
Neuerdings Rentner.
Geboren in Freiburg. Aufgewachsen im durchaus unterschätzten Industriestädtchen Rheinfelden, gleich neben der - zumindest in Deutschland und Österreich - noch immer - angesichts ihrer Lebensqualität, Schönheit und kulturellen Bedeutung - unterschätzten Stadt Basel. Lebt in einer zu Recht namenlosen Stadt zwischen Baden-Baden, Miltenberg, Bamberg und Ulm. (Tipp: Es gibt viele Millionäre, CDU- und Grünen-Wähler dort.)
ACHTUNG: Links zu meinen Werken kommen ganz unten, nach dem langen Anhang.
Was hinreichen dürfte um zu erklären, warum ich mich immer noch auf altmodischen Internetseiten wie diesen herumtreibe.
Frage: Welche Alternative hätten wir denn da? Das Wasserstoffauto? Oder das, das wir weder herstellen noch kaufen?
Obige Informationen entnehme ich dem kürzlich gelesenen Buch "Ihr habt keinen Plan - Darum machen wir einen", München 2019. Mit "Ihr" meinen sie die Angehörigen meiner Generation sowie sämtliche Politiker, die während der letzten 20 Jahre Mandate in Deutschland innehatten.
In Deutschland leben 10,5 Millionen Hunde. Mehr als Kinder unter 12 Jahren.
(WDR 2024)
Das Aufstellen von Windrädern zur Energieumwandlung tötet Leben, allerdings vor allem beim Anlegen von Zufahrtswegen und dem Abholzen von Bäumen für die Aufstellung. Was die immer wieder genannten toten Vögel, Fledermäuse und Insekten durch die (außerdem auch noch zu großen Teilen aus Kunststoffen bestehenden) Rotorblätter angeht, sind die Verluste minimal, werden um ein Vielfaches von den Killern Hochhäuser, Hauskatzen, Autos übertroffen. Windanlagen bleiben 20 Jahre in Betrieb und haben die Kosten für Material, Planung, Aufbau, Entsorgung innerhalb 3 bis 7 Monaten eingespielt. Bei voller Auslastung liefert 1 Windgenerator den Strom-Jahresverbrauch einer 4-köpfigen Familie in 1 Stunde. Die Kosten pro KWh Strom liegen bei Windrädern auf festem Boden unter denen von Atomkraftwerken (in Europa, anderswo werden sie billiger, weil unsicherer gebaut), Steinkohle, Braunkohle, Biomasse und - zumindest durchschnittlich unter dem des Gases aus Russland. Der Preis von Atomstrom ist neben dem von Gas und Windkraftwerken der billigste. Das ist der Grund, warum die CDU im Jahr 2024 ihn in ihrem Programm zur Energie der Zukunft ernannt hat.
(David Nelles, Christian Serrer, Die Klimalösung, 2021)
Unter den Flächenbundesländern ist Bayern das mit dem schlechtest ausgebauten Windradsektor. Bayern hat auch seinen Klimaplan. Bis 2030 sollen 1.000 neue Windräder stehen. 2023 wurden 17 schon mal neu genehmigt.
(Bundesnetzagentur, DLF 2024)
In einer Talk-Sendung von Caren Miosga behauptete die AfD-Vorsitzende Alice Weidel: In Hessen holzen CDU und Grüne für die Windräder der Schande den schönen, alten Reinhardswald komplett ab. Dazu teilte der Geschäftsführer der Windpark Reinhardswald GmbH & Co KG der ARD mit: Frau Weidel verbreitet Falschbehauptungen. Der Reinhardswald erstreckt sich über 20.000 ha. Unsere 18 Windenergieanlagen finden Platz in einem Gebiet von 18 ha.Dauerhaft werden für unseren Betrieb 0,07 % des Reinhardswalds benötigt. Wir haben dort 260 Buchen gefällt. Die Fällarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen.
(Miosga Faktencheck; ARD 2025)
Die britische Atomkraftzentrale und Wiederaufbereitungsanlage Sellafield wird seit 16 Jahren rückgebaut. Momentan haben die Kosten 163 Milliarden erreicht. 163.000.000.000 Euro, 14 mal Stuttgart 21.
(WDR 2024)
Das Fraunhofer Institut für Solarenergie (Freiburg) sagt, der mit Windkraftanlagen erzeugte Strom kostet 4,3 bis 9,2 Cent/kWh, der aus Atomkraftwerken 13,6 bis 49,0 Cent/kWh. Dabei sind, entgegen der Aussage der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel in einer Miosga-Sendung Subventionen auf Seiten der Windenergie nicht eingerechnet. (Abgesehen davon hätte es kein einziges Atomkraftwerk der gesamten Erde ohne Subventionen je gegeben.) Für die Berechnung wurden nur technische, planerische, materielle Gestehungskosten betrachtet, auch nicht die über Jahrtausende noch anfallenden Entsorgungskosten für die Atomstromerzeugung. Der Kapitalaufwand für erneuerbare Energien wie Windkraft wurde ohne Subventionen berechnet, wie das Fraunhofer Institut auf Nachfrage der Redaktion bestätigte. Es wundert daher nicht, dass keiner der vier großen Energieversorger Deutschlands an einem weiteren Zubau von Atomkraftwerken interessiert ist.
(Miosga Faktencheck; ARD 2025)
Das Medienunternehmen Axel Springer (Bild, Welt) gehört seit 2020 der US-Investgruppe Kohlberg Kravis Roberts KKR zu 1/3. Laut Guardian gehört KKR zu den größten Investoren in fossile Energie (Öl, Gas, Kohle). KKRs Profite kommen zu 78 % von den Klimakillern. 2024 fuhr Bild seine Kampagne gegen das Energieanlagengesetz (Wärmepumpe). Wärmepumpen arbeiten mit Strom und natürlichen Temperaturunterschieden.
(Ulf Buermeyer, Ex-Richter, Lobbyist für Freiheitsrechte, Phoenix 2024)
In Deutschland landen pro Sekunde 313 kg Lebensmittel im Müll. Der Handel ist für 4 % verantwortlich.
(WDR 2024)
Zur Erzeugung von 1 kg Weizen sind 1.350 Liter Wasser nötig. Zur Erzeugung von 1 Kilo Rindfleisch 16.000 Liter. Um 1 Kilo PET-Masse für Mineralwasserflaschen herzustellen, muss man 17,5 Liter Wasser verbrauchen.
(Katalog Ausstellung Unser täglich Brot, Technoseum Mannheim 2011)
Um die in Jahren angefallenen Mängel bei Deutschlands Bus- und Bahnsystemen auszugleichen, müssten ab jetzt pro Jahr 5 bis 10 Milliarden investiert werden. Der autofahrende Deutsche gibt für seine private Mobilität 230 Milliarden aus.
(Iko Tönjes, VCD NRW, WDR 2024)
Im internationalen Vergleich betrachtet sind die Vermögen in Deutschland besonders ungleich verteilt.Vor 30 Jahren besaßen die reichsten 10 % in Deutschland 30 mal so viel wie die ärmeren 50 %. Inzwischen besitzen sie 100 mal so viel.
(ARD Presseclub 2024)
Schätzungen gehen von jährlich 400 Millionen Tonnen hergestellter Kunststoffe aus. Es wird erwartet, dass es bis 2050 die doppelte Menge sein wird. Am Ende werden davon 10 % recyclet und einer Wiederverwendung zugeführt. Der Rest wird, auch in Deutschland, zum allergrößten Teil nach der Sortierung verbrannt, was auch thermisches Recycling genannt wird, denn so können auch Kraftwerke und industrielle Produktionsanlagen gespeist werden. Weiterhin werden große Mengen Kunststoffmüll an Schwellenländer verkauft, wo sie wild deponiert werden und nach Starkregenereignissen im Meer landen. Hergestellt werden die Kunststoffe zu 99 % aus fossilen Stoffen, nämlich vor allem Erdöl, daneben auch noch Erdgas und Kohle. Bei der Produktion von 1 Tonne Plastik werden 5 Tonnen CO2 frei. Kunststoffe sind also große Klimakiller. Die Jahresemissionen von Kunststoffen (in ihrem gesamten Kreislauf) übersteigen die des weltweiten Flugverkehrs. .
