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Aus der Kategorie „Reiseberichte Allgemein“:

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Norbert Wittke

Die Handyseuche


Demnächst wird von der Medizin her nach langen Forschungen ein neues Krank-
heitsbild etabliert. Die Handyseuche geht überall in der Welt um. Macht erforderlich,
dass Suchtkliniken zur Bekämpfung eingerichtet werden müssen. Diese Krank-
heit ist gleichzusetzen mit Spielsucht, Alkohol- und Drogenabhängigkeit und
Rauchen.

Im Urlaub in Portugal konnte ich das besonders gut beobachten. Dort ist die Aus-
breitung der Krankheit schon mehr fortgeschritten als bei uns.Ob Kinder, Erwachsene
aller Altersklassen, jeder läuft mit mindestens einem Handy in der Hand durch die
Gegend. Dabei schauen sie immer wieder drauf, als wenn jede Sekunde ein Anruf
kommen müsste.

Man fühlt sich wohl so gefragt, um mit dem Handy seine Nichtigkeit in Wichtigkeit
umzuwandeln. Man ist ja wer.
Dann überall das penetrante Läuten, ob beim Einkauf, im Bus, in den Cafés,
und Speiselokalen.

Telefonieren während der Fahrt mit dem Handy in der Hand ist dort bei hohen
Bußgeldern verboten. Selbst bei Stillstand im Stau ist es dort nicht erlaubt.
Trotzdem fährt jeder zweite Autofahrer mit einer Hand am Steuer, in der anderen
sein Handy. Selbst Fahrrad Fahrer telefonieren freihändig fahrend.

Die Busfahrer der dortigen Buslinien telefonieren dauerhaft während der Fahrt.
Manche haben sich sogar schon Freisprechanlagen eingerichtet.  Der Zustieg
und das Abkassieren der Fahrgäste lässt sie nicht das Gespräch unterbrechen.
Da wohl alle von der Seuche befallen sind, stört es auch keinen Portugiesen.

Mit einer Hand nur am Steuer werden die vielen Hindernisse im Straßenbereich
umfahren. Auf einer Fahrt telefonierte der Busfahrer 40 Minuten am Stück.
Wahrscheinlich verhandelte er mit einem Agenten aus Hollywood, der ihn da
heraus holen wollte.Aber Polizisten schreiten kaum mal ein, weil sie durch
ihr eigenes Telefonieren abgelenkt sind.

Wenn in den Bussen dann drei Portugiesen gleichzeitig ihr Handy benutzen
und ihre Stimme ins Schrille steigern, dann kann es den eigenen Ohren doch
sehr weh tun. Auf den Gehwegen wird man von Passanten bald um gerannt,
die beim Laufen eine SMS schreiben und sich voll darauf konzentrieren.
Ihre Umwelt ist dann für sie völlig Tabu.

Zurück in Deutschland habe ich dann erfahren müssen, dass wir hier sehr stark
beim Aufholen sind. Im Auto telefonieren und mit einer Hand steuern ist fast
selbstverständlich.Dafür spart  man den Aufwand für den Blinker ein. Völlige
Konzentration auf das Gespräch ist angesagt. Warum fahren und laufen auch
andere auf den Straßen herum und stören einen beim Telefonieren?

Nach meinen Beobachtungen mache ich den Vorschlag, alle diese Leute in
eine Suchtklinik einzuweisen. Dann herrscht wieder freie Fahrt auf den
Straßen. Auch beim Einkauf und in den öffentlichen Verkehrsmitteln
herrscht wieder angenehme Ruhe. Man kann dann höchstens bemerken,
dass die Gespräche offline dann wieder zunehmen. Da sieht man seinen
Gesprächspartner ja auch.

11.04.2010             Norbert Wittke

 




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Die Geschichte wurde auf Wunsch von Norbert Wittke auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.04.2010. - Infos zum Urheberrecht




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...doch man schweigt... Ist ein Gemeinschaftswerk von Menschen, welche sich seit 2005 für Betroffene im Hartz IV und SGBII engagieren. Sie erleben Ausgrenzung, Schikanen, Sanktionen bis hin zu Suiziden von vielen Freunden aus eigenen Reihen, welche für sich keinen anderen Ausweg mehr sahen. Die Autoren versuchen in ihren Episoden und Gedichten das einzufangen, was das Leben zur Zeit für fast 10 Millionen Menschen birgt. Der Erlös des Buches geht zu 100% an den Verein Soziales Zentrum Höxter e.V., da wir wissen, hier wird Menschen tatsächlich geholfen.

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