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Der Zauberer von Aloria
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: So Dez 19, 2010 7:35 pm    Titel: Der Zauberer von Aloria Antworten mit Zitat

Greylir streckte sein wettergegerbtes Gesicht in den Seewind und genoss die letzten Sonnenstrahlen, ehe der rotglühende Ball am Horizont im Meer versank. Er würde das Leben auf der See vermissen. Der hochgewachsene Mann strich sich sein durch Seewind verfilztes, schulterlanges Haar zurück und sprang mit einem beherzten Sprung von Deck der Seekönigin.
Als er auf den nassen Planken des Stegs aufkam, erklang nur das leise Platschen seiner kniehohen Stiefeln in der salzigen Pfütze. Greylir richtete sich wieder auf, sah hinauf zur Reeling des stolzen, schwarzen Schiffs und fing mit einer Hand den Seesack auf, welchen der Kaptain ihm zu warf.
"Solltest du jemals wieder auf die Idee kommen, deine zu große Nase in den Wind stecken zu wollen, lass von dir hören. Männer wie dich kann ich immer gebrauchen." rief der rotbärtige Riese von einem Mann hinunter und hob noch einmal eine Hand zum Gruß, ehe er seine Mannschaft wieder anschrie und sich das Schiff mit regelmäßigem Ruderschlag aus dem Hafen bewegte und auf offener See die Segel hisste.
Ein wenig wehmütig sah Greylir dem Schiff nach, dann schweifte sein Blick über die Silhouette Alorias. Der Stadt, welche er vor zehn Jahren in einer Nacht und Nebelaktion verlassen hatte um seinen Kopf zu retten. Seine schimmernden, blauen Augen funkelten belustigt. Niemand würde ihn wieder erkennen. Aus dem blassen, schmächtigen Dieb von damals war ein hochgewachsener Seemann mit braungebrannter Haut und ausgebleichtem Haar geworden.
Er schulterte seinen Seesack und begab sich in dem leicht schwankendem Gang, welcher Menschen anhaftete, welche längere Zeit auf einem Schiff verbracht hatten, in die Stadt.
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Mischa



Anmeldungsdatum: 25.02.2008
Beiträge: 11
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: So Dez 19, 2010 8:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Der Harfen lag tiefer, als der restliche Teil der Stadt, sodass sein Weg ins Innere ihn stets bergauf steigen ließ. Allzu viel hatte sich die Stadt und ihre Bewohner nicht verändert. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Das allmorgendliche Treiben der Händler und Arbeiter rund um das Hafenviertel umgab ihn schützend. Man wurde geradezu aufgesogen und niemand schenkte einem besondere Aufmerksamkeit, außer einem war der Gedanke gekommen seinem Gegenüber vielleicht doch eine Kleinigkeit nur verkaufen zu können.
Hier hatte er sich als Kind schon herumgetrieben und sowohl Mitbürger als auch Fremde um einen Teil ihrer Habseligkeiten erleichtert. Erinnerungen schlugen geradezu auf ihn ein, als er, seinen Weg fortsetzend, weiter Richtung Stadtinnere wankte. Gute? Ja, doch schon so einige, doch das war wohl eher der geringere Anteil. Das Leben war hart, besonders wenn du noch zu jung bist um zurückzuschlagen.
Warum war er nun zurückgekehrt? Diese Frage hätte ihn nur jemand fragen können, der ihn nicht kannte. Der Augenblick, als er dazu gezwungen worden war, versteckt in der Ladung eines Handelsschiffes den Harfen seiner Heimat zu verlassen, war auch der, in dem er sich nichts sehnlicheres wünschte eines Tages zurückzukehren und seine Geschichte zu Ende zu bringen. Komme was wolle.
Aber als erstes musste er Fidelio finden und er hoffte inständig das er ihn fand. Egal ob er diesen Namen heute, nach einem ganzen Jahrzehnt immer noch trug oder nicht.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Di Dez 21, 2010 5:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Aus dem Augenwinkel heraus bemerkte er einen Schatten, welcher über die Dächer huschte, dicht gefolgt von einem weiteren. Die Straße der Diebe schien zumindest noch in Gebrauch zu sein. Ein Lächeln umspielte seine Lippen.
Greylir warf den dahinschwindenden Schatten einen bedauernden Blick nach, dann machte er sich auf den Weg zum "Eisernen Pferd". Die Sonne war nun endgültig im Meer versunken und die Menschen, welche ihre Geschäfte lieber im Schutze der Dunkelheit abwickelten, bevölkerten nach und nach die Straßen des schmuddeligen Hafenviertels. Er beschleunigte seinen Schritt und dennoch wurde er an einer Ecke von zwei verdreckt wirkenden Männern aufgehalten.
"Na, mein guter, was hast du denn da schönes in deinem Seesack? Ich mache dir ein Angebot, du gibst uns das gute Stück und wir lassen dich am Leben."
Greylir betrachtete das Messer, welches der Kleinere in der Hand hielt belustigt. "DAS nennst du ein Messer? Junge, das ist lächerlich, lass mich durch und ihr werdet den nächsten Morgen vielleicht noch erleben."
Die beiden Burschen warfen sich einen gehetzten Blick zu, dann griff der Straßenräuber an und versuchte ihm sein Messer in die Brust zu rammen. Greylier wich mit der Geschmeidigkeit eines Seemanns aus, welcher nicht selten in eine Prügelei geriet. Er packte sich die Hand des Burschen, verdrehte sie und lies erst los, als er ein hörbares Knacken gebrochener Knochen vernahm. Auffordernd blickte er zu dem Kumpanen, doch dieser zog es vor, die Flucht zu ergreifen. Der junge Mann steckte das Messer des Räubers in seinen Gürtel und ging neben dem vor sich hinjammernden Dieb in die Knie. "Es ist wirklich schade, was aus der Gilde der Diebe geworden ist. Vor zehn Jahren wäre Gesindel wie du bereits aus der Stadt gejagt worden."
Er stand auf und begab sich in die Gasse, in welcher sich das Eiserne Pferd befand.
Die Kneipe hatte sich nicht im Geringsten verändert. Nun, vielleicht waren die Wände ein wenig dreckiger, das Stroh auf dem Boden jedoch...das schien immer noch das gleiche zu sein, wie vor zehn Jahren. Er zog seinen Kopf ein wenig ein, um durch die niedrige Tür zu treten und begab sich sogleich an einen der schmuddeligen Tische, an dem bereits ein älterer Mann saß, welcher betrübt in seinen leeren Bierkrug starrte.
"Na, alter Freund, kann ich dir einen Krug spendieren?"
Der Bärtige sah auf und blickte ihn skeptisch an. "Warum solltest du das tun wollen?" er rülpste lautstark.
"Weil ich ein paar Fragen an dich habe, und du dir den Krug ehrlich verdienen würdest, wenn du sie mir beantwortest."
"Ehrlich?" der alte Mann brach in schallendes Gelächter aus, welches sich in einen trockenen Husten verwandelte. Er wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel und sah Greylier mit belustigt funkelnden Augen an. "Ich glaube, ich habe mir in meinem ganzen Leben noch nie etwas ehrlich verdient. Weißt du eigentlich in was für einer Kneipe du hier bist?"
Greylier lächelte. "Ja, das weiß ich durchaus. Nun, wie steht es, ein Bier gegen Antworten?"
"Bestell erstmal das Bier, dann sehen wir, was ich für dich machen kann, Bürschen." er schielte den Seemann an. "Was hast du denn für Fragen?"
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ilovebooks