(11KM Tagesschau-Podcast der ARD, 2024)
Weltweit werden jedes Jahr 400 Millionen Tonnen neue Kunststoffe produziert. Bis jetzt ist diese Zahl nie gesunken, immer nur angestiegen. Sie entspricht der Masse aller in der EU angemeldeten Autos. 50 Mio. t Plastik landen jährlich in der Natur als Müll. in Entwicklungsländern, wobei die Hälfte dort dann verbrannt wird. Auch der meiste in Deutschland getrennt eingesammelte Plastikmüll wird verbrannt, z.B. von Kraftwerken und bei der Zementindustrie. (Thermische Verwertung)
(DLF 2024)
55 % aller dt. Abfälle stammen aus der Baubranche. Vor allem Überbleibsel abgerissener Gebäude. 2020 waren es 220 Millionen t Müll. Übrigens verfügten wir durchschnittlich über Wohnraum von 47 m2. 1998 hatten uns 38 noch ausgereicht. (Mein eigener ist derselbe wie 1998 und liegt etwas unter 38.)
(Funkkolleg Klima, HR 2023)
Mitte der 90-er Jahre wurden für Bedürfnisse des durchschnittlichen Amerikaners wöchentlich 68 kg Ressourcen verbraucht. Für diesen Stoff-Wechsel fielen 1.000 kg Abfall je Mensch an.
(Paul Hawken, Kollaps oder Kreislaufwirtschaft, 1993)
Von den Investitionen in Deutschland erfolgen 90 % von privater, 10 % von staatlicher Seite. Von den staatlichen Investitionen tragen die Kommunen 50 %. Auf Grund von Sparbeschlüssen und Verschuldungsverboten oder ausbleibenden Steuern sind bei den Kommunen in den letzten Jahren 160 Milliarden Investitionen unterblieben (kaputte Brücken, Schulen, fehlende Busfahrer usw.). Das klingt nach viel. Doch ist es kaum mehr als 1/1.000 dessen, was die Volkswirtschaft jährlich erwirtschaftet. Jährlich erwirtschaftet die dt. Volkswirtschaft nämlich 250 bis 300 Milliarden mehr, als sie konsumiert oder investiert. Dieses Geld wird dem Ausland zugeführt: v.a. als Kredite, also als Finanzanlagen für superreiche Kapitaleigner. (Es gibt in der Ökonomie kein dauerhaftes Festhalten von Geldbesitz, ohne dass irgendwer anders Schulden in derselben Höhe hat. Wenn es nicht die privaten Haushalte sind, wenn der Staat keine Schulden machen darf, wenn die Wirtschaft nicht neu investiert, dann muss sich eben das Ausland verschulden. Da diese Schulden in aller Regel nicht zurückgezahlt werden können, läuft es darauf raus: Wir leisten uns nichts, damit wir Produkte ans Ausland verschenken können. Das nennen wir Erhaltung von Arbeitsplätzen.)
Wäre die Reichensteuer, die 1998 abgeschafft wurde (unter Kohl 16 Jahre eingezogen worden war), nachdem sie das Verfassungsgericht wegen unklarer Einzugsmodalitäten ausgesetzt hatte, die dann die Schröder-Regierung nicht mehr eingeführt hat, stattdessen reformiert worden, hätte der Staat in 25 Jahren 380 Mrd. eingenommen, was fast auf 1 Jahr Bundeshaushalt herausgekommen wäre.
(Marcel Fratzscher, DIW, mitreden!, ARD 2024)
15 % der in deutschen JVAs Einsitzenden tun dies wegen Beschaffungskriminalität. 7.000 Leute sitzen, weil sie wiederholt schwarzfuhren, die Geldstrafen nicht bezahlen konnten.
(Ronen Steinke, Süddeutsche Zeitung, Buchautor, HR 2022)
Die 100 reichsten Deutschen wurden 2022 um 58 Milliarden reicher. Der Reallohn der breiten Bevölkerung ist in den Jahren 2022/2023 so geschrumpft wie noch nie seit 1949.
(Svenja Appuhn, Grüne Jugendsprecherin, ARD (Maischberger) 2024)
Ein beliebtes Statussymbol von Superreichen sind riesige Privatyachten. Rechnet man die Anschaffungskosten und die jährlichen Unterhaltskosten aller dieser Schiffe zusammen, könnte man mit dem Betrag auf einen Schlag alle Entwicklungsländer entschulden.
(Julia Friedrichs, Die geheime Welt der Superreichen, SR 2024)
1 Million Sekunden, das ist etwa vor 11 Minuten gewesen. 1 Milliarde Sekunden, das ist vor 32 Jahren gewesen.
(WDR 2025)
Zwischen dem, was Menschen für einsichtig halten und dem, was die Wissenschaft errechnet, können Welten sein. Der Erdumfang beträgt 40.000 km. Stellen wir uns mal ein Seil vor, das am Äquator auf der Erde liegt, 40.000 km lang. Jetzt wird dieses Seil um 1 Meter verlängert. Wie locker wird es, wie hoch über den Boden wird es kommen? Die Mathematik sagt: exakt einen Millimeter weniger als das Vierfache von vier Zentimetern. Stellen wir uns jetzt ein Pflanze vor, die in Teichen lebt und die von ihr belegte Fläche täglich verdoppelt. Das nennt der Mathematiker exponentielles Wachstum. Wir stellen uns den See vor, den diese Pflanze innerhalb von 50 Tagen vollkommen zuwuchert. Wie alarmierend stellt sich dieser Fall am 49. Tag seiner Geschichte dar? Wie viel vom See ist immer noch da? Natürlich genau 50 %, die Hälfte ist auch nach sieben Wochen noch gesund, einen Tag danach ist sie weg.
(Per Molander, Condorcets Irrtum, 2017)
Wenn 1 Zentimeter 50.000 Vermögen darstellen, hält die Mehrheit der Deutschen sich 2 Zentimeter über der Erde auf, der reichste Deutsche auf einer Höhe von 6,6 Kilometern.
(WDR 2024)
In Deutschland dürfte es etwa 237 Milliardäre geben. Zusammen haben sie ein Vermögen von 500 Milliarden E. (500.000.000.000 )
(WDR 2024)
In OECD-Staaten haben sich Steuerzahlungen der Unternehmen seit den achtziger Jahren halbiert.
(Oxfam, HR, 2024)
Vom gesamten Steueraufkommen Deutschlands nahmen die Steuern auf Profite von Unternehmen im Jahr 1960 einen Anteil von 34,7 % ein. Steuern des kleinen Mannes (Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Treibstoffsteuer, Tabaksteuer, Alkoholsteuer) lieferten 37,5 %. Im Jahr 2004 kamen Unternehmensgewinne dann noch für 8,4 % auf, Arbeitnehmer und Verbraucher allerdings für 76,5 %. Zu großen Teilen zahlt der kleine Mann die Ausgaben nicht nur für Panzer, neue Bahnstrecken, Autobahnen, sondern auch für Alte, Bürgergeldempfänger, Deutschkurse für Flüchtlinge tatsächlich selbst, nicht die großen Unternehmen tun es. Wasser auf die Mühlen der Populisten.
(Hans-Jürgen Andreß & Martin Kronauer (Soziologen), Deutschland, eine gespaltene Gesellschaft, 2006)
Zwischen 1990 und 2015 stieg das Einkommen der Deutschen im Durchschnitt (!) um 25 %. Für die Masse des Volks stieg da allerdings gar nichts. Inflationsbereinigt stagnierten die Durchschnittslöhne, egal, ob sie nun vor oder nach Hartz gezahlt wurden. Wenn man alle staatlichen Wirtschafts- und Sozialreformen der Zeit zwischen 1998 und 2015 zusammenzählt, ergibt sich für Personen mit mittlerem Einkommen ein realer Verlustabzug von 2,4 % von ihrem Haushaltsbrutto.
(Ulrike Herrmann, Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen, 2019)
Als er Finanzminister einer Koalitionsregierung war, trug Christian Lindner Verantworutng für 2.000 Angestellte. In der Berliner Parteizentrale der FDP arbeiten 70 Menschen.
