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Algonquinn

 



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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2014 9:18 am    Titel: Algonquinn Antworten mit Zitat

Chilaili saß auf ihren Fersen und kaute nachdenklich an einem ihrer beiden hüftlangen, tiefschwarzen Zöpfe, während sie die Fremden beobachtete, welche sich am Fluss Schintao niedergelassen und große Wägen in einem dichten Halbkreis um das Lager aufgestellt hatten. Sie hatte schon von ihnen gehört, den Bleichgesichtern, allerdings wirkten sie auf Chilaili nicht so bleich. Nur ihre Haare waren sehr hell, teilweise hatten sie sogar die Farbe der Sonne. Die Männer trugen zumeist dichtes Haar im Gesicht und verbargen ihre Münder dahinter, während die Frauen in weite Röcke gekleidet waren, welche sie anheben mussten, wenn sie eine Anhöhe erklimmen wollten.
Chilaili fragte sich, warum sie sich so kleideten. War das weiche, etwas über das Knie reichende Büffellederkleid, welche sie selbst trug doch viel praktischer. Energisch warf sie den dicken Zopf, an dessen Ende sie soeben noch gekaut hatte über die Schulter nach hinten und fing nun an mit den Fransen ihrer weichen, kniehohen Lederstiefeln zu spielen. Man hatte ihnen gesagt, sie sollten sich vor den weißen Menschen fernhalten, sie waren gefährlich und besaßen Waffen welche kleine Metallkugeln tief in das Fleisch schießen konnten.
Auf Chilaili wirkten sie nicht gefährlich. Ein paar Frauen hatten sich zum Fluss begeben und angefangen ihre Wäsche zu waschen, ganz, wie es die Frauen ihres Stammes auch tun würden, nur dass die Frauen des Algonquin Stammes dabei singen und lachen würden. Allgemein wirkten die Fremden nicht sehr fröhlich.
Die ersten Bleichgesichter waren erst vor wenigen Monden an der Küste aufgetaucht, doch die Nachricht von ihrer Ankunft hatte sich bereits tief bis in das Landesinnere verbreitet. Sie beanspruchten Land, welches ihnen nicht gehörte und töteten Tiere, deren Fleisch sie nicht benötigten. Zumindest sagte man das.
Ein hochgewachsener Mann mit wirrem, sonnenhellen Haaren und hellbrauner Haut sprang aus einem der mit Planen überspannten Wagen und setzte sich einen seltsam geformten Hut mit weiter Krempe auf, wahrscheinlich um sich vor der Sonne zu schützen. Er richtete sich seinen Gürtel an dem an beiden Seiten eine Art Knüppel hinab hing und sah sich um. Sein Blick glitt adlergleich über die Umgebung und Chilaili lies sich flach auf den Boden hinter dem trockenen Gebüsch fallen, der ihr als Tarnung gedient hatte.
Erst als seine Augen weiter gewandert waren, ohne bei ihr zu stocken, merkte Chilaili, dass sie den Atem angehalten hatte. Was tat sie hier überhaupt? Vorsichtig robbte sie den Hang hinunter bis sie sich sicher war, dass man sie von der anderen Seite des Schintao aus nicht sehen konnte und lief leichtfüßig zu ihrem gescheckten Mustang, auf dessen sattellosen Rücken sie sich sogleich hinaufschwang und ihm die Fersen in die weichen Flanken schlug. Sie musste zurück zu ihrem Stamm und Hiamovi von ihrer Entdeckung erzählen. Er würde wissen, was zu tun war. Sie hoffte nur, dass er sie anhören würde.