Anmeldungsdatum: 09.07.2006
Beiträge: 52
Wohnort: schwabenland

BeitragVerfasst am: Di Dez 21, 2010 9:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

in der Zeit, in der sie auf das Bier warteten, überlegte Greylir wie er anfangen sollte. Er konnte nicht direkt nach Fidelio fragen, denn wenn dieser immer noch im selben Gewerbe tätig war wie vor 10 Jahren, durfte es der Seemann nicht riskieren sofort mit Fidelio, dem Hexenmeister, in Zusammenhang gebracht zu werden. Er reichte dem Bärtigen sein Bier und fragte dann nach Meister Grinwald, bei dem Fidelio vor Jahren eine angebliche Gerberlehre abgeschlossen und durch den er zu der Zauberei gelangt war. Würde er Grinwald finden, würde er auch Fidelio finden.
"Meister Grinwald?", antwortete Greylirs Gegenüber. "Du musst schon lange nicht mehr hier gewesen sein. Es muss ihn vor 2 oder 3 Jahren erwischt haben. Gehängt haben sie ihn. Auf dem Berg der Ruinen." Er legte eine Pause ein. Greylir stockte der Atem. Fast hätte er sein Bier zurück in den Krug geprustet. Trotzdem versuchte er sich nichts anmerken zu lassen. Doch der Bärtige lächelte. "Ich sehe du weißt was das bedeutet. Er stand in Verbindung mit den Kriegern der Claiophas. Sie haben ihn gerade noch rechtzeitig entlarvt, er wollte Aloria verraten! Und hast du noch mehr fragen?" Der Seemann fing sich wieder.
"Wenn sie ihn gehängt haben, was ist dann mit seiner Gerberei passiert?"
"Seine Gerberei? Welche Gerberei? Es ist ein offenes Geheimnis, dass Grinwald ein Zauberer war, vor allem nach seinem Tod gingen einige Gerüchte dies betreffend durch das Volk. Und als dann noch bekannt wurde, weshalb er hängen musste und dazu noch WO er hängen musste, war allen Leuten natürlich klar wer oder was Grinwald war. Er hat nie eine Gerberei besessen."
"Gut eine Frage hätte ich noch.", Greylir musste es einfach wissen, er musste es riskieren, den Fremden nach Fidelio zu fragen. Er schien über einiges Bescheid zu wissen, dann bestimmt auch wo der, vielleicht ehemaliger?, Hexenmeister zu finden war."Wo finde ich Fidelio?"
Der Bärtige sah ihn ungläubig an, dann verfinsterte sich seine Miene.
"Fidelio? DER Fidelio? Freundchen, diese Frage werde ich wohl nicht beantworten können, und es wird für dich das beste sein, auf der Stelle zu verschwinden. Fidelio ist ein Krieger Claiophas, und mit solchen verkehren wir nicht." Er war laut geworden und zum Abschluss hatte er, um seiner Stimme noch mehr Ausdruck zu verleihen, mit der Faust auf den Tresen geschlagen. Er wurde wieder ruhiger als er zu Greylir nur noch sagte: "Raus hier! Verschwinde, Bastard!", und auf die Tür zeigte.
Der Seemann zog sein Zeug zusammen und eilte nach draußen. Verdammt! Greylir verfluchte sich selbst. Er hätte vorsichtiger sein müssen. Nun jetzt musste er zuerst einmal verschwinden!
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Lotti_Amidala



Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 2796

BeitragVerfasst am: Mi Dez 22, 2010 8:55 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zu seinem Glück schien sich nicht viel in der Stadt verändert zu haben.Alles sah noch so aus wie vor 10 Jahren.Die Straßen stanken immer noch erbärmlich und noch immer huschten Diebe und Bettler durch die Straßen.
Greylir steuerte auf die dunkelste und gefährlichste Straße dieser verdammten Stadt zu,war sich der Gefahr nur allzu gut bewusst,hatte aber keine Angst.
Fidelio war jetzt also ein Krieger der Claiophas.Nicht weiter verwunderlich,wie Greylir fand.Fidelio hatte schon immer davon geträumt einmal ein Krieger zu werden und diese Stadt hatte er gehasst,denn sie hatte ihn dazu gezwungen zu stehlen,solange bis er bei Meister Grinwald in die Lehre gegangen war.Sie waren immer gute Freunde gewesen,aber Greylir war sich nicht so sicher,ob das immer noch der Fall war.Er war einfach abgehauen,hatte Fidelio seinem Schicksal überlassen.Es hieß das die Krieger der Claiophas Verrat nur durch Blut verziehen.Trotzdem musste er ihn finden,denn er hatte eine wichtige Bitte an seinen ehemaligen Freund.
Ein kleiner,buckliger Mann trat auf ihn zu und sah ihn aus listigen Augen an."Na Bürschen.Wo wollen wir denn hin",grinste er und verzog seinen zahnlosen Mund zu einem hämischen Grinsen."Geh mir aus dem Weg Alter",sagte Greylir und schob den alten beiseite."Na na wir wollen doch wohl nicht unhöflich werden oder",sagte der alte Mann.Greylir kannte diese Masche und gerade als er daran gedacht hatte,tauchten zwei muskelbepackte Schläger auf."Hört mal Jungs",sagte er beschwichtigend,"ich will keinen Ärger ok?"
Der alte Mann lachte schallend und sagte dann:"Gib uns deinen Seesack und wir lassen dich laufen."
Greylir stutzte.Warum nur hatten es alle auf seinen Seesack abgesehen?Sie konnten doch nicht wissen was sich darin befand oder?"Tut mir Leid",sagte er,"aber das ist unmöglich."Der alte Mann wiegte bedächtig den Kopf hin und her,bevor er sagte:"Macht diesen Drecksack fertig und schnappt euch den Seesack."Greylir rechnete seine Chancen aus zu gewinnen und wusste,dass er gegen zwei von dieser Sorte eine kleine,wenn auch geringe Chance hatte.Als der erste auf ihn zurannte und ihm die Faust voll ins Gesicht schlagen wollte,ließ sich Greylir auf den Boden fallen,rollte sich seitwärts und entging so der Faust des zweiten Angreifers.Schnell sprang er wieder auf die Beine und teilte einige heftige Hiebe aus.Doch auch er musste einige Hiebe einstecken.Als er einen der Männer am Kinn erwischte,hörte er ein hässliches Knacken und der Mann schrie schmerzerfüllt auf.Dann rannte er wütend schreiend auf Greylir zu und versuchte ihn mit seinen Fäusten KO zu schlagen.Greylir wich aus,konnte aber den anderen nun nicht mehr im Auge behalten und spürte,wie die Faust auf seinen Schädel krachte.Benommen ging er zu Boden und sah plötzlich hinter den beiden einen Schatten auftauchen.Er blinzelte.War das alles nur Einbildung.Als einer der Männer vor ihm zu Boden ging,erkannte er,dass es eine Person in einem weiten,schwarzen Umhang war.Er rappelte sich auf und erledigte gemeinsam mit dieser seltsamen Gestalt den zweiten Schläger.Als er sich dem alten Mann zuwenden wollte,war dieser bereits verschwunden.Greylir hob seinen Seesack auf und drehte sich zu dem Fremden um."Danke Fremder",sagte er und reichte ihm die Hand.Der Fremde jedoch ignorierte sie und sagte:"Folge mir."Dann drehte er sich um und ging davon.Greylir schulterte seinen Seesack und folgte dem Fremden.Ob er ihm vertrauen konnte,wusste er nicht,aber er hatte ihm gerade das Leben gerettet und so folgte Greylir dem seltsamen Fremden.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Mi Dez 22, 2010 2:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Greylirs Kopf dröhnte und als er dem Fremden folgte, schien die Welt ein wenig instabil zu sein. Bei den alten Göttern, er war noch keine fünf Stunden in Aloria und war schon aus einer Kneipe geflogen und hatte zwei Schlägereien hinter sich. Und nun sollte er einem Fremden folgen?
Er atmete tief durch und verdrängte den Schmerz in das hinterste Eck seiner Wahrnehmung. Er beeilte sich, zu dem Fremden aufzuschließen. "Wer seid Ihr, und wohin soll ich Euch folgen? Ich mein, ich will nicht undankbar erscheinen, aber ich kenne Aloria, hier hilft keiner, ohne dass er etwas dafür haben möchte."
Der Fremde drehte seinen Kopf und Greylir erhaschte einen kurzen Blick auf kohlefarbene Augen. "Wenn ich etwas von dir gewollt hätte, hätte ich es mir bereits genommen und du wärst bereits tot." antwortete er ruhig. Er hob eine Hand und richtete die Kapuze, dabei fiel dem ehemaligen Dieb eine kleine Tattoowierung zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger auf. "Du bist ein Assassine." stellte er fest.
"Und du ein Dieb, der sich als Seemann verkleidet. Und jetzt schweig."