(Christian Lindner, FDP-Vorsitzender, Miosga, ARD 2024)
Von allen Unternehmen Deutschlands ist es nur 1 %, das 70 % der Umsätze macht.
(Jürgen Neffe, Karl Marx, 2017)
Im Jahr 2007, dem Jahr vor der Krise, verfügten die obersten 0,1 Prozent der US-Haushalte über 220 mal höheres Einkommen als der Durchschnitt der unteren 90 Prozent. Das Vermögen war noch ungleicher verteilt, dem reichsten 1 % gehörten mehr als 35 % des Gesamtvermögens.
(Joseph Stiglitz, Der Preis der Ungleichheit, 2012)
Die durchschnittliche Rente in Österreich liegt bei 1.800 , in Deutschland knapp über 1.150 (dt. Stand ergoogelt für 2023). Mehr zu finanzieren geht nicht, weil wesentliche Gruppen von Beiträgern ausgenommen sind. (Selbstständige, Unternehmer, Freiberufler, Militär, Beamte, Mini-Jobber, Arbeitslose, Hausfrauen, Abgeordnete)
(Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin taz, RBB 2022)
In Deutschland erhalten 5,5 Millionen Menschen Bürgergeld (etwa 15 % der Bevölkerung). Von ihnen sind 3,9 Mio erwerbsfähig. Auch Kinder, in Institutionen Internierte, Schwerstbehinderte beziehen Bürgergeld. 1,7 Mio sind erwerbsfähig, aber arbeitslos. (Andere sind in Ausbildung, Studium, betreuen Pflegepatienten-Verwandte oder Kleinkinder usw. Bzw. sie arbeiten schon, verdienen aber so wenig, dass sie zusätzlich noch BG bekommen (Alleinerziehende mit Mini-Jobs).) Für die 1,7 Mio arbeitslosen, erwerbstätigen Bürgergeld-Empfänger nennt die Arbeitsverwaltung einen Verweigerer-Anteil in der Größenordnung von paar 10.000. Das IFO-Institut hat errechnet, dass man als Berufstätiger mit geringem Lohn monatlich 300 bis 500 mehr zur Verfügung hat als als Bürgergeld-Empfänger, unter Berücksichtigung aller Leistungen, die sie erhalten könnten (Miete, Heizung etc.). Der Gesamtumfang des Haushalts der Bundesregierung ist 477 Milliarden . Davon gehen 176 Milliarden ins Soziale, der größte Einzelposten, vor der Verteidigung. Davon werden 26,5 Milliarden für Bürgergeld ausgegeben. Der bei Weitem teuerste Posten sind allerdings die Rentner mit ihren 115 Milliarden Euro.
(ARD Presseclub, ARD 2024)
Für einen Alleinstehenden lag die Armutsgrenze 2024 bei knapp 1.200 monatlich. Dabei folgt man einer EU-Richtlinie, die definiert, wer weniger als 60 % vom nationalen Durchschnittslohn zur Verfügung hat, gilt als arm. 2019 lagen 13,2 Millionen Menschen darunter, 2022 waren es 14,2 Millionen, 17 % der Bevölkerung. Etwa ein Fünftel der in Deutschland Arbeitenden üben Tätigkeiten im Niedriglohnbereich aus.
(Prof. Christoph Butterwegge, BR 2024)
Exakte Zahlen werden in Deutschland nicht ermittelt. Schätzungen gehen davon aus, dass das oberste 1 % über 36 % des Besitzes verfügt. Die untere Hälfte, 50 %, besitzen mehr oder weniger nichts, bzw. ein negatives Vermögen, Schulden. Fakt ist, Deutschland ist eine Klassengesellschaft. Heute in etwa wieder so, wie es vor dem 1. Weltkrieg schon mal war. In den 50-er, 60-er, 70-er Jahren ist es besser gewesen.
(Ulrike Herrmann, taz, HR 2023, DLF 2024)
Bei einem Versuch mit einseitig durchsichtigem Glas schaute eine Gruppe zwei Probanden dabei zu, wie sie mehrere Aufgaben abarbeiteten. Der Tester sagte, er habe nur Geld, um einem von ihnen eine Belohnung zu geben. Es wurde gelost. Die Gruppe konnte sehen, wie das Geld dem Ausgelosten übergeben wurde. Anschließend befragte man die Beobachter zu ihren Eindrücken. Die Mehrheit war jetzt überzeugt, der mit der Belohnung hätte insgesamt fleißiger, gründlicher, fehlerfreier gearbeitet.
(Keith Payne, The Broken Ladder, 2017)
In den 5 Jahren nach dem Pariser Klimavertrag stiegen die globalen CO2-Emissionen um weitere 18 %. Sollen die Ziele für 2030 noch geschafft werden, müssen in der verbleibenden Zeit die Hälfte aller Emissionen weg. 86 % dieser Emissionen entstehen bei Erzeugung von Strom aus fossilen Energieträgern. Man kann sagen: Kapitalismus = Einsatz von Technik. Technik = Einsatz von Strom.
(Niklas Höhne, Uni Wangeningen, Niederlande, BR 2020; Ulrike Herrmann, HR 2023)
Nach der Auswertung von 14.000 Studien kommt der Weltklimarat IPCC zum Schluss, dass ein globaler Temperaturanstieg um 1,5 Grad (im Vergleich zu vor 150 Jahren) im Jahr 2030 erreicht sein wird (bis jetzt rechnete man mit 2040). Der Spiegel der Weltmeere wird bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 2 Meter steigen. Die Zahl der Wirbeltiere hat seit 1970 um 67 % abgenommen. Im Raum Krefeld haben haben Insektenkundler in den letzten 30 Jahren den Bestand an Insekten in Naturschutzarealen kontrolliert. Deren Biomasse nahm um 75 % ab.
(IPCC-Klimabericht, BR 2024, 11km ARD-Podcast 2024)
Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung ergab 2024, dass vorherrschende Ängste unter den Deutschen die Klimakatastrophe, Kriegsgefahr, Machtübernahme einer rechtsradikalen Partei eher sind als Überfremdung durch Migration. 36 % der Deutschen haben Angst wegen der Zunahme des Migrantenanteils. Vor dem Erstarken der AfD haben 62 % Angst.
(Svenja Niederfranke, Gesellschaft für Auswärtige Politik, SWR 2024)
Die Mitte-Studie wird seit über 20 Jahren alle 2 Jahre für die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD-nah) von der Uni Bielefeld erhoben. Man ruft Leute an, die man für einen repräsentativen Querschnitt der Wohnbevölkerung hält, führt die Interviews auf Deutsch. Es werden nicht allein Deutsche gefragt, aber es wird nicht mit Dolmetschern gearbeitet. Die Ergebnisse haben sich noch nie so weit nach Rechts geneigt wie 2023. Der Demokratie vertrauen 60 %, Tiefstwert. 38 % glauben an Verschwörungen. 32 % finden, Radio und Fernsehen propagieren Meinungen bestimmter Politiker. 30 % glauben, dass sie von der Regierung betrogen worden seien. 17 % finden es an der Zeit, endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl zu haben, Deutschland sei überlegene Nation, verdiene entsprechende Macht. 16 % finden Deutschland gefährlich überfremdet. 17 % halten Gewalt gegenüber Fremden für vertretbar, wenn die sich bei uns breit machen. Weitere 19 % sagen hierzu teils teils. 13 % haben Verständnis, wenn Politiker mit Gewalt bedroht werden oder sie bereits erleiden mussten. 6 % würden lieber in einer Diktatur sein. 6 % erklären, es gibt wertvolle Menschen und wertloses Leben. 6 % bekennen sich offen zum Antisemitismus. Außerdem gibt es eine Randgruppe von 20 %, die bei der Frage nach Einparteienstaat oder unwertem Leben sagt: Da stimme ich nur teilweise zu.
(RBB 2023)
Eine Studie untersuchte die Einstellungen der Erwachsenen Ostdeutschlands. Fast 40 % sagen: Deutschland ist überfremdet. Ein Drittel bekundet antisemitische Einstellungen. Ein Viertel wünscht sich eine starke Partei, die die Volksgemeinschaft zusammenführt. Ein Drittel sagt, ein mächtiger Führer an der Spitze wäre gut.