Hiamovi saß im Schneidersitz in seinem Zelt und paffte an seiner langen, aus hellem Holz geschnitzten Pfeife. Sein wettergegerbtes Gesicht wies tiefe Falten auf und sein Haar war bis auf wenige schwarze Strähnen weiß wie der Schnee, der in zwei Monden kommen würde. Die Vorräte waren aufgefüllt, bald würden sie in das Winterlager weiterziehen, bis dahin wollte er Chilaili verheiratet wissen, sie brauchte eine starke Hand.
Er musterte den jungen Krieger vor sich mit zusammen gekniffenen Augen und blies den weißen Rauch in kleinen Kringeln in die Luft. "Was hast du mir anzubieten?"
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: Mo Aug 18, 2014 12:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was hast du mir anzubieten?
Watola hatte auf diese Frage gewartet und sich lange darauf vorbereitet. Doch jetzt, hier in diesem Zelt und unter dem prüfenden Blick Hiamovis, blieb ihm die Antwort im Halse stecken.
Was hast du mir anzubieten?
Jugend, könnte Watola antworten, aber niemand sollte ihn für einen Frischling halten. Kaum das Mannesalter erreicht, war der junge Hirocay-Kieger gezwungen gewesen, seinen Stamm gegen die feindlichen Irokesen zu verteidigen. Seine Feuertaufe bestand aus dem Blut und Sterben der eigenen Familie und einer Axt im Fleisch ebenso junger Männer, die für den Feind starben. Seither war er an vielen Scharmützeln beteiligt, die die Grenzen zwischen den Irokesen und seinem eigenen Stamm hin und her verschoben.
Was hast du mir anzubieten?
Jagdinstinkte, und zwar die Besten. Nie hatte Watola eine Fährte verloren, oder gar einen Pfeil verschwendet. Auch ließ er das Wild nicht leiden, sondern setzte seine Schüsse präzise und nahezu immer tödlich.
Was hast du mir anzubieten?
Kraft, Ausdauer, Mut, Geschicklichkeit, Schnelligkeit… Watola purzelten die Wörter durcheinander, doch keines von ihnen schien irgendeinen Wert zu haben. Es waren leere Hüllen aus warmer Luft. Hiamovis Blick ließ jeden seiner Gedanken zu Staub zerfallen.
Was hast du mir anzubieten?
Das Erbe meines Vaters. Der Häuptling der Hirocay lag schon seit vielen Monden im Sterben. Die dunkle Saat wucherte in ihm – er verfaulte von innen. Watola konnte die Tage nicht mehr zählen, die er an der Ruhestatt Hakotahs verbracht hatte. Starb der Häuptling, gingen alle seine Pflichten auf seinen Sohn über. Seinen einzigen Sohn.
Was hast du mir anzubieten?
Liebe…? Der Gedanke bohrte sich durch Watolas Eingeweide, wie ein Wurm. Etwas daran war falsch, so als gehörte dieses Wort nicht hierher. Hiamovis Tochter galt als schön. Eine strahlende Blume im eintönigen Weizenfeld. Aber um ehrlich zu sein, hatte Watola sie nie zu Gesicht bekommen. Nicht sein Herz hatte ihn diesen Weg beschreiten lassen, sondern die Pflicht seinem Vater gegenüber. Und seinem Stamm.
Was hast du mir anzubieten?
Gerade, da der junge Krieger den Mund öffnete um die Frage zu beantworten, drang Tumult von draußen herein. Stimmen redeten gegeneinander an und schließlich trat der Wirbelwind ein, der seine Frau werden sollte – Chilaili.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 1049
Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Mo Aug 18, 2014 2:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Chilaili ignorierte den Besucher des Häuptlings und fiel neben Hiamovi auf die Knie. Der Häuptling der Algonquin zeigte kaum eine Regung. Nur seine linke Augenbraue war merklich nach oben gerutscht. "Du hast bemerkt, dass ich nicht alleine bin?" fragte er trocken, doch die junge Frau winkte ab, als würde es sie nicht interessieren.
"Das ist egal. Ich habe wichtige Neuigkeiten…."
"Diese müssen eben warten." antwortete Hiamovi ruhig. "Geh hinaus und lauf um das Lager bis du dich wieder beruhigt hast."
Chilaili lief rot an und ballte ihre Hände zu Fäusten. Sie hasste es, wie ein Kind behandelt zu werden. Dann stand sie auf und ging zum Zelteingang, doch verließ sie es nicht, ohne sich noch einmal umzudrehen. "Die weißen Männer sind da." sagte sie mit leiser Stimme, sah dem Häuptling kurz in die dunklen Augen und warf dem jungen Mann, der sie mit großen Augen anstarrte einen skeptischen Blick zu, ehe sie wieder hinaus in das Sonnenlicht trat.
Hiamovi seufzte. "Ich weiß…" murmelte er. Er hatte nur gehofft, es länger vor seinem Stamm zurückhalten zu können. So wie es sich draußen anhörte, wusste nun jeder davon. Warum konnte Chilaili nicht einfach mal still und zurückhaltend sein, wie der Schneevogel, welcher ihr Namensgeber war.
Er erhob sich. "Wir müssen unser Gespräch vertagen." sagte er. "Komm morgen wieder und fühl dich so lange zu Hause." er trat an Watola vorbei hinaus in den Tumult.

Nootau erreichte zur gleichen Zeit wie Hiamovi die Versammlung, deren Mitte (mal wieder) Chilaili bildete. Respektvoll lies man die beiden alten Männer durch und schloss die Reihen hinter ihnen erneut, ohne, dass das aufgeregte Geplapper abebbte.
Nootau hob seinen, aus weißen, glatt polierten Holz bestehenden Stab, auf dessen Spitze, eingefasst von Federn und bunten Steinen, der Schädel eines kleinen Büffels saß. Sofort kehrte Ruhe ein und alle Augen ruhten auf den Medizinmann und dem Redestab. Nootau gab den Stab stillschweigend an Hiamovi weiter und dieser legte seine Hand auf die Schulter Chilailis.
Hiamovi sah von einem Stammesmitglied zum nächsten und am Ende zu der jungen Frau, welcher er diese Situation zu verdanken hatte.
"Wir werden nach Sonnenuntergang darüber reden. Solange bitte ich euch, Spekulationen und Erkundungen auf eigene Faust zu unterlassen. Ich will, dass keiner…ich betone: KEINER, das Lager verlässt, solange nicht geklärt ist, wie wir mit den weißen Männern umgehen." sein Blick fasste besonders Chilaili und Matunaaga ins Auge.
Der junge Krieger Matunaaga hatte den Griff seines Beils bereits fest umgriffen, während Chilaili ihre Hände erneut ballte. Diese beiden zusammen waren eine Katastrophe und dies war ein weiterer Grund, Chilaili bald einen Ehemann zu geben, der mit ihr umgehen konnte.
Er verließ mit Nootau zusammen den Platz und sie zogen sich in das Zelt des Medizinmannes zurück.