Marlon lehnte sich in seinem weichen Sessel zurück und sah den jungen Mann vor sich an. "Du wolltest also still und heimlich die Familie verlassen?"
"Nein, ich mein..." Schweißperlen liefen dem Dieb über die Stirn.
Marlon lächelte, stand auf, ging zu dem Mann, welcher zwischen zwei schwarz vermummten Männern stand und tätschelte seine Wange. "Du brauchst nichts zu sagen, ich weiß, was du vor hattest." mit diesen Worten rammte er dem Dieb ein Messer in den Magen.
"Schafft ihn weg." murmelte er, nachdem er die Waffe an der Kleidung des Dahinscheidenden abgewischt hatte. Das war der dritte Deserteur in einem Monat, wenn dies so weiterging würde die Familie schnell schrumpfen. Und alles nur, weil sie alle Angst vor den Kriegern hatten. Marlon nickte den beiden Assassinen zu und diese brachten den leblosen Körper des Diebes weg.
Kaum, dass er wieder alleine war, betrat eine weitere Assassine den Raum. Allmählich hatte Marlon das Gefühl, dass seine Familie nur noch aus Mördern bestand. Wahrscheinlich lag das daran, dass die Meuchelmörder keine Angst vor den Kriegern hatten.
"Könnt Ihr nicht anklopfen?" fragte er unwirsch und die vermummte Frau lachte leise. "Assasine klopfen selten an, Marlon."
"Stimmt auch wieder. Was wollt Ihr?"
Die Mörderin warf ihm einen triefenden Beutel entgegen und er fing ihn auf, um ihn zu öffnen. Überrascht zog er die mit dem Siegelring bestückte Hand eines Kriegers Claiophas heraus. "Wie zum Henker ist dir das gelungen?" fragte er beeindruckt und vergas dabei sämtliche Höflichkeit, welche er normalerweise gegenüber dieser Assasine zeigte.
Ihre blassblauen Augen funkelten belustigt. "Es ist einfach, normale Menschen zu töten. Diese dort bedeuten eine Herausforderung. Ich mag Herausforderungen. Und glaub mir...dieser Krieger wird seine Hand nicht vermissen."
Marlon strich sich sein mit silbernen Strähnen durchzogenes Haar zurück. "Ich werde in Kürze eine weitere Herausforderung für Euch haben. Allerdings müsstet Ihr hier mit einem Dieb zusammenarbeiten."
"Ich arbeite lieber alleine."
"Das ist mir klar, Selene, aber dieses Mal kommt Ihr ohne seine Hilfe nicht weiter. Er müsste bald hier eintreffen. Ich werde dann nach Euch rufen lassen."
Die junge Frau neigte ihren Kopf leicht. "Ich werde mir dein Angebot anhören." mit diesen Worten drehte sie sich um und schien sogleich mit den Schatten des Gangs zu verschmelzen.
Marlon lies sich in seinen Sessel fallen und atmete tief durch. Er war selbst alles andere als zartbesaitet, aber diese Frau jagte ihm jedes Mal einen eisigen Schauer über den Rücken. Es gab Assasine und es gab Selene. Und Selene war...er betete dafür, dass er sie niemals zur Feindin haben würde.
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Lotti_Amidala



Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 2796

BeitragVerfasst am: Fr Dez 24, 2010 11:25 am    Titel: Antworten mit Zitat

Greylir wollte eine patzige Antwort geben,doch dann schwieg er.Es war nicht ratsam einen Assasine gegen sich aufzubringen.
Zwar hatte Greylir seit seiner Zeit als einfacher Dieb viel durchgemacht,doch er wusste auch,dass er im Zweifel keine Chance gegen ihn hatte.
Dieser Assasine wirkte schwach und unbeholfen,doch wahrscheinlich war er einer der tödlichsten von ihnen.
Also folgte er diesem seltsamen Mann,bis er schließlich vor einem großen Gebäude ankam.
Greylir kramte in seinem Gedächtnis,bis ihm schlagartig klar war wo er sich befand.
Er schluckte,denn er hätte nie gedacht,dass er dieses Haus jemals wieder von innen sehen würde.
Es konnte nur eines bedeuten.Entweder er würde in den nächsten Minuten sein Leben verlieren oder aber er hatte Glück und wurde noch gebraucht.
"Warte hier",sagte der Assasine und betrat alleine das Gebäude.Greylir schluckte und trat unruhig von einem Bein auf das andere.

Marlon sah einen weiteren Assasine den Raum betreten.Er war so lautlos wie ein Schatten,daher auch sein Name Shadow.Niemand kannte seinen wahren Namen,denn den hielt er so geheim wie alles was ihm heilig war."Er ist da",sagte er mit dieser seltsam rauchigen Stimme,die Marlon immer einen Schauer über den Rücken laufen ließ:"Er ist jetzt da."Marlon nickte und sagte dann:"Bring ihn bitte rein."Zu allen anderen hätte er es in einem unfreundlichen,befehlerischen Ton gesagt,doch dies war bei einem Assasine gefährlich und konnte einem das Leben kosten.
Der Assasine nickte und ging wieder nach draußen.

"Folge mir",sagte der Assasine,der plötzlich wie aus dem nichts aufgetaucht war.Greylir zuckte erschrocken zusammen,nickte dann und folgte dem Assasine.
Er führte ihn wie erwartet in den Raum,in dem sich Greylir schon einmal befunden hatte.
Wieder saß Marlon auf seinem weichen Stuhl und wieder musterte er ihn durchdringend.
"Greylir",begann er,"du bist vor vielen Jahren geflohen und nun da du wieder da bist,benötige ich deine Hilfe."Greylir verneigte sich tief vor Marlon und fragte:"Wie kann ich behilflich sein?"
Seine Beine zitterten unmerklich und er war froh,dass er es verbergen konnte.Er richtete sich wieder auf und war so verdammt froh,dass Marlon ihn noch nicht töten wollte.
Noch brauchte er ihn,aber Greylir wollte gar nicht darüber nachdenken,was geschah wenn dies nicht mehr der Fall war.
Abwartend stand er da und wartete darauf,wie sein Auftrag lautete.
Eigentlich hatte er hierfür keine Zeit,denn er musste Fidelio finden,aber genausowenig wie es ratsam war einen Assasine zu verärgern,war es ratsam sich Marlon zum Feind zu machen oder ihm etwas abzuschlagen.
Vielleicht würde er es ja auch schaffen noch während des Auftrages Fidelio zu finden oder aber Fidelio fand ihn.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Mo Dez 27, 2010 10:36 am    Titel: Antworten mit Zitat