(Studie der Universität Leipzig, BR 2023)
Die deutsche Wirtschaft sagt, damit die Volkswirtschaft prosperiert, ist Zuwanderung von 400.000 Menschen jährlich (!) nötig. Das sind doppelt so viele wie Horst Seehofer (CSU-Innenminister) als noch verkraftbare Obergrenze gefordert hat.
(Phoenix Runde 2024)
Von den in Deutschland Lebenden sind 26 % nicht hier geboren. Dazu zählen Amerikaner, Japaner, Franzosen und andere EU-Bürger. Bei den Kindern von Migranten ist der Anteil der Hauptschulbesucher 4 mal so hoch wie bei Schülern, deren Eltern in Deutschland geboren wurden.
(Jan Schneider, Sachverständigenrat dt. Stiftungen zur Migration, RBB 2021)
Mit Online-Befragungen von 40.000 Personen wurde 2020 bis 2024 die Studie zu Motivation, Einstellungen und Gewalt im Alltag von Polizisten erstellt. Fast 80 % sehen die Demokratie als beste Staatsform an. (Sämtliche Beamten haben einen Eid auf ihren Schutz geleistet.) Die Akzeptanzwerte der Polizisten gegenüber Muslimen, Ausländern, Frauen sowie Regenbogenmenschen liegen durchweg unter denen des Bevölkerungsdurchschnitts, wie sie von der Mitte-Studie (Ebert-Stiftung) und Soziologen der Uni Bielefeld gefunden wurden. Die Zustimmung der Polizisten zu abwertenden Äußerungen über Asylsuchende ist zwischen 2021 und 2023 deutlich angestiegen. Ähnlich zur Gesamtbevölkerung liegt sie mit 42 % hoch, allerdings auch hier wieder etwas über dem Durchschnitt. Neben Vorbehalten gegenüber Asylanten haben Polizei vor allem was gegen Obdachlose.
Befragt, was ihnen an ihrer Arbeit nicht gefällt, nannten die Polizisten Personalmangel, Bürokratie, mangelnde Wertschätzung in der Bevölkerung. Nach Angriffen befragt, nannten 70 % Provokationen und Beschimpfungen, 50 % klagten über passive Verweigerung wie Hinhocken, Festklammern, Strampeln. (Diese Fälle sind es im Wesentlichen, die fürs Ansteigen von Anti-Polizei-Gewalt in staatlichen Statistiken herangezogen werden.) Jeweils 25 % sehen sich als Opfer auf Grund ihres Geschlechts bzw. der Herkunft, also eines ausländischen Aussehens.
Wissenschaftler, die mit der Ausbildung und inneren Führung der Polizei zu tun haben, halten diese Werte für katastrophal. Die Polizei habe mit besagten Gruppen viel öfter direkt zu tun als der Durchschnitt und könne jeweils drastischere Machtmittel einsetzen, als die Angehörigen der jeweiligen Gruppe. Zu dieser Position gehöre unbedingt ein Maß an Verantwortung und Respekt, das klar über dem eines Durchschnittsmenschen liege.
(HR 2024)
In einer Umfrage, bei der die Befragten sich selbst einer sozialen Gruppe zuordnen sollten, sagten 33 % derer, die sich als Arbeiter bezeichnet hatten, sie würden die AfD wählen, 12 % bekannten sich zur SPD.
(INFAS-Befragung, Phoenix Runde 2024)
Friedrich Merz lügt uns an, zu Wahlkampfzwecken. (Und sage mir bitte keiner, der gute Mann habe vorher schlecht absehen können, was er im Bericht aus Berlin so behauptet.) Ende 2024, nachdem das Assad-Regime in Syrien gefallen war, sagte Merz in der ARD, Syrer, die bei uns arbeiten würden und sich integriert hätten, sollten bleiben, aber es würde bloß ein Drittel der ab 2015 eingewanderten Syrer arbeiten. Oberflächlich gesehen, scheint das Bild erst einmal zu stimmen. 1 Million Syrer waren zu diesem Zeitpunkt in Deutschland, bei der Arbeitsagentur etwas weniger als 300.000 als arbeitssuchend gelistet. Von allen Syrern sind etwa 1/3 entweder im Renten- oder im schulpflichtigen Alter bzw. Kinder. Somit ergibt sich für die Agentur für Arbeit eine Beschäftigungsquote der Syrer von 42 %. Also deutlich mehr, als Merz sagte. Auch diese Zahl führt aber in die Irre und müsste höher sein: Es wird nicht an die Leute gedacht, die chronisch krank, anhaltend traumatisiert, in Elternzeit, in Bildungsmaßnahmen wie Deutschkursen sind, also faktisch schlicht nicht arbeiten können. Weiterhin gibt es zahlreiche Syrer, die in Deutschland eigene Unternehmen gegründet haben. Auch sie kann die Arbeitsagentur weder erfassen noch als Arbeitende melden. Syrer, die mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, werden zumeist vom Arbeitsamt nicht mehr gesondert erfasst. Dagegen weiß das Statistische Bundesamt (fürs Jahresende 2023), dass 68 % aller aus Syrien Kommenden, die Deutsche geworden sind, eine feste Arbeit haben. Fachleute führen die faktisch allerdings tatsächlich höhere - Arbeitslosigkeit von Syrern (gegenüber Einheimischen) auf mangelnde Sprachkompetenz und darauf zurück, dass viele Syrer keine Prüfungsabschriften und Arbeitszeugnisse vorlegen konnten, ohne die man in Deutschland zur Arbeit vielfach nicht zugelassen wird. Friedrich Merz, so nehmen wir an, hat mal wieder bei seinem Zahnarzt vorbeigeschaut und gut zugehört, was im Wartezimmer gerade so geredet wurde. (Erinnert sei an Merz' Worte in einer Talk-Sendung: Ich geh dann mal lieber ins Bürgergeld. Das hat doch jeder von uns schon gehört. Das ist doch zur Redewendung geworden bei uns. Und das muss sich jetzt ändern. Ich muss, sagen, ich zumindest habe diesen Satz niemals, nirgendwo, von keinem gehört. Aber ich war länger nicht mehr beim Zahnarzt,)
(MDR Faktencheck 2024)
In Deutschland gibt es 500.000 Ärzte. 67.000 von ihnen sind Ausländer. Ein Drittel der in der Gebäudereinigung Arbeitenden sind Ausländer. Auf dem Bau arbeiten auch zu 1/3 Ausländer. Die AfD möchte das mit Druck auf Frauen, mehr Kinder zu bekommen (statt zu arbeiten), mit Druck auf Bürgergeld-Empfänger, schlechte Jobs anzunehmen, auffangen. Die Ausländer möchte sie aussiedeln (Remigration).
(DLF 2024)
Mittlerweile gilt für Einwohner von östlichen EU-Erweiterungsstaaten (Polen, Slowakei, Bulgarien, Kroatien, Rumänien usw.) volle Freizügigkeit zur Arbeitssuche, nachdem man anfangs große Bedenken vor Invasion billiger Kräfte hatte. Inzwischen sind es 840.000 Beschäftigte aus solchen Ländern in Deutschland geworden, 2,4 % von allen.
(Bundesagentur für Arbeit, HR 2024)
Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat seit den neunziger Jahren 218 Menschen gezählt, die in Deutschland von Aktivisten der Rechten getötet wurden. Für die Zahl der 1961-1989 an der DDR-Grenze Getöteten gibt es die Zahlenangaben 260 oder 327. Laut Wikipedia kamen durch Aktionen der linksextremen Terroristen RAF 34 Menschen zu Tode.
(MDR 2022, Wikipedia)
2,9 Millionen Menschen, die Bürgergeld bekommen, haben einen deutschen Pass, diese Zahl überwiegt die der Ausländer. Nichtdeutsche sind 2,6 Millionen. Davon 704.500 durch den Krieg mit Russland aus der Ukraine gekommen. 505.000 Syrer, 199.000 Türken, 185.000 Afghanen. Von den Ukrainern sind 1/3 Kinder unter 15 Jahren. 200.000 sind Männer im wehrfähigen Alter. 305.000 Ukrainer befanden sich im Juli 2023 in Kursen, meist Deutschkurse, oder sie betreuten Kinder. 159.000 Ukrainer arbeiteten abgabenpflichtig. Die Behauptung, Bürgergeld werde v.a. Migranten gezahlt, stimmt insofern, als 62 % der Empfänger Migrationshintergrund haben. Darin sind dann auch Menschen mit deutschem Pass und solche, die in Deutschland geboren wurden und aufwuchsen, enthalten.