Jeromé Voltaire neigte seinen Kopf und berührte die Krempe seines Hutes kurz, als ihm eine Siedlerin entgegenkam und anlächelte. Bis jetzt war alles gut gelaufen. Er und seine Männer hatten die Siedler bereits den halben Weg zu ihrem Bestimmungsort gebracht. Bald würde er dieses gottverdammte Land und die dort wohnenden Rothäute wieder hinter sich lassen können. Es zog ihn in die Zivilisation zurück. Sein Blick glitt erneut über die leicht hügelige Landschaft. Überall konnten sie sich verstecken. Die Rothäute waren geschickt. Er hatte bereits zwei Gruppen Siedler durch andere Teile des neuen Kontinents gebracht und zweimal waren sie angegriffen worden. Halbnackte Wilde mit angemalten Gesichtern, teilweise rasierten Schädeln und schrecklichem Geschrei.
Jeromé musste zugeben, sie waren mutig und gute Kämpfer, gegen Gewehre und Pistolen konnten sie im offenen Kampf jedoch nicht viel ausrichten.
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Randall Flagg



Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: Fr Aug 22, 2014 10:09 am    Titel: Antworten mit Zitat

Watola wartete bis zur Stunde der Eule, ehe er das Lager im Schutz der Dunkelheit verließ. Den Bogen trug er über dem Rücken, an der Hüfte hing der gefüllte Köcher, ebenso wie das Tomahawk. Für seinen Besuch waren die Waffen nicht vonnöten gewesen, doch die Wälder waren voller Gefahren – seien es nun Tiere oder Menschen. Auch jetzt spürte der junge Krieger die Jäger um sich herum. Der Wald empfing ihn mit Schatten, mit dem Rascheln von Laub, wenn Waschbären ihre Streifzüge taten; mit dem Heulen des Uhus, der die Nacht begrüßt; mit dem knurrenden Hunger des Pumas, der seine Beute im Unterholz verfolgte. Sie alle hießen ihn willkommen inmitten ihres Territoriums, denn er war einer von ihnen. Trotz des spärlichen Mondlichts sah Watola jeden Ast, spürte jede Wurzel voraus und fand seinen Weg ohne jemals zu zögern oder gar zu straucheln. Und er musste sich beeilen, damit die Kunde von der Ankunft der Weißen rasch sein Dorf erreichte. Was Hakotah, sein Vater, dazu sagen würde, wusste Watola nicht. Womöglich überhaupt nichts, da die Fäulnis in ihm bereits all seine Sinne geraubt hatte. Dennoch musste eine Entscheidung gefällt werden.
Urplötzlich blieb er stehen und lauschte. Neben den Geräuschen des Waldes war ein weiteres zu vernehmen – Schritte. Leise und bedacht. Jemand schlich sich an ihn heran. Nein! Sie waren zu zweit.
Rasch, ohne Zeit zu verlieren, erklomm Watola den nächstgelegenen Baum und versteckte sich in dessen Krone. Lange musste er auf die zwei Schatten nicht warten, die sich vorsichtig näherten. Schließlich verharrten sie unschlüssig.
„Wir haben ihn verloren“, flüsterte eine männliche Stimme.
„Psst“, kam es als Antwort.
„Aber wenn ich es dir doch sage“, flüsterte der Mann zurück, „er ist nicht hier. Wir hätten…“
„Sei still!“, zischte jemand – eine Frau. War das etwa…?
Mit einem beherzten Sprung landete Watola zwischen den Schatten. „Warum verfolgt ihr mich?“
Der Mann sprang auf mit einem Beil in der Hand, doch neben ihm kam Chilaili aus den Büschen hervor. „Lass das, Matunaaga! Er ist kein wildes Tier.“
Der Krieger senkte seine Waffe. „Verzeih‘! Ich habe bloß… ich… war nur überrascht.“
„Wenn hier einer überrascht ist, dann ja wohl ich“, meinte Watola, der nun ebenfalls die Hand vom Griff seines Tomahawks nahm. „Warum folgt ihr mir?“
Chilaili ergriff das Wort. Sie warf ihren langen dunklen Zopf über die Schulter und wirkte im fahlen Licht sehr ernst.
… und schön, dachte Watola irritiert.
„Die Ältesten beraten gerade im Zelt meines Vaters, wie sie mit den weißen Leuten umgehen sollen. Doch ich glaube, keiner von ihnen hat auch je nur einen einzigen von ihnen zu Gesicht bekommen. Hast du, Watola?“
„Was?“ Sie kennt meinen Namen.
„Einen Weißen gesehen?“
Watola hatte schon oft gegen die Wilden aus dem Süden gekämpft, aber nie gegen jemand mit weißer Haut. Doch die Geschichten, die an ihn herangetragen wurden, waren beunruhigend. Sie handelten von Rauch und Feuer. Vom Donner und Tod.
„Ich ebenso wenig“, gab der Krieger namens Matunagaa zu. „Doch sie hier behauptet, einen ganze Gruppe gesehen zu haben. Davon will ich mich selbst überzeugen.“
„Komm mit uns!“, forderte Chilaili ihn auf und rauschte davon.
Matunagaa folgte ihr, doch nicht ehe er Watola noch entgegenrief: „Oder hast du Angst vorm Weißen Mann?“