"Es ist ganz einfach, als du vor zehn Jahren von hier abgehauen bist, hast du etwas dabei gehabt, was…nicht dir gehört hat."
Greylir lächelte. "Ich war ein Dieb, war so ein Verhalten nicht zu erwarten?"
"Ein Dieb, welcher Dieben etwas stiehlt ist nicht mehr als ein Verräter." antwortete Marlon ruhig. "Du weißt, wie ich normalerweise mit Verrätern umgehe." Er musterte den hochgewachsenen Mann vor sich. "Du hast dich verändert." stellte er fest.
"Auch das war unvermeidbar. Als ich ging, war ich ein Kind. Was willst du, Marlon?" Greylir sprach zwar, als hätte er keine Angst, aber seine Vernunft schien ihn regelrecht anzuschreien, möglichst den Mund zu halten und bei der erst besten Gelegenheit abzuhauen.
"Weißt du, was das war, was du uns gestohlen hast?"
Der Dieb lächelte und strich sich über seinen kurzen Bart. "Ist es gut oder schlecht für mich, wenn ich es weiß?"
Der Gildemeister seufzte. "Vielleicht hast du dich doch nicht so sehr verändert, du bist immer noch genauso schlüpfrig wie vor zehn Jahren. Ich brauche dich, daher kann ich dich beruhigen, dass, egal, wie deine Antwort ausfallen wird, ich dich nicht töten werde."
Greylir musterte ihn, seine Gedanken rasten. "Nehmen wir an, ich weiß, von was du sprichst. Was willst du, dass ich mache?"

Selene hatte ihre langen, in schwarzen Lederhosen steckenden, Beine auf einen Tisch gelegt und schliff in Seelenruhe einen ihrer schwarzen Dolche, als die Tür zu dem gemütlichen Raum aufging und zwei hochgewachsene Männer den Raum betraten.
"Ich habe dir gesagt, er ist tot. Wir müssen uns diesen verfluchten Assassine schnappen, ehe er einen nach dem anderen auslöscht…." seine Stimme wurde zu einem Gurgeln und Blut schoss aus seinem Mund, als Selenes Dolch seinen Kehlkopf durchstieß. Sogleich lies der zweite sich fallen, rollte sich ab und sah sich suchend in dem Wohnzimmer um. Er erahnte den Schatten, welcher auf ihn zuraste eher, als dass er ihn wirklich sah, wich ihm aus und sah bestürzt auf den kleinen Dolch, der neben ihm zitternd in der Wand stecken geblieben war.
Kheldars Muskeln waren bis zum Zerreißen gespannt. "Komm raus Assassine, jetzt, da ich weiß, dass du hier bist, wirst du mich nicht töten können." Eine schimmernde Aura umgab ihn und er hielt an dem Schutzschild fest.
Selene fluchte. Sie hätte Kheldar zuerst töten sollen. Sie spürte, wie seine Gedanken den Raum nach ihr absuchten und wich ihnen so gut, wie es ging aus, anscheinend jedoch nicht gut genug. Ein Energieball raste auf sie zu und sich konnte sich erst im letzten Moment fallen lassen und verlies so ihr Versteck. Geschmeidig rollte sie sich ab und warf Kheldar einen eisigen Blick zu. "Wir sehen uns bald wieder." sagte sie und sprang aus dem Fenster.
Kheldar lies sich in einen Sessel fallen und starrte ungläubig an die Stelle, an der die Meuchlerin verschwunden war. Eine Frau…der Assassine, welcher seit Monaten die Krieger Claiophas in Schach hielt war eine Frau….und ihre Augen…weißblau, wie die eines Schneewolfs auf Beutezug. Ihm lief es kalt den Rücken hinunter. Was ihn zusätzlich noch beunruhigte war, dass sie über latentes, magisches Potenzial verfügte. Ansonsten hätte er sie noch früher erwischt und sie hätte seinem Energieball nicht mehr ausweichen können.
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ilovebooks