(Faktencheck Maischberger, ARD 2023)
Der Mediendienst Migration, ein Zusammenschluss deutscher Migrationsforscher, teilte mit, dass die Zahl der Messerangriffe von 2022 zu 2023 um 9.7 % zugenommen hat. (Bezüglich der migrantischen Hintergründe gibt es Zahlen für einzelne Bundesländer, die alle in etwa 50 % der Täter als männliche Ausländer ausweisen, wie viele davon Muslime sind, ist nicht erfasst worden.) Die Zahl von Raubüberfällen ist im gleichen Zeitraum um 16,6 % gestiegen. Schaut man sich an, wie sich allgemeine Kriminalität und Messereinsatz zueinander verhalten, ergibt sich, dass bei direkten körperlichen Angriffen der Messereinsatz leicht abgenommen hat, bei Raubfällen dagegen leicht angestiegen ist. Insgesamt bildet der 9,7-%-Anstieg die allgemeine Kriminalitätszunahme ab, nichts weiter.
(Mediendienst Migration, 2024)
In Deutschland wird alle 28 Minuten eine Straftat von Tätern mit politisch rechtsradikalem Hintergrund begangen. Das hat die Bundesbeauftragte für Migranten für 2022 ermittelt.
(Enissa Amani, deutsch-iranische TV-Moderatorin, hart aber fair, ARD 2024)
Immer wieder werden in der deutschen Öffentlichkeit sogenannte Ehrenmorde von Muslimen an unbotmäßigen Frauen diskutiert. Damit werden die tatsächlichen Verhältnisse stark verzerrt. Auf der Basis der Gerichtsakten über 78 Ehrenmorde zwischen 1996 und 2005 haben Wissenschaftler eine Zahl von zirka 12 solcher Fälle in Deutschland pro Jahr errechnet. Wesentlich dramatischer wäre die Zahl von 400 Femiziden pro Jahr, wie es sie 2019 gegeben hat. (Versuchte und vollendete Morde, es gab 140 Getötete.) Da geht es um Mord und Totschlagversuche von Männern an ihren Frauen bzw. Lebenspartnerinnen. Hierbei werden 2 Drittel der Taten von Deutschen begangen. Die Übrigen sind nicht durchweg muslimisch.
(CLAIM Allianz gegen Ausländer- und Muslimfeindlichkeit, MDR 2024)
Deutschland in der Hand einer einzigen starken Volkspartei wünschen sich in den westlichen Bundesländern 9 %, 16 % stimmen bedingt zu, in den östlichen Bundesländern 7 %, 14 % stimmen dort teils-teils zu.
(Leipziger Radikalismusstudie Prof. Decker, MDR 2024)
Juden haben zu viel Einfluss in Deutschland.
Dieser Aussage stimmen 20 % der erwachsenen Deutschen zu.
(Umfrage 2023, BR)
Im Jahr 2023 wurden 1.926 Straftaten gegen Muslime in Deutschland festgestellt. Die Zahl hatte sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt (> 50 %). 2022 waren es 898 Taten gewesen.
(CLAIM Allianz gegen Ausländer- und Muslimfeindlichkeit, MDR 2024)
In einer Maischberger-Sendung bestritt der AfD-Ex-Vorsitzende Alexander Gauland den Vorwurf des Ex-FDP-Politikers Gerhart Baum: Sie wollen unsere Erinnerungskultur abschaffen Stimmt nicht!
Fakt ist, dass Gauland auf dem Kyffhäuser-Treffen 2017 sagte: Man muss uns diese 12 Jahre nicht mehr vorhalten. Sie betreffen unsere Identität heute nicht mehr. Deshalb haben wir auch das Recht, uns nicht nur unser Land, sondern auch unsere Vergangenheit zurückzuholen.
Weiterhin sagte er, so wie Briten und Franzosen auf militärische Erfolge des 1. und 2. Weltkriegs stolz seien: Genauso haben wir das Recht, stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.
(Faktencheck Maischberger, ARD 2023)
Eine der irreführenden Infos, die die AfD wiederholt, so der bayerische AfD-Vorsitzende in einer Münchner Runde des BR-Fernsehens, ist, dass die Menschheit für 4 % des CO2s der Luft verantwortlich sei. Was es Zehntausende Jahre nicht gegeben hat, soll jetzt natürlich sein.
Auf 4 % kommt man, wenn man menschengemachtes CO2 in Relation zum in der Natur jährlich anfallenden CO2 setzt. CO2 entsteht ständig, so wenn Menschen/Tiere atmen oder Biomasse verrottet. Ohne CO2 wäre Leben nicht möglich. Was die AfD verschweigt, ist, dass die Natur Gleichgewichte hat. Alles CO2, das sie erzeugt, baut sie irgendwo dann auch wieder ein. Ohne den Menschen würde der CO2-Gehalt der Atmosphäre also gleich bleiben. Die Natur kann die 4 % on top nicht verwerten! Die Größe der Zahl sagt faktisch nichts aus. Die AfD weiß das auch, will aber ihre Wähler blenden. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre hat Jahrtausende 280 ppm nicht überschritten. Gemeint sind die CO2-Moleküle je 1 Million Luft-Moleküle. Durch Industrie und Verkehr haben wir jetzt 420 ppm. Würde die AfD diese Zahl nennen, sähen wir uns fast einer Verdoppelung gegenüber. Diese Information hätte ganz andere Folgen als die Information nur 4 %.
(Münchner Runde Faktencheck, BR 2024)
10 % der Deutschen glauben, dass es 2022 in der Ukraine eine faschistische Regierung gegeben hat, gegen die Putin was unternommen habe. 20 % meinen, dass in den Jahren vor dem Krieg von Seiten der NATO die Einkreisung Russlands betrieben worden sei und Russland sich dann verteidigt hat.
(Tagesschau-Podcast 11km, ARD 2024)
Bei einer Befragung von 1.200 Amerikanern glaubten 37 %, die Klimakatastrophe sei Fake, 28 % glaubten an eine Verschwörung von Eliten zur Errichtung der Neuen Weltordnung, 15 %, dass die Pharmaindustrie und Forschung die Ausbreitung von Seuchen betreiben, um daran zu verdienen. 4 % sahen den Globus in der Gewalt von Echsen mit Shapeshifter-Fähigkeiten.
(Keith Payne, The Broken Ladder, 2017)
Stimmt es, dass die Krankenkassenbeiträge immer höher werden, weil immer mehr Menschen immer älter werden? Nein, das ist eine Legende. Der deutsche Durchschnittsmensch verursacht 70 bis 80 % sämtlicher medizinischer Kosten seines Lebens innerhalb der letzten 12 Monate vor seinem Tod. Das gilt genauso für junge Leute wie für sehr alte. Es wäre kein Problem, unsere Krankenkassen zu bezahlen, wenn die Löhne entsprechend der Volkswirtschaft, dem Produktivitätsfortschritt und den Einkommen der Superreichen ansteigen würden. Denn nach diesen Löhnen bemessen sich die Krankenkassenbeiträge prozentual.
(Ulrike Herrmann, Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen, 2019)
In 50 Jahren wird der deutsche Wald weg sein. (Wenn wir die Klimaziele bis 2045 nicht schaffen. Die FDP hat 2025 gefordert, sie aus Sparsamkeitsgründen von 2045 auf 2050 zu strecken.) Leben wird man in Deutschland immer noch können. Dagegen nicht mehr in Indien (zu heiß, zu trocken). Heute sind 1.200.000.000 Menschen dort, die ausweichen werden. Immer wieder hört man Menschen sagen, wir erzeugen doch nur 2 % des CO2s der Erde. Dann wird auf China und Indien verwiesen. Doch dort muss und wird sich bald was ändern. Der CO2-Wert pro Kopf von China ist jetzt schon so hoch wie unserer. Die Produktivität der dt. Wirtschaft ist noch doppelt so hoch wie in China. Wegen klimagenerierter Ernteausfälle mangelt es China immer mehr an Nahrung, die es weltweit dann zukauft.