Valerie wartete bis ihre Zeltgefährtin schlief und erst als Marions Atmung flach und gleichmäßig ging, schlug Val die Augen auf. Sie lugte über ihre Schulter hinweg, wo ihre Freundin im Dunkeln leise schnarchte. Erst jetzt wagte sie den Griff unter die Felle, auf denen sie ruhte, und ertastete das lederne Bündeln, welches ihr Nacht für Nacht Rückenschmerzen bescherte. Es war ihr größter Schatz, den sie die unzähligen Meilen von zu Hause bis hier her, mitten in die Wildnis, geschleppt hatte. Und nun musste sie sich endlich von ihm trennen.
Leise zog sie sich an und schlich aus dem Zelt. Der Nachthimmel erstrahlte wie tausend Diamanten über dem schlafenden Lager. Vom Fluss her drang leises plätschern und in der Mitte ihres Lagers knisterte noch ein Feuer, an dem sich die Männer zur Nachtwache wärmten. Valerie ging geduckt, das Bündel fest an ihre Brust gepresst, von Schatten zu Schatten; hielt inne, wenn sie meinte Schritte zu hören und stahl sich somit schließlich in den Wald. Als sie am Tage mit den anderen Frauen Feuerholz sammeln war, hatte sie bereits ein Versteck ausgekundschaftet. Eine markante Stelle, die sie später wiederfinden würde. So hoffte sie zumindest. In ein paar Wochen würde sie zurückkehren. Vielleicht auch erst in ein paar Monaten oder gar Jahren. Wie dem auch sei, sie konnte ihren Schatz nicht mehr mit sich herumtragen. Allmählich wurden die anderen misstrauisch, beäugten sie aufmerksam als spürten sie, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Wenn sie es herausfänden, würden Fragen gestellt werden. Woher sie das hätte? Ob es ihr gehöre? Wer sie wirklich sei…? Valerie lief schneller.
Obwohl sie sich den Weg gut eingeprägt hatte, war es sehr viel schwieriger ihn im Dunkel der Nacht wiederzufinden. Alles war schwarz, sowohl die Bäume als auch die Schatten zwischen ihnen. Doch das Schlimmste daran war: sie war nicht allein. Die Dunkelheit schien lebendig. Überall raschelte es, quiekte, summte, gackerte, schrie und knurrte. Rothäute sollten in diesen Wäldern leben. Wilde, die halbnackt über ihre Opfer herfielen, sie skalpierten und ihr Blut tranken. War da jemand hinter ihr?
Valerie ging in die Knie und schaufelte mit bloßen Händen ein Loch in den weichen Boden. Kalte Winde krochen von Norden heran, doch hier behielt die Erde noch einen feuchten Rest Wärme. Diese Stelle war so gut wie jede andere und nachdem sie das Bündel hineingelegt und alles wieder zu geschaufelt hatte, sprang Valerie auf und rauschte zurück in Richtung Lager so schnell ihre Füße sie trugen.
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Honeybunny



Anmeldungsdatum: 04.03.2006
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Wohnort: bei den Bienchen und Blümchen