Anmeldungsdatum: 09.07.2006
Beiträge: 52
Wohnort: schwabenland

BeitragVerfasst am: Mo Dez 27, 2010 10:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Kheldar hatte keine Zeit mehr zu verlieren. Er musste unbedingt Alarm schlagen. Dass es sich bei dem Assasine um eine Frau handelte, die dazu noch über magische Fähigkeiten verfügte, mussten die anderen Krieger unbedingt erfahren. Auf seinem Weg zu dem großen Versammlungssaal, dachte Kheldar über die Assassine nach. Er hatte, als sie gesprungen war, eine unglaublich starke Persönlichkeit gespürt. Das selbe hatte er erst bei einer anderen Person wahrgenommen. Maryelle hatte die selben Gefühle in ihm ausgelöst. Sie war eine außergewöhnlich starke Frau gewesen. Die Assassine, die er gerade in dem Zimmer überrascht hatte, hatte sich gegen seine Gedanken wehren können, er hatte sie zunächst nicht entdeckt. Anscheinend verfügte sie über eine Art Schutzschild, ähnlich dem seinen, nur dass sich ihres innerhalb ihres Körpers ausbreitete. Kheldar erschauderte als sich ein Gedanke in seinem Kopf festsetzte und nicht mehr loslies. War es etwa möglich? Konnte es wirklich sein, dass die Assassine, welche vor wenigen Minuten dem Energieball Kheldars ausweichen konnte mit Maryelle verwandt war? Am Ende wäre sie sogar noch ihre Tochter? Maryelles Tochter? Maryelle die Bekanntschaft unter dem Namen "Claiopha" errungen hatte?
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Mi Dez 29, 2010 2:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Marlon war sich nicht ganz sicher, ob er Greylir nicht einfach töten und ihm den Gegenstand abnehmen sollte. Das einzige Problem dabei war, dass Greylir der talentierteste Dieb war, den er jemals getroffen hatte. Vermutlich konnte er sogar aus der Hölle entschlüpfen und dem Teufel nebenbei noch seine Hörner klauen.
"Der Gegenstand, den du besitzt, ist nicht vollständig."
Der junge Mann grinste und seine strahlend weißen Zähne kamen zum Vorschein. "Ich weiß. Du willst also, dass ich den zweiten Gegenstand stehle?"
"Ja, genau das ist der Grund, aus dem du noch lebst. Weißt du, was der zweite Gegenstand ist?"
Greylirs kobaltblaue Augen zogen sich zusammen und seine Mine wurde plötzlich ernst. "Soweit ich weiß ein Schwert. Das hübsche Steinchen, welches ich entwendet habe, ist das Heft der Waffe. Warum willst du es? Es ist das Schwert des Zaubermeisters von Aloria. Für dich wäre es wertlos, du kannst ja noch nicht einmal mit einem Schwert umgehen." bei den letzten Worten glitt ein leichtes Lächeln über das braungebrannte Gesicht Greylirs.
Marlons dunkle Augen begegneten dem Blick des Diebes. "Das was ich dir hier sage, bleibt unter uns." er wartete, bis Greylir ernst nickte, ehe er fortfuhr. "Ich brauche dieses Schwert nicht, aber es ist eine Auftragsarbeit. Es winkt eine Menge Geld und der Umbruch der Herrschaft des Landes. Der Zauberer, welcher das vollständige Schwert besitzt, hat unbegrenzte Macht. Das ist einer der Gründe, aus denen dich die Krieger genauso gesucht haben, wie ich. Du kannst froh sein, dass dich Shadow zuerst gefunden hat. Wenn die Krieger dich gefunden hätten, würdest du wahrscheinlich jetzt schon im Hafenbecken treiben...mit dem Gesicht nach unten, versteht sich. Sie haben ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt."
Nun verstand Greylir die ganzen Überfälle auf ihn. "Das erklärt so einiges." murmelte er. "Es ist gut, dass ich den Stein nicht bei mir habe."
Der Herr der Gilde atmete tief durch. "Wo ist er?"
"Glaubst du wirklich, dass ich dir das jetzt sage? Dieser Stein ist meine Lebensversicherung. Wie soll ich in das Haus des Zaubermeisters gelangen? Ich bin ehrlich, Marlon, ich bin gut, aber soweit ich weiß, bewachen die Krieger Claiophas sein Anwesen und ich bin mir nicht sicher, ob ich da herum komme."
"Du wirst nicht alleine arbeiten. Ich stelle dir jemanden zur Seite, der mit den Kriegern sehr gut zu Recht kommt." Marlon lächelte. "Ich glaube, du kennst sie noch von früher. Du hast sie in die Familie gebracht."

Selene fluchte vor sich hin. Sie hatte zwei ihrer Dolche zurücklassen müssen. Solch ein Fehler war ihr noch nie passiert. Kheldar hatte sie zu sehr überrascht. Sie durfte sich nicht überraschen lassen. Ihre Ausdrücke wurden immer blumiger und ausgefallener, während sie durch die dunklen Gänge der unterirdischen Straße der Diebe ging, welche eigentlich die alte Kanalisation von Aloria war.
Ein Schatten löste sich aus einem Gang. "Du hast wahrlich einen abwechslungsreichen Sprachschatz für eine Frau." bemerkte Shadow und kassierte dafür einen frostigen Blick von Selene. "Soll ich dir deine schönen Messer wieder besorgen, mein Engel?"
Er hatte sie provoziert, er hätte mit den Folgen rechnen müssen, aber die Wucht mit welcher sie ihn packte und gegen die feuchte Wand drückte, hatte er nicht mit einberechnet. Eine glänzend schwarze Locke hatte sich unter ihrer Verschleierung gelöst und fiel ihr in das alabasterfarbene Gesicht. Ihre Augen sprühten regelrecht Funken. "Ich habe dir schon einmal gesagt, du sollst dich von mir fern halten. Ich werde es nicht noch einmal sagen." zischte sie, lies von ihm ab und ging mit langen Schritten weiter, während sie ihren Gesichtsschleier richtete.
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Lotti_Amidala



Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 2796

BeitragVerfasst am: Do Dez 30, 2010 4:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Greylir's Augen blitzten bei dem Gedanken an das junge Mädchen auf,von dem Marlon sprach.
Sein Mundwinkel verzog sich zu einem Grinsen und dann sah er Marlon an."Ah du sprichst von ihr."
Marlon nickte und sagte dann:"Ich sehe du erinnerst dich."
Greylir nickte zufrieden.Mit ihr würde die Zusammenarbeit leichter werden.Auch wenn er sich ziemlich sicher war,dass sie weniger begeistert sein würde.
Leute wie sie es war,arbeiteten nicht gerne im Team,doch in dieser Angelegenheit würde sie ohne ihn nicht klar kommen.
Sie war eine gute Kämpferin,wahrscheinlich sogar eine der besten,aber er war einer der besten Diebe.
In Erwartung auf den baldigen Bruch erzitterte er leicht.
Dann sagte er zu Marlon:"Wag es nicht einen deiner Mörder auf mich zu hetzen sobald du das Schwert hast.Denn dann bekommst du den Stein nie."
Marlon nickte und sagte dann:"Daran werde ich mich halten."
Greylir wusste,dass Marlon ihn töten würde,sobald er den Stein hatte,doch er würde dafür sorgen,dass er ihn nicht zu fassen bekam.
Er war schoneinmal vor vielen Jahren durch die Maschen des Netzes geklettert und verschwunden und im Fliehen und verstecken war er Meister.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: So Jan 02, 2011 2:33 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Wir treffen uns morgen mit Selene. Sei bitte pünktlich bei Sonnenuntergang hier. Ihr werdet eine Menge Vorbereitungszeit brauchen." Marlon wandte sich einem Brief zu und Greylir wusste, dass er nun entlassen war. Er packte sich seinen Seesack und verließ das Haus. Die Sonne war am aufgehen. Er hatte fast die ganze Nacht hier verbracht. Müde machte er sich auf den Weg zu einer Herberge. Er brauchte Schlaf. Aber er freute sich darauf, Selene wieder zu sehen. Greylir erinnerte sich noch genau daran, wie er sie von der Straße aufgelesen hatte. Eine dürre Bohnenstange mit verfilzten, schwarzen Haaren und schmutziger Haut. Danach hatte er ihr Gesicht nicht mehr gesehen. Sie war auf Grund ihrer Fähigkeiten sofort von den Assassine eingezogen worden.
Er betrat eine schmuddelige Herberge, warf dem Wirt eine Münze zu und stieg die Treppen zu den Gästezimmern hoch. Als er in seinem kleinen Zimmer angelangt war, öffnete er den Seesack und zog ein silbernes Kästchen hervor. Vorsichtig öffnete er es und betrachtete den sich darin befindenden, leuchtend blauen Stein eingehend. Er fragte sich, was daran so mächtig sein sollte. Er selbst hatte damals gedacht, es handele sich hierbei um einen Saphir, leider war er enttäuscht worden, als er im Hafen von Canaris versucht hatte, ihn zu verkaufen. Keiner wollte ihn, die meisten dachten, es handele sich hierbei um buntes Glas. Er schloss das Kästchen und sah sich in dem Zimmer um. Wenn Marlon gewusst hätte, dass er den Stein bei sich trug, hätte er ihn ihm sicher sogleich abgenommen. Nach einiger Zeit fand er eine lose Diele und verstaute seinen Schatz tief in den feuchten Sägespänen, welche sich dort befanden.

Als Kheldar zu IHR vorgelassen wurde, war er nervös. Zuerst sah er sie noch nicht einmal. Erst, als sie sich geschmeidig umdrehte, erkannte er sie und warf sich vor der Frau in dem silbernen Kettenpanzer auf den Boden. "Claiopha, es ist mir eine Ehre." sagte er und die kohlefarbenen Augen der alterslos wirkenden Frau blitzten belustigt.
"Wie kann ich Euch behilflich sein, Kheldar?" fragte sie mit ihrer rauchigen Stimme und wedelte dabei kurz mit der Hand, als würde sie Fliegen verscheuchen. Die Diener und Krieger, welche soeben noch um sie herum gestanden hatten, verließen eiligst den prächtigen Saal.
"Salomor ist tot. Die Assassine hat wieder zugeschlagen. Sie hätte mich ebenfalls beinahe erwischt...und sie hat latente, magische Kräfte."
Die Augen Claiophas glühten kurz auf. "Eine Frau? Eine Frau löscht nach und nach meine Krieger aus? Krieger, welche sich selbst aus unbesiegbar bezeichnen?" sie lachte trocken und ging auf ihn zu. Eine Aura der Macht umgab sie, als sie sich zu ihm runter beugte und sein Kinn anhob. "Bring sie mir. Lebend. Das sollte für dich nicht schwer sein. Du brüstest dich ja immer damit, dass du mein bester Krieger bist. Beweise es mir."
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ilovebooks



Anmeldungsdatum: 09.07.2006
Beiträge: 52
Wohnort: schwabenland

BeitragVerfasst am: Di Jan 18, 2011 11:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Greylir hatte den folgenden Tag mit Training verbracht. Er durfte auf keinen Fall bei seinem Auftragsgeber in Ungnade fallen. Außerdem hatte er in der langen Zeit auf See gelernt, dass man zwar im Team gut vorankam, aber dass er nur sich selbst trauen konnte. Er musste also bestens für den großen Schlag vorbereitet sein. Als die Dämmerung einsetzte, machte sie Greylir auf zu dem Treffpunkt mit Selene. Er war angewiesen worden in die Lagerhalle einer alteingesessenen alorier Reederei im Hafen zu kommen. Die Reederei befand sich natürlich im Besitz von Marlons "Familie". Der Seemann brauchte doppelt solang für die Strecke, wie er gebraucht hätte wenn er keine Haken geschlagen hätte. Nur zu Sicherheit, sagte er sich, als er Umwege durch enge, dunkle Gassen nahm. Was er nicht wusste war, dass er nicht alleine ging. Seit er die Herberge verlassen hatte, hatte sich ein unauffälliger aber bestechlicher Mann, besser gesagt Assassine an seine Fersen geheftet. Er versteckte sich den Weg über dort wo er seinem Namen nach am besten hinpasste. - In dem Schatten.
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Wenn ihr den letzten Baum gefällt, den letzten Fluss verseucht und den letzten Hirsch gejagt habt, erst dann werdet ihr merken, dass selbst eurer gutes Geld auf der Bank wertlos ist.
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Lotti_Amidala



Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 2796

BeitragVerfasst am: Do Jan 20, 2011 7:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Schließlich war er angekommen und sah sich forschend um.Bis jetzt konnte er rein gar nichts erkennen,also wartete er ab.
Ob Selene wirklich kommen würde?Vielleicht hatte sie ja etwas dagegen und sie würde einfach nicht auftauchen.
Angespannt wartete er und horchte in die Dunkelheit.Ein eisiger Schauer fuhr über seinen Rücken,auch wenn er nicht genau sagen konnte wieso.
Still verharrte er und sah sich immer wieder um.In jedem Schatten konnte jemand lauern,der ihn auslöschen konnte.
Greylir war ein guter Kämpfer,doch gegen einen Assasinen hatte er eine schwindend geringe Chance.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Sa Jan 22, 2011 12:05 am    Titel: Antworten mit Zitat

Der Vollmond schien hell vom Himmel und einzelne Schneeflocken fielen aus verstreuten Wolken, welche schnell über Greylir hinweg zogen. Es war eisigkalt und nur wenige Menschen waren draußen auf den Straßen. Vom Vollmond abgesehen war dies eine perfekte Nacht für einen Bruch in eine Lagerhalle. Greylir lehnte sich an die Holzwand und wartete. All seine Sinne waren bis zum Äußersten angespannt.

Selene wartete im Schatten der großen Lagerhalle und betrachtete den jungen Mann mit dem Dreitagebart und der von Salz und Sonne gegerbten und gebräunten Haut. Irgendwoher kannte sie ihn. Sie konnte ihn nicht ganz einordnen, bis sie seine Augen sah. Diese Kobaltblauen Augen gehörten Greylir. Dem Dieb, welcher sie vor einer gefühlten Ewigkeit vor dem Elend eines Straßenlebens gerettet hatte. Der Mann, welcher sie ihrer Berufung zugeführt hatte. Sie betrachtete ihn genauer und lächelte. Er sah gut aus, auch wenn seine Nase noch größer geworden zu sein schien. Sie sah sich genauer um und entdeckte Shadow nicht weit entfernt. War dieser Kerl denn überall? Sie fragte sich, für wen der Assassine derzeit arbeitete. Lautlos löste sie sich aus den Schatten und ging auf Greylir zu, welcher sie erst bemerkte, als sie bereits kurz vor ihm stand.

Der Dieb schreckte auf und starrte auf die schlanke Gestalt der Assassine, welche vor ihm stand. "Selene?" fragte er vorsichtig und die Frau lachte leise. "Ja, das bin ich. Ich glaube, wir habe eine Menge zu bereden. Allerdings sollten wir das an einem Ort, an dem die Wände keine Ohren haben." sie warf einen Blick in die Schatten, ehe sie ihre weißblauen Augen wieder Greylir zuwandte. Sie gab ihm ein kurzes Zeichen und zog ihn in eine dunkle Gasse des Hafenviertels. Shadow folgte ihnen. Er schien sie nicht ernst zu nehmen. Darüber würde sie sich mit ihm noch einmal ernsthaft unterhalten müssen...Eine Unterhaltung aus welcher nur einer lebend wieder herauskommen würde. Aber nicht jetzt. Sie zog Greylir in ein leerstehendes Haus, eilte die Treppe hinunter und führte den Dieb in ein Kellergewölbe und durch eine Geheimtür in einem alten Kellergewölbe noch zwei weitere Treppen hinab, ehe sie eine Eisentür hinter sich zu zog und das Schloss hörbar einrastete. "Hier sind wir ungestört." sagte sie ruhig bedeutete dem hochgewachsenen Mann, sich zu setzen.
"Nun, Greylir, wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Es ist ein Wunder, dass Marlon dich am Leben gelassen hat. Also musst du irgendetwas Wichtiges für ihn erledigen. Er hat zumindest so etwas angedeutet, bei dem ich dir helfen soll. Ehe ich das jedoch mache, brauche ich Informationen, um was es genau geht."
Greylir erzählte Selene alles, was er wusste und die junge Frau nickte nachdenklich, während sie Holz in dem gemütlich vor sich hinprasselnden Kamin legte. Der geheime Raum wäre durchaus schön gewesen, wenn er nicht so tief unter der Erde gelegen wäre.
"Wenn du in den Palast einbrechen willst, musst du dir zuerst einen Überblick verschaffen. So wie du derzeit aussiehst, werden sie dich noch nicht einmal annähernd in die Nähe lassen. Rasier und wasche dich und um himmelswillen, schneide dir deine Haare. Ich werde dir angemessene Kleidung besorgen und dir beibringen, wie du deine Gedanken für dich behalten kannst. Die Krieger Claiophas sind alles andere als harmlos. Sie sind fast alle Zauberer."
"Ich habe bereits den Stein gestohlen, erinnerst du dich?" bemerkte Greylir grinsend und Selene warf ihm einen unergründlichen Blick zu.
"Du warst ein Kind, keiner hat auf ein Kind geachtet. Außerdem war die Situation damals nicht ganz so angespannt, wie derzeit. Ich will dir nicht verheimlichen, dass ich eventuell etwas damit zu tun habe, dass die Krieger etwas vorsichtiger geworden sind, aber glaube mir, wenn du keinen ehrlichen Grund vorweisen kannst, wirst du noch nicht einmal in die Nähe des Schwertes kommen. In zwei Wochen ist das große Wintersonnenfest. Dies könnte unsere Möglichkeit sein. Bis dahin hältst du dich bedeckt und bleibst im Untergrund. Ich werde sehen, was ich für deine Tarnung tun kann."
"Du bist hart geworden." bemerkte Greylir und Selene sah ihn ruhig an. "Nein, Greylir. Ich habe mich nur der Welt angepasst."
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