e-Stories.de Foren-Übersicht e-Stories.de
Kurzgeschichten, Gedichte und mehr!
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Schwarzer Schnee

 



Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    e-Stories.de Foren-Übersicht -> Endlosgeschichten
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Lotti_Amidala



Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 2796

BeitragVerfasst am: So Sep 05, 2010 5:18 pm    Titel: Schwarzer Schnee Antworten mit Zitat

Valerie war gerade 15 Jahre alt geworden und dachte daran zurück wie schön die Zeit war,bevor sie alt genug war um in die Kohlemienen hinabzusteigen.
Das erste Mal als sie diesen schrecklichen Ort betreten hatte,war sie 10 gewesen und seitdem musste sie gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem älteren Bruder dort hinunter.
Jeder Tag kam ihr wie die reinste Hölle vor,doch sie mussten alle arbeiten um wenigstens etwas zum Leben zu haben.
Langsam kroch sie durch den engen Schacht und achtete darauf,dass sie nicht auf Grubengas stieß.
Hinter sich zog sie den schweren Karren,der schon zur Hälfte gefüllt war und begann dann erneut die Kohle abzubauen.

Robert saß im Haus seines Vaters und wurde gerade von seinem Privatlehrer unterrichtet.Seinem Vater gehörte eines der großen Kohlebergwerke,in dem auch Valerie arbeitete.Doch Robert wusste nichts von dieser Menschenunwürdigen Arbeit und auch nicht,dass täglich viele Menschen darin umkamen oder an Hunger starben.
Ihm ging es gut und bisher hatte er sich keine Gedanken um die anderen gemacht,doch morgen sollte er zusammen mit seinem Vater die Mienen begutachten.
Was er nicht wusste war,dass man ihnen nur die besten Schächte und die gesündesten Arbeiter zeigen würde und niemand würde von dem Elend erfahren,dass Valerie jeden Tag erdulden musste.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Judy



Anmeldungsdatum: 11.11.2006
Beiträge: 346

BeitragVerfasst am: So Sep 19, 2010 6:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Komm Valerie", das war ihr Vater.
Valerie blickte über die Schulter, sah ihren Vater der ihr entgegenblickte und zog dann an dem Karren, während andere auf der Hinterseite schoben. Sie war eines der wenigen Mädchen hier. Früher durften Frauen das nicht, aber immer mehr alte Männer waren gestorben oder gegangen, sie waren sozusagen die Notration.
Dennoch ging alles den gewohnten Gang.
Das schuften, die 'Pull!' Laute, das Rattern der metallernen schweren Halbwagone auf ihren Schienen.
"Nur noch drei Stunden", sagte sie sich, "nur noch drei Stunden."
Und sie wusste dass ihr Vater sie musterte, sich wünsche sie wäre nicht hier, wäre lieber zu Hause, würde vielleicht zwar kochen, aber wäre sicher, in einem warmen Haus. Eine andere Wärme, eine Geborgene.
Seit jedoch ihre Mutter gestorben war, war vieles anders gekommen. Und schon oft hatte der Vater ans Aufgeben gedacht, fortzufahren, woanders hin, doch irgendwas hielt ihn. Er selbst wusste an manchen Tagen nicht einmal mehr was es war, er wusste nur, dass es es tat.
Er hätte nicht gewollt, dass seine Frau ihn und seine Kinder so sah. Und blickte um sich. Seine Nachbarn dachten dasselbe. Doch einer musste die Arbeit machen.

"Komm Robert", sagte sein Vater, zog sich sein schwarzes Sakko über und stellte sich in seiner großen Gestalt hin, "Wir gehen. Zeit die Kohlewerkarbeiter zu begrüßen." Das schien ihm ja nicht große Freude zu bereiten. Robert selbst hatte auch keine Lust. Sein Vater dachte, er wäre zu naiv, er würde alles glauben und nur das Gute. Jeden Schwachsinn, hatte er gesagt. Wenn er sich mal nicht täuschen würde. Mit zusammengezogenen Augenbrauen stand er auf, zog sich ebenfalls an und trat durch die Tür.
Das konnte noch was werden.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
schoofy



Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Fulda

BeitragVerfasst am: Di Sep 21, 2010 10:59 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Lukas !", Valerie schrie gegen den ohrenbetäubenden Lärm an. "Kannst Du nicht mal die Lore ziehen ? Ich habe schon ganz lahme Arme". Grinsend kam ein Junge von knapp 16 Jahren hinter der Lore hervor, das Gesicht schwarz vom Kohlestaub. Sein Brustkorb war breit und die Muskeln zeichneten sich deutlich unter der dünnen Haut ab. "Ist in Ordnung. Ich komme ja schon.", antwortete er. "Der Friedrich hat aber auch wieder eine Ladung zurecht gemacht", stellte er mit einem Kopschütteln fest. "Komm, lass uns den Mist heraus schaffen." sagte er zu Valerie und fasste sie saft am Unterarm. Sie spürte seine harte von Schwielen gezeichnete Handfläche, jedes andere Mädchen hätte diese Geste abgewehrt und sich vielleicht auch vor den rauhen Händen geekelt, doch sie lies die Berührung zu. Sie ging hinter die Lore und fing an zu schieben während Lukas vorne wie ein wilder zog. Immer weiter ging es hinauf bis sich der Stollen weitete und sie die Lore abgeben konnten. "Komm, wir trinken einen Schluck", sagte Lukas und machte sich auf den Weg zum Wasserfass.