BeitragVerfasst am: Fr Aug 22, 2014 12:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"Er ist hier um dich mit zu seinem Stamm zu nehmen." bemerkte Matunaaga leise, während sie Seite an Seite beinahe lautlos über den weichen Boden liefen und dabei automatisch trockene Zweige und andere Geräuschquellen mieden.
Chilaili wäre beinahe gestolpert. "Wie kommst du darauf?" fragte sie entsetzt.
"Welchen anderen Grund hätte er haben sollen, um mit Hiamovi zu sprechen?"
"Eine andere Frau? Wieso sollte er gerade mich haben wollen?" sie sah über ihre Schulter zurück und bemerkte, dass Watola ihnen folgte und schnell auf schloss. Er bewegte sich gut und hatte starke Schultern…schnell sah blickte sie wieder auf das was vor ihr lag. "Dort hinten, wir müssen nur noch auf den Hügel, sie haben ihr Lager in dem Tal dahinter aufgebaut."
"Dumm von ihnen. So wären sie leichte Beute für Angreifer." sagte Matunaaga kopfschüttelnd und ging auf das Ablenkungsmanöver ein.
"Oder schlau, denn so werden sie nicht schon von weitem bemerkt. Ich glaube, sie haben diese Stelle bewusst gewählt….RUNTER." sie riss ihren Begleiter mit einer Bewegung zu Boden, als ein Donnerschlag die Nacht erfüllte.
Watola hatte sich direkt hinter ihnen auf den Boden fallen lassen und sah sich nun neugierig um. "Was war das?" fragte er leise.
Die beiden anderen zuckten mit den Schultern.
"Lasst uns von hier aus vorsichtig vorgehen. Ich gehe voran, ich war bereits einmal hier…" sie hörten raue Stimmen und kurz darauf kamen drei hochgewachsene, bärtige Männer aus dem Holz. Sie lachten hart und unterhielten sich in einer melodischen Sprache. Einer von ihnen bückte sich nicht unweit von Chilaili entfernt und hob einen toten Wolf am Nacken hoch. Er lachte laut und lies das Tier wieder fallen. Ein zweiter klopfte ihm auf die Schulter und sie reichten sich eine kleine Flasche aus der die zwei tiefe Schlucke nahmen. Der dritte schüttelte den Kopf und lehnte das Getränk ab. Es war der Mann mit den Sonnenhaaren, den Chilaili bereits am Nachmittag gesehen hatte.
Er sagte etwas bestimmendes und nickte in Richtung des Lagers, gleichzeitig lies er jedoch seinen Blick durch den Wald gleiten. Augen in der Farbe klaren Wassers blitzten im Schein des seltsamen Lichtgefäßes, als er es hoch hob.
Ein Lächeln umspielte seine haarigen Lippen und er senkte das Licht wieder.

"Lasst uns gehen, ihr habt genug gespielt." sagte Jeromé bestimmend und nahm Mathis den Schnaps ab. "Ihr solltet nicht so viel trinken, wenn euch eine Rothaut betrunken überrascht, seid ihr euren Skalp schneller los, als ihr denken könnt…nicht, dass ihr schnell denken könntet…"
"Du bist ein alter Spielverderber." murrte Mathis und trat den Wolf mit seinen Stiefeln.
"Nimm ihn mit." befahl Jeromé.
"Wieso?" fragte Philippe widerspenstig.
"Weil wir nicht alleine sind du hirnverbrannter Idiot. Wenn ihr einen Moment eure Ohren und eure Augen aufgesperrt hättet, hättet ihr sie auch bemerkt. Nun nimm diesen verdammten Köter mit, wir können ihn im Lager verbrennen. Ich weiß aus Erfahrung, dass die Rothäute etwas dagegen haben, Tiere zu töten und sie einfach so liegen zu lassen. Außerdem glaube ich nicht, dass diese drei die einzigen sind, die sich hier aufhalten. Wir ziehen bei Tagesanbruch los."
Mathis und Philippe sahen sich mit großen Augen um.
"Nicht so auffällig ihr Schwachsinnigen." murrte Jeromé und schob sie in Richtung ihres Lagers. Noch bevor sie dort ankamen, sah er einen schlanken Schatten aus den Bäumen ins Lager huschen. Er schüttelte den Kopf. Eine Siedlerin, die mitten in der Nacht außerhalb des Lagers unterwegs war, war kein gutes Zeichen. Er verdrehte seine Augen Richtung Himmel und sandte ein Stoßgebet aus. Nur noch eine Woche. Bitte lass alles gut gehen, nur noch eine verdammte Woche.

"Dann ist es geklärt. Wir werden eine Gruppe unserer Krieger losschicken um sie zu beobachten. Sollte es ungewöhnliche Aktionen dieser weißen Männer geben, werden sie uns warnen." Hiamovi gab seine Pfeife an Nootau weiter, der einen tiefen Zug nahm und sie an einen weiteren der Ältesten weiter reichte.
"Jeder von uns wird einen Krieger nominieren." erklärte Nootau, als er den Redestab von Hiamovi zurück bekam. Er sah zu Hiamovi und dieser nickte. "Ich nominiere Matunaaga."
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Honeybunny



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BeitragVerfasst am: Mi Mai 20, 2015 1:23 pm    Titel: Antworten mit Zitat

