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Aus der Kategorie „Satire“ (Kurzgeschichten):

Bewertung / Kommentare (5):
(Durchschnitt 1.2 - 5 Benotung/-en)
Die Geschichte wurde 3204 mal gelesen.


Norbert Wittke

Das verschwundene Lachen

 
Es war einmal eine große, große Stadt, die jede Menge Geschichte hinter sich
hatte, aber kaum noch eine Zukunft vor sich sah.
 
Die Bürger dieser Millionenstadt weinten bitterlich. Ihre Vorfahren, reich  an
Intelligenz und Ideenreichtum, hatten so vieles geschaffen: Den Karneval,
das viel geliebte Kölsch und den berühmten Klüngel.
 
Aber alles reichte nicht mehr aus, um die Menschen in dieser Stadt glücklich
zu machen. Der Karneval mit seiner Session war immer viel zu kurz.
Korrupte Politiker steckten ihre Taschen voll und verursachten immer mehr
Armut. Man wusste bald nicht mehr wie man alle Ausgaben aufbringen konnte.
 
Da hatte man in der Politik doch einen Einfall. Eine Vergnügungssteuer für
Kultur- und Sportveranstaltungen musste her. Von den Mehreinnahmen
sollte das Schicksal der Menschen in dieser Stadt wieder freundlicher ge-
staltet werden.
 
Aber die Veranstalter und Vereine rauften sich die Haare  und stöhnten und
stöhnten. Die Besucher blieben fern. Die Bürger hatten noch weniger zu lachen.
Man überlegte und besann sich.
 
Man schaffte diese unsinnige Steuer wieder ab. Die ersten Menschen, die Ver-
anstalter, die nicht nach Leistung bezahlten Profisportler, die Künstler aller
Sparten fingen als erste wieder an zu lachen.
 
So übertrug es sich auf fast alle Bürger. Nur die Politiker waren noch sehr traurig.
Um auch wieder das Lachen zu spüren, beschlossen sie durch neue Kredite
ihre Bezüge zu erhöhen. Schließlich sollten doch alle glücklich werden. Und
das Volk gönnte es ihnen von Herzen.
 
So leben sie nun alle in einer frohen, lachenden Stadt ohne Probleme. Und sollten
wieder welche auftreten, wird man sie einfach nicht zur Kenntnis nehmen.
 
So schlafen Nacht für Nacht alle ruhig in ihren Betten und träumen und träumen......
Alles wird gut gehen bis wieder ein Politiker kommen wird und die Träume be-
steuern will.
 
Gute Nacht. Ruht sanft. Schöne Träume bis zum Erwachen. Alles wird wieder gut.




Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diese Geschichte liegen beim Autor (Norbert Wittke).
Die Geschichte wurde auf Wunsch von Norbert Wittke auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.12.2005. - Infos zum Urheberrecht




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