(Ulrike Herrmann, SWR 2022)
Schaut man sich nur Verbrennung von Erdöl und Gas an (für Afrika ist Wärme aus Holzverbrennung auch relevant), die den übergroßen Anteil an Mobilität, Heizung, industrieller Fertigung (inkl. Beton) haben, so übertreffen alleine schon 3 europäische Länder (zusammen) den Verbrauch Afrikas. Es sind Deutschland, Großbritannien, Italien.
(David Nelles, Christian Serrer, Die Klimalösung, 2021)
Die Preise für angemieteten Wohnraum steigen in Deutschland bekanntlich immer. In manchen Regionen des Landes haben sie sich innerhalb der letzten 10 Jahre glatt verdoppelt. So war der Berliner Mietpreisanstieg 90 %, im südöstlich der Metropole liegenden Spreewaldkreis gar 106 % in 10 Jahren.
(11km ARD-Tagesschau-Podcast 2024)
Jahr um Jahr werden in Ländern der EU Temperaturen (ganzjährig, auch Winter) erreicht, wie sie noch nie zuvor gemessen wurden. Vor allem alte Menschen sterben im Sommer deswegen. Die geschätzte Zahl der Toten 2022: über 60.000 in der EU. Deutsche stellen knapp 1/5 der EU-Bevölkerung.
(Klimabericht EU, BR 2024)
Weltweit gelten 40 % der Amphibien (Frösche, Kröten, Salamander) als vom Aussterben bedroht. Vor allem Erwärmung der Habitate durch Klimawandel ist dafür verantwortlich.
(Johannes Penner, Naturkundemuseum Berlin, SWR 2023)
Seit dem Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs hat Deutschland 1,2 Millionen Kriegsflüchtlinge von dort aufgenommen. (Die Zahl dürfte gewaltig ansteigen, wenn Putin einen Siegfrieden durchsetzt und größere Gebiete der Ukraine russifiziert.) Allerdings ist die Gesamtzahl der Anträge auf Asyl in Deutschland 2024 nicht gestiegen, sondern um 22 % zurückgegangen. Es gibt Länder, deren Asylproblematiken wesentlich dramatischer sind. So ist 1 von 6 Menschen im Libanon ein Flüchtling.
(Svenja Niederfranke, Dt. Gesellschaft für Auswärtige Politik, SWR 2024)
Unter der Annahme, dass superreich ist, wer ein jederzeit liquides Finanzvermögen von mindestens 100 Millionen Dollar besitzt, gibt es 3.300 Superreiche in Deutschland. Sie zusammen besitzen 23 % des deutschen Finanzvermögens. In den nächsten Jahren wird der Wert auf 26 % steigen.
(Boston Consulting Group, DLF 2024)
In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 20 % weniger als Männer. Dagegen ist der Zeitaufwand für Kinderbetreuung, Haushaltsführung, Pflege bei Frauen viel höher als bei Männern.
(Eva Walther, Sozialpsychologin, Uni Trier, WDR 2024)
Mit einem Anteil der TZ-Arbeiterinnen von 50 % weist Deutschland einen der höchsten Europas auf. Mehr Frauen würden in Vollzeit arbeiten, wenn es Ganztagsschulen, Kindergärten, mehr Netto zu verdienen gäbe (siehe: Steuerrecht, Ehegattensplitting).
(Marcel Fratzscher, DIW, SWR 2023)
Ein Drittel der globalen Lebensmittel werden ungegessen vernichtet. Oft als Ernteabfall, dann durch Wegwerfen der Kunden. Wäre dieser Faktor ein Land, so das an dritter Stelle (nach USA, China) für die CO2-Emissionen der Welt verantwortliche.
(Alexander Müller, ehem. Grüne, stellv. Generalsekretär FAO, SWR 2024)
2024 endeten die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie mit einem Lohnzuwachs von 5,1 %, verteilt auf die kommenden zwei Jahre. Gewerkschaftsforderungen nach 7 % Plus in der Autoindustrie bezeichneten Experten als grünes Licht für Totengräber des Exportstandorts. Im Jahr 2023 hatten die Bezüge der Vorstände der DAX-Unternehmen einen Zuwachs vorn 16 % erlebt. Durchschnittlich verdienten sie ein Jahresgehalt von 3.700.000 , so um den Daumen rum das 100-fache ihrer Angestellten. Der Vorstandschef von VW und Porsche bekommt jedes Jahr 10,3 Millionen .
(WDR 2024)
Der Anteil, den das Heizen an der CO2-Belastung hat, aber auch die Sparpotenziale, werden von den meisten Leuten unterschätzt. Durch Anpassungen könnten in Deutschland 21 Milliarden oder 46 Millionen Tonnen CO2 jährlich gespart werden. Immer noch 90 % aller Haushalte können etwas verbessern. Für einen mittleren Haushalt sind Kostenreduktionen von 1.090 im Jahr machbar. Neben bekannten Möglichkeiten (Haus auf Wärmepumpe umzustellen, äußerlich isolieren) müssen die Preise der Fernwärme transparent gemacht werden. In nicht genutzten Räumen sollte die Heizung abgedreht werden, während Stoßlüftens von Räume auch, gekippte Fenster und offene Balkontüren sollte es bei laufender Heizung nicht geben. Und die Thermostate nicht höher als 20 Grad drehen.
(co2online, Mieterzeitung, 2024)
Als klimaschädliches Gas ist Methan 30 mal schlimmer als CO2. Landwirtschaft erzeugt viel Methan. So auch der Reisanbau in Asien. (Sumpfgase, Trockenlegung)
(Ulrike Herrmann, taz, WDR 2023)
Weltweit sterben mehr Menschen im Straßenverkehr als durch Kriege, Genozide, Terrorismus zusammen.
(DLF 2023)
Klimagase wie CO2 halten sich Hunderte von Jahren in der Atmosphäre, wirken dort weiter. Heute ist weltweit China das Land, das die meisten produziert, 24,8 %. Den zweit-schädlichsten Einfluss haben die USA, 12,3 %. Die gesamte EU plus England ist für 8 % verantwortlich. Allerdings haben diese Länder unterschiedliche Einwohnerzahlen. Pro Kopf liegen die USA weit vorn: 17,7 Tonnen pro Kopf/Jahr, China: 8,4. An diesen Wert kommt die EU fast ran, 7,4 Tonnen, Japan liegt mit 9,1 Tonnen drüber, Deutschland übertrifft Japan mit 9,4 Tonnen pro Kopf. Sieht man nach der historischen Verantwortung, verschiebt sich das Bild zu Ungunsten der USA, EU, Englands, Deutschlands. 25 % von allen Emissionen kamen aus USA, 22 % aus (heutigen) EU-Ländern (inkl. GB), 13 % von China. Allein von Deutschland 5,5 %. Deutschlands Bevölkerung ist um 17 Mal kleiner als die Chinas.
(David Nelles, Christian Serrer, Die Klimalösung, 2021)
Der Mai 2024 war der wärmste aller seit Beginn der Aufzeichnungen gemessenen. Nicht nur dieser eine Mai übertraf alles Dagewesene (und wurde zum Flutmonat für Süddeutschland), sondern sämtliche 13 Monate vor ihm waren immer die heißesten. Das bedeutet, die schlimmsten Prognosen der Wissenschaftler von vor 30 Jahren sind jetzt übertroffen. Ans Verbleiben unter dem Klimaziel 2030 von 1,5 Grad Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit glaubt man faktisch nicht mehr. Die Kipppunkte lassen allerdings nicht mit sich verhandeln, weil wir nicht nachkommen mit der Transformation, sie kippen einfach um. (New York, Amsterdam, Hamburg, Djakarta unter Wasser, Indien unbewohnbar, dramatischer Einbruch der Lebensmittelproduktion auf der Welt etc.)