„Deine Tochter wird mitgehen wollen.“ sagte Ahote und nahm einen Schluck Wasser aus seinem Holzbecher.
Hiamovi sah seinen Schwager schweigend an. Ahote war zusammen mit seiner Frau zu seinem Stamm gekommen. Er war weise, auch wenn er sich nie an die Regel des Redestabs hielt. Demonstrativ nahm der Häuptling den Stab seines Medizinmannes an sich. „Sie wird keine Zeit dazu haben. Ich werde sie mit Watola verheiraten und fortschicken. Es wird Zeit, dass sie ihren eigenen Stamm gründet.“
Ahote nahm ihm mit einem schiefen Lächeln den Redestab aus der Hand. „Kein Mann dieser Welt kann deiner Tochter etwas abschlagen, wenn sie es unbedingt will…sie ist so stur wie ein Büffel und Watola ist jung und unerfahren mit Frauen. Sie braucht einen erfahreneren Mann.“
„Wir werden sehen.“ brummte Hiamovi unwirsch. In der Tat hatte er bereits Anfragen von älteren Kriegern erhalten. Sogar aus seinem eigenen Stamm heraus und diese Männer sollten eigentlich wissen, was sie sich mit Chilaili einhandelten. Hiamovi war jedoch davon überzeugt, dass seine Tochter sich gegen eine Ehe mit einem älteren Krieger den sie auch noch kannte, wehren würde, und sei es mit Pfeil und Bogen oder Tomahawk. Watola erschien Hiamovi angemessen, er hatte etwas an sich, das seine Tochter interessieren könnte. „Lasst uns unsere Entscheidungen den anderen mitteilen.“

Chilaili atmete tief durch. „Er hat uns bemerkt. Irgendwoher wusste er, dass wir hier sind, man hat es ihm angesehen.“
Matunaaga nickte. „Die anderen beiden waren aber eher wirr im Kopf. Ich frage mich, wie sie den Wolf mit Donner töten konnten.“
Chilaili warf ihm einen belustigten Blick zu. „Das sind diese Metallkugeln, von denen sie uns erzählt haben. Weißt du noch? Zuerst ertönt ein Donnern und dann fliegt ein Geschoss durch die Luft und trifft sein Opfer.“
Matunaaga sah sie kopfschüttelnd an. „Das haben sie UNS nicht erzählt. Wer soll davon gesprochen haben?“
Chilaili lief rot an. „Dann war das vermutlich ein Gespräch im Zelt Hiamovis das ich zufällig mitbekommen habe…“
„Zufällig, was?“ Der Krieger schmunzelte. „Was du nicht alles zufällig erfährst….wir sollten zurück gehen und den anderen erzählen, das die Bleichgesichter tatsächlich solche Waffen haben. Sie sind gefährlich.“
Die junge Frau sah nachdenklich in die Richtung in welche die Fremden gegangen waren. „Ich weiß nicht…ich will mehr über sie erfahren…“ Matunaaga wusste, was dies bedeutete und ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. „Dann lass uns gehen….kommst du mit uns?“ fragte er Watola direkt.
Der Krieger er Hirocay schüttelte den Kopf. „Ich muss zu meinem Stamm und sie warnen, sie wissen noch nichts und ich will nicht, dass jemand unvorbereitet in die Arme eines Bleichgesichts läuft.“ Er nickte den beiden zu und verschwand lautlos im Unterholz.
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Honeybunny



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BeitragVerfasst am: Fr Jun 17, 2016 12:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Matunaaga und Chilaili folgten den drei Männern in großem Abstand und immer darauf bedacht, irgendeine Deckung zu haben. Kurz vor dem Camp auf dem Hügel, auf welchem Chilaili bereits am Nachmittag gewesen war, blieben sie auf den Bäuchen liegen und betrachteten das friedlich wirkende Lager. In der Mitte brannte ein großes Feuer und ein paar bärtige Männer mit langen Keulen über der Schulter patrollierten um die großen Wagen herum. „Es sind viele.“ bemerkte Matunaaga und wollte vorschlagen, dass sie zurückkehren sollten, aber da war Chilaili bereits geduckt weiter gelaufen. Er lächelte. Keiner würde ihm diese Frau wegnehmen, allen voran bestimmt kein Stammesfremder wie Watola. Er folgte ihr auf lautlosen Sohlen und so landeten sie bäuchlings unter einem der Wagen.
„Es stinkt.“ bemerkte Chilaili und rümpfte ihre Nase.
„Aber die Frauen sind hübsch anzusehen.“ bemerkte ihr Begleiter und deutete in die Richtung einer blonden jungen Frau, die sich gähnend umsah.
„Hübsches Aussehen ist nicht alles.“ giftete Chilaili und betrachtete ihrerseits den hellhaarigen Mann, den sie heute bereits zweimal gesehen hatte. Er sprach die junge Frau an und sie sah sich um, sagte etwas, deutete auf ihren Wagen, zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. Der Mann legte ihr eine Hand auf die Schulter und erwiderte etwas, was sie anscheinend beruhigte, denn sie kehrte sogleich zurück in den Wagen.
Chilaili nickte Matunaaga zu. „Ich habe für heute genug gesehen, beim Schlafen muss ich ihnen nicht zusehen.“ mit diesen Worten drehte sie sich um, passte die Lücke zwischen den Wachen ab und lief schnell bis zu dem hohen Graß, dass den Hügel bedeckte, um sich dort fallen zu lassen und hoch zu robben. Ihr Freund folgte ihr auf den Fersen.

