Aus der Kategorie Science-Fiction (Kurzgeschichten):
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Karl Bednarik
Todeszonen
Nur Todeszonen können Kohlenstoffsenken sein:
Sinken abgestorbene Algen auf den Meeresboden, werden
sie von Bakterien zersetzt.
Dabei wird Sauerstoff O2 verbraucht und der Sauerstoffgehalt
des Wassers sinkt.
Solange noch Sauerstoff vorhanden ist, verarbeiten die
Bakterien und auch alle tierischen Lebensformen (Zooplankton)
alle Kohlenstoff-Verbindungen zu Kohlendioxid CO2, so daß
die photosynthetische Arbeit der Algen völlig vergeblich war.
C6H12O6 + 6 O2 = 6 CO2 + 6 H2O
(C6H12O6 Glucose dient nur als Beispiel.)
Sobald aber kein freier Sauerstoff mehr vorhanden ist,
gibt es nur noch die anaerobe Gärung, bei der sich immer
mehr wasserstoffreiche und sauerstoffarme Kohlenstoff-
Verbindungen am Meeresgrund ablagern, und von Sedimenten
bedeckt werden.
C6H12O6 = 3 CO2 + 3 CH4
(C6H12O6 Glucose dient nur als Beispiel.)
Im tiefen, kalten Ozean wird das entstehende Methan CH4
als festes Methan-Hydrat CH4 * 5,75 H2O gebunden.
CH4 + 5,75 H2O = CH4 * 5,75 H2O
Nur auf diese Weise kann man das Kohlendioxid dauerhaft
aus der Atmosphäre entfernen.
Die sauerstoffarmen Bereiche des Ozeans werden auch als
Todeszonen bezeichnet.
Nur diese Todeszonen können die erwünschte Kohlenstoffsenke
sein, denn die Anwesenheit von Sauerstoff würde diesen
Vorgang verhindern.
Die Todeszonen entstehen zum Beispiel in der weiteren
Umgebung von Flußmündungen, wenn zu viel Dünger in das
Meer gespült wird (Eutrophierung).
Normalerweise gibt es in der Nähe der Oberfläche eine
sauerstoffreiche Algenblüte.
Die sauerstoffarmen Todeszonen beginnen erst in den
tieferen Wasserschichten, wo kein Licht für die
Photosynthese der Algen hin kommt.
Die Todeszonen sind nicht wirklich tot, denn dort
leben große Mengen an anaeroben Bakterien.
Falls der pH-Wert absinken sollte, dann zerfällt das
Calciumcarbonat CaCO3 von zum Beispiel Muscheln oder
Korallen zu Calciumsalzen und freiem Kohlendioxid.
CaCO3 + 2 HX = CaX2 + H2O + CO2
(X soll irgend einen Säurerest darstellen.)
Bei hohen Kohlendioxidkonzentrationen entsteht vor
allem das wasserlösliche Calciumhydrogencarbonat Ca(HCO3)2
das früher auch als Calciumbicarbonat bezeichnet wurde.
CaCO3 + CO2 + H2O = Ca(HCO3)2
Aber das im tiefen, kalten Ozean gebundene feste Methan-
Hydrat wird durch niedrigere pH-Werte nicht zersetzt.
Was die Korallen genau machen:
Sie wandeln das wasserlösliche Calciumhydrogencarbonat
Ca(HCO3)2 in das wasserunlösliche Calciumcarbonat CaCO3 um:
Ca(HCO3)2 = CaCO3 + CO2 + H2O
Um mehr Kohlendioxid in Form von Calciumcarbonat ablagern
zu können, muß von der Verwitterung mehr Calciumsilikat
CaSiO3 in das Meer gespült werden.
CaSiO3 + CO2 = CaCO3 + SiO2
Calciumdüngung:
Dieser Kalk darf aber nicht aus Calciumcarbonat CaCO3,
also Kalkstein, bestehen, weil in diesem das Kohlendioxid
CO2 bereits enthalten ist.
Dieser Kalk darf auch nicht aus Calciumcarbonat hergestellt
worden sein, wie Calciumoxid CaO, gebrannter Kalk, oder
Calciumhydroxid Ca(OH)2, gelöschter Kalk, weil dann bei der
Herstellung mindestens die gleiche Menge Kohlendioxid frei
wird, die er/es dann später wieder binden kann.
In Frage käme vielleicht Calciumsilikat CaSiO3, Wollastonit,
wenn man es/ihn sehr fein zerkleinert, um seine Oberfläche
zu vergrößern.
Calciumsilikat stellt auch Kieselsäure SiO2 für die
Kieselalgen zur Verfügung.
Und an Land:
Wenn man Wälder anpflanzt, um das Kohlendioxid zu binden,
dann stellt sich die Frage: "Wohin mit dem Holz?
Natürlich darf man das so gewonnene Holz niemals verbrennen,
und ebenso darf man dieses Holz auch niemals verrotten,
verfaulen, oder sonstwie verstoffwechseln lassen.
Bei der Herstellung von Bauteilen und Chemieprodukten aus
diesem Holz riskiert man, daß nach einiger Zeit obgenanntes
dann doch noch passiert.
Am besten wäre es, das Holz möglichst tief zu vergraben,
eventuell erst nach einer Umwandlung zu Holzkohle, die
man dann zu Briketts preßt, um ihr Volumen zu verringern.
Irgendwie erinnert mich das an die alten Kohlelagerstätten.
Vielleicht könnte man die Braunkohle-Tagbaugruben damit auffüllen.
Spätere Generationen könnten dann mit diesen neuen
Kohlelagerstätten unseren Fehler wiederholen.
Anmerkungen von Karl Bednarik zur Kurzgeschichte:
Wenn man Holzkohle, also pyrogenen Kohlenstoff, in den Ackerboden einbringt,
dann entsteht die besonders fruchtbare schwarze Erde, also Terra preta.
Das liegt daran, dass die zahlreichen feinen Poren der
Holzkohle Wasser, Luft und Nährstoffe speichern können.
Im Gegensatz zu den meisten Kohlenstoffverbindungen, ist die Holzkohle
selbst biologisch nicht abbaubar und bleibt daher im Boden erhalten.
Kohlenstoff aus der hydrothermalen Karbonisierung ist
zur Bildung von schwarzer Erde viel weniger geeignet.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diese Geschichte liegen beim Autor (Karl Bednarik). Die Geschichte wurde auf Wunsch von Karl Bednarik auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank! Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte. Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.04.2009. - Infos zum Urheberrecht
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