Aus der Kategorie Autobiografisches (Kurzgeschichten):
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Tilman Otto Wagner
dann
in deinen augen schimmert die hoffnung eines noch nicht erhaschten höchstgefühls wir sind als paar und liebende auf dem weg in eine zukunft die verspricht zu sein die verspricht unser zu sein so wie der zarte flügelschlag eines schmetterlings der noch nicht gelernt hat zu fliegen die verwobenen glücksgefühle das gefühl des seienden in deinen augen lese ich meine zukunft so wie du in meinen augen liest die vergangene zukunft und zukünftige vergangenheit ein versprechen der zuversicht
A.s Augen streiften seinen Blick in einem Anflug von zärtlicher Verführung. T. stand im Türrahmen und versuchte seinem Herzen zuzuflüstern: "Welch magische Ironie!" Dann traten sie über die Türschwelle in einen Raum ein, wo Zeit und Emotion zu einer Einheit verschmolzen waren. Eine gesprächsduchtriefte Nacht. Dann ein anderer Tag. Dieses Mal sollten es Worte werden, und auch ein Kuss. Ich streifte verloren ihren zarten weißen Fuß auf der Suche nach einem Augenblick von Wahrheit. Jene geselligen Nächte schienen ihre Zweisamkeit zu durchdringen. Als jene Passanten aus der Zukunft wurden Zeugen eines wachen Moments. Ihre sanften Finger berührten sich nun im roten Schimmer des Schlafgemachs. Du sagtest: "Sei doch bitte nicht albern!" Ich meinte: "Wenn ich es wäre, würde es dir gar nicht auffallen:"
VORHANG AUF
1. Akt (Wien)
A: Ich würde so gerne das Meer sehen.
T: Liegt dieses zaghafte Wien denn nicht am Meer?
A: Ist doch Quatsch. Meer und mehr zu den Sternen sehen. Und was wird aus meinem Stern?
T: Ich bin dabei, diese emotionslose Wissenschaft davon zu überzeugen, dass ein edelmutiger Asteroid wohl kaum unsere Galaxie wird durchstreifen können, ohne mal kurz anzuhalten.
A: Immer mehr vom Meer sehen. Das sagte ich doch.
T: (in einem Anflug von Ironie) In Slowenien, oder etwa in Kroatien?
A: Du bist doch gar nicht ernst. Ich werde gehen. Ich werde fahren.
A. steht auf, schnappt sich einige herumliegende Sachen und tritt über die Türschwelle hinaus, in einen Raum voller Versprechungen.
T. bleibt sitzen und denkt nach. Er denkt nach. Nach und nach kommen die Zweifel auf. Doch er weiß, dass es diesmal nur ein Hauch von Ironie ist. Nacht. Schlafen und träumen. Vielleicht vergessen.
VORHANG ZU
VORHANG AUF
2. Akt (Graz)
T. steigt aus dem Zug aus. Er spaziert durch die bunten Gassen einer Stadt hindurch, welche bloß atmet und denkt.
Eine Stadt.
A. hebt ab. Sie wollte noch Kaffee trinken.
A. und T. sitzen in einem Lokal und trinken. Gespräche über Bildung, Theater und Stadtluft.
Abend dann. So wie das Gefühl der anderen.
A. malt und malt. Wand.
Blumen und Töpfe. Dann einkaufen.
Nahrung.
A: Du wolltest doch früher hier sein.
T: Du wolltest doch später mich daran erinnern.
Sie küssen sich und schlafen ein.
Stille. Unerreichtes Paradies!
VORHANG ZU
VORHANG AUF
3. Akt (irgendwo)
A: Sind wir nun endlich da?
T: Unendlich genau.
A: Außerhalb des inneren Bereichs. Zeit-Raum-Ort-Bewusstsein. Doch sein, und auch …
T: Genau.
Z E I T
Sommer ist endlich da. 2012 ist das Jahr, das wir schreiben. Nun kommen zwei Menschen zusammen. Es ist Liebe. A. und T. sind ein glückliches Paar. Sie teilen Hab und Gut. Immerfort ein Vertrauen aus Titan zueinander. Frühjahr 2012 sollte ihre Beziehung bestimmen. Liebe auf den ersten Blick. Durch dick und dünn, Vertrauen und gegenseitiger Respekt. Jawohl, so soll es sein. Heiligtum und Brauchtum. An der Reibungsfläche zwischen Tradition und Innovation denken und leben sie: Astrid und Tilman. Sie sind erwachsen geworden. Geläutert durch unendliche Erlebnisse und Bekenntnisse. Nun steht ihrem guten Leben nichts mehr im Wege. Auch die Zukunft wird versiegelt durch ein heiliges Versprechen. Heirat steht bevor. Eine Hochzeit mit all den guten Dingen, die dazugehören, fernab des Straßenlärmes und der alltäglichen Stresskausalität. Frohen Gemütes und guter Laune telefonieren, skypen und facebooken sie täglich, um ja nicht eine so starke Liebe entschweben zu lassen. Und wie alles begann? Es war Zufall. Das Internet sollte Astrid und Tilman zusammenbringen. Nach einigen turbulenten Wochen in Österreich, um genauer zu sein - Wien und Graz – fanden sie zueinander. Gemeinsamkeiten gibt es viele: Liebe zum Detail, Liebe zur Kunst, Liebe zur Sprache und Schrift, Liebe zum Leben, Liebe zur Poesie, Liebe zum Geld, Liebe zur Natur, Liebe zur Vernunft, Liebe zur Logik, Liebe zum Reisen, Liebe zur Schönheit etc. Lebensbejahende Gefühle. Genau. Verlobt, verliebt, verheiratet in Bälde. Erneut in Wien. 7. Juni 2012. Es fühlt sich gut an, wenn Liebe heimelig ist. Liebe Freunde gewähren Unterkunft und fahren nach Wiener Neustadt, um an einem Symposium zum Thema „Die Zukunft der Klöster“ teilzunehmen. Wie gut sich das doch anfühlt. Elektrisierende Sonnenstrahlen fallen sanft gen Wohnung.
Dann sagt Astrid: „Pak!“
Darauf Tilman: „Sitten?“
Dann Astrid: „Puis …“
Darauf Tilman: „Toen.“
Dann Astrid: „Then …“
So unterhalten sie sich tagein, tagaus.
JUNI 2012
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diese Geschichte liegen beim Autor (Tilman Otto Wagner). Die Geschichte wurde auf Wunsch von Tilman Otto Wagner auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank! Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte. Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.04.2012. - Infos zum Urheberrecht
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