Jeromé trommelte ungeduldig auf seine Oberschenkel, während er auf seinem Pferd saß und darauf wartete, dass sich eine Kolonne aus den Siedlern bildete.
„Was bist du so ungeduldig?“ fragte Mathis. Seine Augen waren gerötet und er trug ein gequältes Gesicht zur Schau. Er hatte am Abend zuvor definitiv zu viel getrunken.
Jeromé zündete sich eine dünne Zigarre an und schüttelte den Kopf. „Keiner von euch Blindschleichen scheint zu bemerken, dass wir seit gestern unter Beobachtung stehen. Wir müssen so schnell wie möglich weiter ziehen, ich weiß nicht, ob das hier ein friedlicher Stamm der Rothäute ist oder einer der kriegerischen. Ab hier wird keiner von euch mehr ein Tier töten, dass nicht getötet werden muss, verstanden. Keine Adler schießen, keinen Wolf jagen und keine Büffel töten. Sorg dafür, dass die Siedler weiter in die richtige Richtung ziehen, ich werde mich etwas umsehen. Und trödelt nicht.“
Mit diesen Worten wendete er sein Pferd und ritt aus dem Tal auf den Hügel, auf dem er am Abend zuvor zwei Schatten verschwinden hatte sehen. Dort saß er ab und sah sich um. Das kleine Wäldchen hinderte ihn daran viel weiter zu sehen und er vermutete das Dorf der Indianer dahinter. Er stieg wieder auf und ritt in Richtung des Flusses, der sich in großen Kurven in Richtung Wald schlängelte. Er ritt eine Weile an dessen Ufer entlang bis zur Waldgrenze, dort band er sein Pferd an und begab sich lautlos in das Unterholz. Keine hundert Meter weiter blieb er stehen, drehte sich im Kreis, ging langsam weiter und stürzte sich dann ins Gebüsch. Was er dort fand, war einer Wildkatze sehr ähnlich. Zumindest von den Krallen her. Die Rothaut stieß ihn von sich weg und trat ihm dorthin, wo es am meisten wehtat. Fluchend rollte er sich zur Seite und sah seine Gegnerin an. Sie war hochgewachsen, schlank und…überraschend schön. Ihre mandelförmigen Augen funkelten und in ihrer Hand war eines dieser Rothautbeile aufgetaucht. Tomahawk. Aus einem ihrer Stiefel ragte der Griff eines langen Messers heraus. Er hob seine Hände und räusperte sich.
„Warum folgst du mir?“ fragte er in seinem besten indianisch und hoffte, dass sie diesen Dialekt verstand.
Sie zog ihre Augen zusammen, formte seine Worte lautlos mit den Lippen und legte den Kopf schief, dann nickte sie.
„Du sprichst wie die Irokesen…ich nicht gut in ihrer Sprache, ich aber verstehen.“ sagte sie langsam. „Ich dir nicht folgen, ich dich beobachten. Du Fremder, du anders, wie die, die dir folgen. Wir wissen wollen, was ihr hier wollt. Woher kommen…“
Sie steckte den Tomahawk zurück in den Ledergürtel um ihre Taille und hob die Hände, wie er es zuvor getan hatte. „Ich dir nichts tuen. Mein Name Chilaili, ich Tochter von Hiamovi, von Stamm der Kichesipirini.“
Jeromé sah sie überrascht an, sah sich dann aber um. „Du bist nicht alleine…“
Sie lächelte und sagte etwas in scharfem Tonfall. Es war ein melodischerer Dialekt als der von den Irokesen. Kurz darauf tauchte ein weiterer Indianer hinter einem Busch auf. Er hielt einen gespannten Bogen in der Hand, dessen Pfeil auf Jeromés Herz zielte.
Wieder sagte Chilaili etwas und der Mann senkte zögernd seine Waffe.
„Das ist Matunaaga. Sohn des Nootau.“ sie klopfte auf ihr Herz. „Freund.“
Jeromé nickte und atmete tief durch. Es war eine brenzlige Situation. Eine Situation wie er sie hatte vermeiden wollen. „Mein Name ist Jeromé Voltaire. Ich komme aus einem Land weit weg von hier. Es liegt viele Tagesreisen entfernt hinter dem großen Wasser. Wir wollen hier siedeln und leben. Friedlich.“
„Das hier unser Land. Nicht das eure. Wo wollt ihr siedeln?“ fragte die junge Frau mit schiefgelegtem Kopf, während Mantunaaga ihn kritisch begutachtete. Er schien kein Wort zu verstehen.
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BeitragVerfasst am: Do Aug 11, 2016 7:19 am    Titel: Antworten mit Zitat