"Robert, ich bitte dich", sagte sein Vater. "Interessiere dich doch etwas für unseren Betrieb. Du sollst ihn doch mal übernehmen". "Das will ich aber nicht. Mich interessiert der Kohlebergbau nicht", sagte Robert trotzig. "Ich will nach Paris und London zum studieren. Das will ich!", fügte er hinzu. "Studieren kannst Du auch hier.", sagte sein Vater mürrisch. "Und denke daran als Bergbauingenier kannst Du auch später vielleicht mal eine Gold oder sogar Diamantmine im Ausland leiten". "Will ich aber nicht. Immer dieser Dreck und diese stinkenden Arbeiter sind mir einfach zu wider.", entgegnete er mit steinernem Gesicht. "Moment mal!", schnaubte sein Vater. "Die Arbeiter sind unser Kapital unser Verdienst hängt von ihnen ab.", brachte er wütend hervor. Robert verzog nur das Gesicht und schaute demonstrativ zum Fenster des Wagens hinaus.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lotti_Amidala



Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 2796

BeitragVerfasst am: So Sep 26, 2010 8:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

Valerie folgte Lucas und konnte sich nicht davon abhalten die Bewegungen seiner Rückenmuskeln zu betrachten.
Als er sich wieder umdrehte,errötete sie leicht und senkte den Blick.Lucas grinste und reichte ihr ein wenig Wasser.
Sie hob den Blick wieder und lächelte dankbar."Danke",sagte sie leise und trank einen Schluck.Ob er ihren Blick bemerkt hatte?
Lucas lächelte und sagte dann:"Keine Ursache Kleine.Das mache ich doch gerne."
Valerie warf ihm einen finsteren Blick zu und murmelte dann:"Was kann ich denn dafür,wenn du so ein Riese bist."
Er maß mindestens 1,80 m,wenn nicht sogar mehr,was für die heutige Zeit wirklich sehr groß war.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Darkman



Anmeldungsdatum: 23.05.2012
Beiträge: 1115

BeitragVerfasst am: Di Aug 19, 2014 3:55 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Das sollte jetzt keine beleidigung sein", entschuldigte sich Lucas schnell. Doch Valerie entspannte sich wieder und sagte: "Ist schon gut, du hast es ja nicht boese gemeint aber manchmal gehen einfach meine Gefuehle mit mir durch wenn man mich als "Klein" bezeichnet. Mein Vater sagt auch immer "Meine Kleine" zu mir, wobei ich ja eigentlich schon eine Frau, und kein kleines Kind mehr bin." "Das du langsam zu einer Frau wirst ist auch deutlich zu sehen!" Valerie eroetete erneut leicht bei diesem Kompliment und sie war froh das ihr Gesicht mit Kohlenstaub bedeckt war, so das man es nicht sehen konnte. "Ich verspreche dir das ich dich nicht mehr als "Kleine" bezeichnen werde, meine grosse Valerie!", verkuendete Lucas feierlich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Majinie



Anmeldungsdatum: 18.07.2015
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: Sa Jan 09, 2016 8:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Während der letzten Minuten der Fahrt hatte Robert es geschafft, seinen Vater stumm zu ignorieren oder mit gelangweilten "mh-hm"s und "ja-ja"s abzuwimmeln. Die Hände in den Hosentaschen vergraben, folgte er ihm, als sie aus dem Wagen stiegen und die Minen betraten.
Der Begrüßung dort hörte er mit halbem Ohr zu, gerade genug, um im richtigen Moment "ja" und "natürlich" und "ach, wie interessant" einwerfen zu können und den herausgeputzten Bergarbeiter vor sich ansonsten zu ignorieren.
Gelangweilt sah er sich in den beleuchteten Schächten um, durch die sie geführt wurden, und schnaubte irgendwann.
"Möchtest du mir etwas sagen?", fragte sein Vater scharf.
"Weiß nicht", entgegnete Robert, "abgesehen davon, dass das hier total unrealistisch ist? Schau dich doch mal um, die sollen hier Kohle abbauen, da ist das Ganze doch nie so klinisch sauber."
"Nun, äh", meinte der Bergarbeiter, der sie führte, hastig, "wir achten eben darauf, dass wir die Gesundheit unserer Mitarbeiter nicht gefährden, indem..."
"Jaja, klar", murmelte Robert und bog in einen dunkleren Gang ein. Nach wenigen Schritten bemerkte er den Staub in der Luft und unterdrückte ein Niesen. "Das hier wirkt schon mehr wie Kohlemine", kommentierte er trocken und ignorierte die Rufe hinter ihm stoisch (irgendetwas von 'stillgelegter Schacht' und 'das Kind bei sich behalten' - ha).
Schlecht gelaunt trat er gegen einen Balken und wanderte weiter, als plötzlich ein Rumpeln durch den Berg ging. Irritiert blieb er stehen und drehte sich dann auf der Stelle um, sodass er sehen konnte, wie sein Vater und der Bergarbeiter auf ihn zuhasteten, dann gab der Boden ohne weitere Vorwarnung unter ihm nach und er stürzte in die Tiefe.