(Jürgen Vogt, langjähriger Wetterbericht-Macher der ARD, nah dran, WDR 2024)
Die Maastricht-Kriterien für die Einrichtung der Euro-Zone sahen (willkürlich) eine Staatsschuldenquote von bis zu 60 % vor. Nachdem (wegen Finanzkrise 2008/2009) die Schuldenquote auf 80 % geklettert war, wurde die Schuldenbremse 2011 ins Grundgesetz geschrieben. Mit einer Quote von 65 % (gemessen am BIP) lag Deutschland 2015 auf dem letzten Platz aller G7-Staaten. Der Wert für den Spitzenreiter USA war 124 %. (Spitzenreiter dieser 7, es gibt höher verschuldete Länder auf der Erde.)
(BR 2015; SWR 2023)
Eine Polizeistatistik weist für 2022 elf von der Polizei erschossene Personen aus. In sämtlichen Fällen habe es sich um Notwehr gehandelt. Eine WDR-Reporterin wollte wissen, wie viele Menschen bei Polizeieinsätzen überhaupt zu Tode kamen, per Taser usw. Darüber gibt es keine Datensammlung. Sie fragte jedes Bundesland dann noch einzeln an. Einige wissen es nicht. Die Summe der restlichen ergab noch einmal 10 Tote für 2022, keine Angaben zu den Umständen.
(WDR 2024)
In den achtziger Jahren stieß die Wirtschaft der DDR 3 mal so viele Klima-Gase aus wie die der BRD. Damit ist das CO2 pro erzeugter Wirtschaftseinheit gemeint. Pro Kopf der Bevölkerung war der CO2-Ausstoß im Osten doppelt so hoch wie im Westen. Die DDR-Wirtschaft erreichte aber nur 1/3 der West-Produktivität.
(Funkkolleg Klima, HR 2023)
Je nach geologischen Gegebenheiten schwankt die Menge des zur Gewinnung von 1 kg Lithium eingesetzten Wassers zwischen 400 und 2.000 Litern. Zur Bereitstellung von 1 kg Rindfleisch werden 15.000 Liter Wasser benötigt. Für die Erzeugung des e-Fuels Ethanol auf Soja-Basis (Stichwort: Nein zum EU-Verbrenner-Aus) werden 11.400 Liter Wasser verbraucht.
(Johannes Klinge, Öko-Institut Darmstadt, HR 2024)
Die USA haben 2023 702 t angereichertes Uran für 1,19 Milliarden $ von Russland gekauft.
(WDR 2024)
Die dt. CO2-Emissionen im Sektor Verkehr stiegen 2022 um 0,7 %. Damit liegen wir 7 % über dem Reduktionsplan. Weil Deutschland die EU-Vorgaben (Fit for 45) verfehlt, werden ab 2030 Preise im Zertifikatehandel (auf den die FDP als Instrument der Steuerung abhebt) steigen. Man erwartet 15 Milliarden jährlich mehr für den Bund. Derselbe Finanzminister, der 2024 auf die Einhaltung der Schuldenbremse pochte, hat dazu öffentlich nichts gesagt. (Es wird interne Papiere aber geben.)
(Bernhard Pötter, Newsletter Klimapolitik, Table Media, DLF 2023; BR 2023)
In den Jahren 2020 bis 2023 steigerten die 5 reichsten Menschen ihr (durchschnittliches) Vermögen von 405 Milliarden auf 870 Milliarden $. Sie leben auf der Nordhalbkugel, männlich, weiß: Jeff Bezos (Amazon), Elon Musk (Tesla, X), Larry Ellison (Oracle), Warren Buffett (Finanzspekulant), Bernard Arnault (LVMH)(Louis Vuitton etc.). Jede Stunde wurden sie um 14 Millionen $ reicher. In derselben Zeit haben die ärmsten 5 Milliarden (60 % der Menschheit) 5 Milliarden $ eingebüßt.
(Oxfam, WDR 2024)
Jährlich werden in Deutschland 4 Billionen an Werten geschaffen. Das BIP fürs Jahr 2022 hat 3,78 Billionen betragen.
(Heike Buchter, Die Zeit, SR 2023; DLF Wirtschaftsredaktion 2023)
Im Jahr 2019 waren unter den weltweit 50 größten Unternehmen nur solche, die über 120 Milliarden $ im Jahr verdienten (0,12 Billionen). Die amerikanische Supermarkt-Kette Walmart führte die Liste an. Walmarts Profit lag so hoch wie die Steuereinnahmen Kanadas und Spaniens addiert.
Einer Schätzung nach werden 10 % des weltweiten Privatvermögens auf Konten in Finanzmarkt-freundichen Staaten versteckt. Dies könnte mittels internationaler Kooperation verhindert werden. Fast unantastbar sind global tätige Unternehmen, die ihre Verluste in Hochsteuerstaaten deklarieren, Gewinne in den Niedrigsteuerländern. Netto zahlen sie teilweise keine Steuern. In den USA, wo Google, Amazon, Apple, Starbucks zum Kreis gehören, wird von einem Jahresverlust von 130 Milliarden $ (0,13 Billionen) für öffentliche Etats ausgegangen.
(Per Molander, Condorcets Irrtum, 2017)
15 % der globalen Emissionen von Treibhausgasen stammten 2018 vom Sektor Verkehr. Im Vergleich zu 1990 hatte die Menge um 80 % zugenommen. Es wäre ein Irrtum zu glauben, daran seien v.a. Interkontinental- oder Militärflüge schuld (Anteil Flugsektor zirka 12 %). Obwohl, zumindest in Europa und Nordamerika, fast alle Waren und Lebensmittel im Lkw transportiert werden, liegt es nicht wirklich daran (Sektoranteil 30 %), vielmehr liegt es (weltweit) am Fahren in Privat-Pkws, was fast die Hälfte aller Emissionen des Sektors bewirkt (45 %).
(David Nelles, Christian Serrer, Die Klimalösung, 2021)
Studien haben gezeigt, dass das Glücksgefühl mit dem Reichtum von Volkswirtschaften zusammenhängt. Auch, dass es ab einem gewissen Niveau nicht mehr steigt. In einer Untersuchung (USA 2010) zeigte sich, dass ab Jahreseinkommen 75.000 $ sich nichts ändert. Die mit einem Einkommen von 80.000 $ sind nicht unglücklicher als die mit 8.000.000 $. Das US-Median-Einkommen (Median = die Kopfzahlen derer drunter und derer drüber sind gleich) lag bei 54.000 $. Die USA waren das reichste Land. Und: sie zählen zu den Staaten mit größten Unterschieden zwischen Reich und Arm.
(Keith Payne, The Broken Ladder, 2017)
Deutschland ist bei den ungerechtesten Ländern. Schon 1993 war das Vermögen der 10 % reichsten Haushalte 50 mal so groß wie alles, was die ärmere Hälfte besaß. 30 Jahre später lag der Faktor bei 100. Addiert man, was die ärmeren 50 % des Volks besitzen, multipliziert mit 100, hat man den Besitz der reichsten 10 %. Ausschlaggebend für die ungeheure Reichtumszunahme sind weder harte Arbeit, neue Ideen, Gewinne durch Produkte im Markt sondern das Arbeiten mit Finanzpapieren durch damit beauftragte Family Offices oder Private Equity-Gesellschaften. (Das, woher F. Merz seine Wirtschaftskenntnisse hat. Er war Jurist.)
(Heike Buchter, DIE ZEIT, SR 2023)
Wissenschaftler hatten errechnet, dass auf St. Matthew, Insel der Beringsee (zwischen Alaska und Sibirien), 1.300 bis 2.300 Rentiere leben könnten. Es gab keine Rentiere, als 1944 für einen Test 29 Tiere ausgesetzt wurden. Im Jahr 1966 lebten 42 Rentiere da. Was war dazwischen geschehen? 1957 hatten die Tiere mit 1.350 den optimalen Wert gestreift. Sie wussten das nicht, vermehrten sich weiter. 1963: 6.000 Tiere. Dann kam ein Biotop-Zusammenbruch. Das Sterben der Tiere wurde bei 1.300 nicht mehr langsamer. Nur 42 blieben übrig.