„Wir wollen in einer Gegend siedeln, die ungefähr sieben Tagesmärsche von hier entfernt am großen Fluss Ottawa liegt.“
„Großer Fluss heißt Kitchissippi. Kein Ottawa.“ entgegnete die junge Frau ernst.
Jeromé atmete tief durch. Das würde schwieriger werden, als er dachte. Er bückte sich und nahm einen Stecken auf, ehe er den Boden glättete und den Weg, den sie gehen würden, aufzeichnete. Er rammte den Stecken an einer Stelle in den Boden. „Wir sind hier.“ erklärte er und nahm einen Stein auf, den er an eine weiter entferntere Stelle am Fluss legte. „Und hier wollen wir hin. Das ist das Sankt Lorenz Tal am Sankt Lorenz Strom.“
„Kaniatarowanenneh.“ berichtigte Chilaili und ging neben ihm in die Hocke um auf die Gegend um den Stein zu zeigen.
Großer Wasserweg…Jeromé musste lächeln. Indianer waren einfach, was ihre Namen und Bezeichnungen anging.
Matunaaga war näher gekommen und betrachtete die grobe Karte mit schräggelegtem Kopf. Dann deutete er mit einem Pfeil auf einen Punkt nicht weit vom Sankt Lorenz Tal entfernt. „Irokesen hier…“ er deutete auf einen weiteren Punkt. „Und hier. Nicht Land für euch. Gefährlich.“
„Irokesen? Ich dachte diese sind weiter weg? Unsere Spähtruppen haben gesagt, das Gebiet sei unbewohnt und sicher.“
„Irokesen kommen und nehmen unser Land. Große Probleme….das….“ Matunaaga deutete auf das Sankt Lorenz Tal „unser Land. Irokesen kommen und töten unsere Familien, nehmen Land für sich. Irokesen hinterhältig, nicht offen kämpfen, töten Kinder, entführen Frauen.“
Der hellhäutige Mann strich sich durch sein sonnenblondes Gesichtshaar und wirkte nachdenklich.
„Wenn wir die Irokesen verjagen….können wir dort siedeln? In Frieden? Wir können auch Handel betreiben.“
Der Krieger lachte bitter. „Wie ihr wollt Irokesen vertreiben wenn wir es nicht schaffen? Wir gute Krieger, Irokesen sehr viel mehr Krieger….“ Chilaili hob eine Hand und sah Jeromé direkt in die Augen. Es kam ihm so vor als würde sie direkt in seine Seele blicken.
„Hiamovi muss entscheiden. Du mitkommen.“ stellte sie fest, erhob sich und ging. Jeromé zögerte, bis sie sich umdrehte und ihn mit hochgezogener Augenbraue ansah, dann folgte er ihr. Der Krieger ging direkt hinter ihm.

„Bist du des Wahnsinns?“ Matunaaga hatte den Fremden nach einer Weile überholt und schritt nun neben Chilaili. „Wie sollten diese Menschen die Irokesen besiegen können? Wir müssen uns mit anderen, mächtigen Stämmen verbünden. Du….“ er verstummte.
„Ich muss heiraten.“ beendete sie seinen Satz und funkelte ihn an. „Ich weiß. Aber ich weiß auch um die Gerüchte, die diese Menschen umgibt. Sie töten aus weiter Entfernung mit diesen….Knüppeln. Du hast gesehen wie schnell der Wolf gestorben ist. Hiamovi und Nootau werden wissen, was zu tun ist.“
„Unsere Väter sind auch nicht allwissend.“
Chilaili verdrehte die Augen. „Aber sie sind älter als wir und wissen mehr. Vater wusste von den weißen Männern, er war nicht überrascht, als ich es ihm gesagt habe. Nootau wusste es ebenfalls, sowie vermutlich alle der Ältesten.“

Jeromé musste sich beeilen, wenn er mit den beiden Indianern Schritt halten wollte. Sie bewegten sich schnell und beinahe lautlos durch das Unterholz und schienen sich dabei zu streiten. Er konnte nur wenige Worte verstehen, aber die Worte heiraten und töten waren deutlich gewesen und nun drehte diese atemberaubend schöne Frau sich zu ihm um und bemerkte in einem abfälligen Ton, dass er so laut und langsam war wie ein verletzter Büffel auf der Flucht. Er blieb stehen.
„Wie weit ist es noch? Ich kann meine Leute nicht den ganzen Tag alleine ziehen lassen. Sie werden mich suchen.“
Der Krieger antwortete barsch. „Nicht mehr weit, du musst schneller gehen, dann du schneller zurück.“
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Es lebe die Versultheit und ein Hoch auf Kokostanien!
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