"Das hoffe ich aber auch", entgegnete Valerie breit grinsend und wollte noch etwas hinzufügen, als ein Grollen durch den Schacht lief. Verwirrt blickte sie zu Lucas auf. "Was war-"
Sie kam nicht dazu, den Satz zu beenden, da die Decke nur fünf Schritte von dem Platz, an dem sie stand, mit einer Wolke aus Staub und dem durch das Poltern beinahe unhörbaren Geräusch eines Schreis einstürzte.

--

(Huch, das ist lang geworden, tut mir leid. ^^°)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
schoofy



Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Fulda

BeitragVerfasst am: Mo Mai 16, 2016 5:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Robert hatte das Gefühl eindlos zu fallen. Dann schlug er hart auf den Berg aus Staub, Steinen, Erde und Kohle die vor ihm den Weg
Tiefe gefunden hatten auf. Benommen blieb er einen Augenblick liegen. Vor seinen Augen tanzten Sterne und Blitze. Er schmeckte
sein Blut und seinen Schweiss. Aus einer Platzwunde an der Stirn rann schmal und stetig ein kleines Rinnsal seine Schläfe und Wange
hinunter.

Er benötigte einen Augenblick um sich zu orientieren. Seine Augen brannten. Er musste heftig Husten. Er hatte das Gefühl
der Staub würde seine Lunge verbrennnen. Er Dann hob er vorsichtig den Kopf. Sein Schädel dröhnte. Er versuchte
sich zu bewegen. Sein linkes Bein schmerzte. Er bewegte es vorsichtig. Der Schmerz jagte durch seinen ganzen Körper.
Die Sterne kehrten vor seine Augen zurück. Ihm wurde schlecht und er erbrach sich. Dann lies der Schmerz nach und
wohltuende Bewusstlosigkeit umfing ihn.

"Lukas ?". "Lukas !". Valerie schrie den Namen in höchster Panik heraus. "Hier hinten Valerie.", kam es dumpf aus einer
Ecke des Raumes der sich durch den Schutt gebildet hatte. Sie sank auf die Knie und taste sich in die Richtung aus der die
Stimme kam.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    e-Stories.de Foren-Übersicht -> Endlosgeschichten Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de

Haftung:

Der Betreiber ist im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht, den reibungslosen Austausch im Forum zu gewährleisten und auf die Einhaltung der Regeln und Gesetze zu achten. Jedoch kann der Betreiber nicht gewährleisten, alle Regel- und Gesetzesverstöße sofort zu erkennen und die betroffenen Beiträge zu löschen oder zu sperren.
Der Betreiber übernimmt keinerlei Haftung für jegliches Handeln Dritter im Forum und daraus resultierender Schadensersatzansprüche. Jeder Nutzer haftet für die durch Ihn begangenen Gesetzesverstöße selbst ohne Einschränkung. Es besteht keinerlei Anspruch auf die Richtigkeit oder Vollständigkeit der hier im Forum dargebotenen Inhalte.

Haftungsauschluss für Links:

Der Inhaber dieser Seite - im Nachfolgenden kurz Inhaber genannt - erklärt ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung durch Ihn selbst die entsprechenden verlinkten Seiten frei von illegalen Inhalten waren. Auch versucht der Inhaber im Rahmen seiner Möglichkeiten durch Gäste und Mitglieder gesetzte Links entsprechend zu überprüfen. Der Inhaber hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der gelinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert sich der Inhaber hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten/verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden.
Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Inhaber eingerichteten Chats und Diskussionsforen.
Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht der Inhaber dieser Seite als derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. Mit Urteil vom 12. Mai 1998 (Az. 312 O 85/98 - "Haftung für Links") hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite zu verantworten hat, wenn man von den Inhalten Kenntnis hat und es technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Dies kann - so das Landgericht - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Sollten Sie derartige Links in diesem Angebot finden, teilen Sie dies bitte sofort über Kontakt mit. Wir werden Ihn löschen!