringen, meinst du nicht auch?"
Damon sah auf den Haufen wilder Norska und lachte.

Als Mandrek an der Höhle ankam, war die Sonne bereits untergegangen. Der rötlich leuchtende Vollmond, auch Blutmond genannt, lies den Schnee um die Wachen, welche vor dem Höhleneingang warteten, wie Blut aussehen.
"Die Draka?" fragte er und einer seiner Männer hob sein dunkles Haupt und lächelte. "Es gab immer wieder Ausbruchversuche, aber diese stachellosen Wüsteninsekten kommen mit dem Wetter nicht klar. Hier ist unser Terretorium. Wir haben ungefähr ein halbes Dutzend von ihnen töten müssen. Der Rest von ihnen versucht zweifelsohne einen weiteren Ausbruch vorzubereiten. Aber sie sind hoffnungslos in der Unterzahl."
"Gibt es etwas neues?"
"Mir ist zu Ohren gekommen, dass sich unter den Draka auch hochgestellte Personen befinden, leider konnte ich noch nicht herausfinden, welche es sind. Ich habe versucht, einen zu foltern, aber er hat gelacht...während ich ihm die Haut von den Armen gezogen habe. Draka sind in der Tat ein seltsames Volk."
Mandrek setzte sich zu Jórek und nickte. "Folter hilft bei diesen Wesen nicht. Es währe ein Zeichen der Schwäche, diese nicht auszuhalten und sie würden ihre ach so kostbare Ehre verlieren. Man muss sie einsperren. Einsperren und sie ihrer Freiheit für immer berauben, das ist das Einzige, was ihren Stolz bricht."
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: Fr Jun 04, 2010 6:47 am    Titel: Antworten mit Zitat

„Weißt du, Syrian, was ich manchmal glaube“, sagte Zhara, als sie gerade über eine tiefe Kluft hinwegsprang. Syrian, dicht gedrängt an die feuchte Felswand, sah ihr hinterher, blickte in den Schlund hinab und wagte darauf ebenfalls den Sprung.
„Was“, fragte er. „Was denkst du?“ Sie drangen weiter in die Höhle vor.
„Dass du nicht ganz weißt, was du willst.“ Ihre Stimme hallte von den viel zu nahen Wänden wider. Überall tropfte es, kleines Getier huschte unter Steine und in Spalten. Der Weg schien kein Ende zu nehmen.
„Wie meinst du das?“, hakte Syrian nach und ahnte, worauf es hinauslaufen würde.
„Nun, du hältst mich wohl für dumm, was?! Ich kenne doch den Blick, mit dem du mich ansiehst. Und glaube nicht, ich hätte unsere gemeinsamen Nächte vergessen.“
„Achso, davon sprichst du….“ Syrian überlegte krampfhaft, wie er das Gespräch in eine andere Richtung lenken könnte. Aber gegen Zhara anzustreiten war hoffnungslos. Dafür ähnelte sie ihrer Schwester zu sehr.
„Ja, davon spreche ich“, gab sie schnippisch zurück. „Aber obwohl ich dein Verlangen nach mir kenne, ist mir auch nicht entgangen, wie du Keisha ansiehst.“
„Ach ehrlich?“ Irgendwie kamen ihm die Gänge jetzt viel enger und die Luft stickiger vor.
„Ganz ehrlich! Aber was noch viel schlimmer ist… du redest auch ganz anders über sie.“
„So, wie denn?“
Da wurde Zhara zu seiner Überraschung immer leiser. „Ich weiß auch nicht, irgendwie… anders eben.“
Syrian blieb stehen. Mit einem Mal interessierte ihn, was sie zu sagen hatte. Tief ihn ihm drängte sich eine Ahnung auf, als wüsste er bereits, was sie damit meinte. Ebenso sehr wehrte er sich aber auch dagegen. Bevor er jedoch zur Frage ansetzen konnte, rief Zhara:„Na endlich, der Ausgang!“
Tatsächlich schien Licht hinter einer Felsspalte hervor. Leichtfüßig kletterte Zhara hinüber und zwängte sich hindurch. Syrian blieb ihr dicht auf den Fersen, wobei er noch immer eine Antwort verlangte.
„Was hast du denn damit gemeint: ich rede anders. Wie?“
Da fiel ihm Zhara rückwärst in die Arme. Ohne einen Schrei. Ihre Augen sahen ihn weit aufgerissen entgegen und aus ihrer Brust ragte ein Pfeilschaft.

Rasch hatte Borack einen zweiten Pfeil eingespannt und hielt sich zum Schuss bereit. Er konnte sein Glück kaum fassen. Wenn er ehrlich zu sich war, dann hatte er eigentlich niemand erwartet. Aber diese Draka waren zäh. Den Weg durch die Höhle zu finden war nicht leicht. Er würde ihnen einen schnellen Tod bescheren, als Belohnung für ihre Mühen.
Die Sonne ging unter und der Blutmond erstrahlte am Firmament. Er hatte eine seltsame Wirkung auf alle Norska. Borack spürte das Kribbeln in sich, wie das Verlangen eines hungrigen Bären, seine Beute in der Luft zu zerreißen.
Über sich hörte er Flügelschläge. Er erlaubte sich einen kurzen Blick hinauf. Dort, gut versteckt im Geäst, saß Mandreks Schneeadler. Der Eleifa war hier.
Borack sah zum Höhleneingang. Einen Moment würde er noch warten, dann müsste er zurückkehren und seinem neuen Herrn Bericht erstatten.
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