(Paul Hawken, Kollaps oder Kreislaufwirtschaft, 1993)
Etwas mehr als 70 % aller Emissionen von Treibhausgasen (nicht nur CO2, sondern auch Methan etc.) stammen aus Einsatz fossiler Stoffe (Öl, Gas). Fast 30 % nicht. Von diesem Teil haben 19 % mit Landwirtschaft zu tun, nämlich 9,4 % aus Abfackeln von Urwäldern, Trockenlegung von Feuchtgebieten, 5 % aus Rinderhaltung, 2,8 % von Reisfeldern. Schauen wir jetzt die 70 % an. Dort werden für industrielle Produktion 28,4 % gerechnet (besonders Stahlherstellung, Plastik und andere Chemie (Dünger), Glas), für den Verkehr 14,7 % (zum überwiegenden Teil Privatautos, daneben Flüge, Containerschiffe), für Gebäude 24,8 % (v.a. Heizung, nicht zu vergessen: Zement). Es gibt keine Umkehr ohne drastische Veränderungen in den Haushalten der Privatmenschen.
(David Nelles, Christian Serrer, Die Klimalösung, 2021)
In Deutschland stößt der Verkehr zirka 20 % vom CO2 aus. Von dem CO2 des Verkehrs (Flugzeuge, Schiffe, Bahn) stammen 60 % aus Pkws.
(NDR 2021, Tagesschau-Podcast, ARD 2024)
Verschiedene Parteien und Zeitungen schüren Erwartungen, viele Verbraucher würden in 20 Jahren noch mit Verbrennermotor und Gasheizung leben. Das ist falsch. Wasserstoff wird extrem teuer bleiben. Wasserstoffheizungen verlangen Herstellung des Kraftstoffs mit Unmengen Strom, die klimaneutral sein müssen. Wie für den Einsatz von e-Fuels geht man von einem Stromverbrauch aus, der 6 bis 7 mal so hoch ist, als würde man vor Ort erzeugten Wind- oder Sonnenstrom benutzen.
(Prof. Niklas Höhne, IPCC-Berichterstatter, New Climate Institute, DLF 2024)
Erst in den letzten Jahren ist der Fleischverzehr bei den Deutschen ein bisschen zurückgegangen. In den 50 Jahren zwischen 1961 und 2011 war er um 137 % gestiegen. Das Fleischessen bei den Chinesen liegt jetzt fast auf unserem Niveau. Allerdings bedeutet das für dieselbe Zeit und China eine Zunahme von 1378 %. China ist einer der größten Abnehmer der deutschen Schweineproduktion, die sich vornehmlich in Niedersachsen befindet.
(Nadine Ihle-Höppner, Katalog, Technoseum Mannheim)
Bio-Archäologen fanden heraus, dass der (in sich langwierige) Prozess des Übergangs aus einer Menschheit in Horden lebender Jäger und Sammler zu in Staaten lebenden, Pflanzen wie Tiere züchtenden Verbänden vor etwa 11.000 Jahren begonnen hat. Man geht davon aus, dass vorher ca. 15 % aller Menschen durch Unfälle, Katastrophen, Gewalt umkamen. Diese Rate ist 5 mal höher als im 20. Jh. Dies, obwohl das die Zeit von 2 Weltkriegen, des Holocausts, Stalin'scher Säuberungen, der Mao'schen Kulturrevolution, ethnischer Säuberungen (wie z.B. der Türken gegen Griechen, Armenier, Kurden, dann später in Bosnien oder Ruanda) gewesen ist.
(Keith Payne, The Broken Ladder, 2017)
In den 90er Jahren kam Europas Strom zu 1/3 vom Atom, heute 1/4. Der staatl. französische Energiekonzern EdF hat Schulden: 64 Milliarden . Dies weil die Erzeugung von Atomstrom teurer wurde, die Regierung die Umlage aber gedeckelt hat. Winter 2022/2023 lag die Hälfte der franz. Reaktoren still. Sie sind alt, es gibt wenige Experten, sie müssen in USA abgeworben werden. Strom aus Deutschland wurde eingekauft. (Uns wird gern erzählt, Deutschland kauft Atomstrom von Frankreich. Beides ist korrekt, nur eines wird berichtet.)
Laut Mycle Schneider, Energiepolitikberater, ist der Anteil Atomstrom global auf 9 % gesunken. Vom Welt-Energieumsatz kommen 2 % aus AKWs. 5 AKWs gingen 2023 weltweit ans Netz, 5 wurden stillgelegt. Der AKW-Strom nahm um 1 Giga-Watt ab. Zugleich lieferten regenerative Quellen weltweit 473 GW mehr als 2022. Die 4 großen dt. Energieversorger haben sich vom Atom distanziert. Politiker wollen es umdrehen. Die neuen AKWs Chinas speisten 2023 1 GW ins Netz. Die chinesischen Solaranlagen 200 GW mehr als im Vorjahr. China ist das einzige Land, das im Plan seiner Klimaziele (für 2060) liegt. In China leben 17 mal so viele Menschen wie in Deutschland. Uns erzählen ein paar Politiker, es sei sinnlos, auf Wind und Sonne umzustellen, solange die dort viele Kohlekraftwerke neu bauen. Das ist Irreführung! (Und natürlich Whataboutism: Ich bin nicht schuld, andere sind noch viel böser.)
Atomkraft ist nicht CO2-frei.
Für Entsorgung und Müll-Einlagerung lassen sich Klimagase noch nicht berechnen. Momentan kalkuliert man für AKWs mit einem CO2-Anteil von 1/3 dessen von Gaskraftwerken. Für Windkraft rechnet man mit 1/10. Wenn man die jahrzehntelangen Subventionen fürs Atom ignoriert, kann man behaupten, Atomkraft wäre preiswert. (CDU-Argument.) Das läuft aber nur, weil die Subvention für die Regenerativen in den Strompreis eingerechnet werden, während Steuergelder fürs Atom versteckt werden. Über Zuschüsse für AKWs gehen Angaben weit auseinander. Einerseits wird von 20 Milliarden , andererseits von 200 Milliarden gesprochen. Eine Studie für Atomkraft (weltweit) geht davon aus, dass Atomenergie 4-fach teurer ist als Strom aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Geothermie. Herr Jens Spahn, wie aufrichtig sind Sie eigentlich?
(HR 2024)
Das neue finnische AKW kostet fünf Mal so viel wie geplant. Weltweit (mit USA) gibt es keine Versicherung für Atomkraft, keine Banken, die ihren Bau auf Kredit finanzieren. Ohne Staatseingriffe geht das niemals. (Seltsamerweise machen sich Neoliberale für Atomstrom stark.) Für den Ausstieg strichen AKW-Betreiber bislang 24 Milliarden wegen gestrandeter Investments ein. Das könnten bis zu 100 Milliarden werden. Kohleabbau hat Deutschland (seit den 50-er Jahren) mit 500 Milliarden subventioniert. Auch regenerative Energiequellen haben Subventionen erhalten. Im Unterschied zu Atom und Kohle wurden/werden sie über den Strompreis an Kunden delegiert, während Atom-Kosten in allgemeinen Haushalten versteckt werden. Mittlerweile ist klar, dass Strom aus erneuerbaren Quellen der günstigste ist.
(Claudia Kemfert, Klima-Podcast, MDR 2021)
Da die globalen Emissionen bis jetzt noch nie sanken, sondern immer nur wuchsen (in D. sind sie tatsächlich ein wenig gesunken), kann die Menschheit noch 1.500 Gigatonnen CO2 ausstoßen, bis die Paris-Zeile durchschlagen sind. Man rechnet fürs Jahr 2030 damit.
Folglich wollen viele den Prozess strecken und sprechen von Anpassung statt Transformation. Man kann Zahlen anpassen, aber niemand kann der Natur sagen, sie hätte sich an irgendwas mal schnell zu gewöhnen. Zahlen, wie sie hinter dem Pariser Abkommen stehen, und die sagen, dass, wenn sie nicht erreicht werden, die Kipppunkte fallen, die globale Katastrophenkaskade also beginnt, sind keine politischen oder argumentativen Zahlen, wie wir es von Lohnverhandlungen kennen, sondern unumstößliche, wissenschaftlich belegte Fakten. Etwas, was inzwischen über 99 Prozent von Tausenden weltweiten Studien vorhersagen, wird in keinster Weise davon berührt, dass irgendwer eine oder zehn Minderheitsmeinungen-Studien hochhält, die in aller Regel von den Ölverkäufern gesponsert wurden und von politisch rechten sogenannten Skeptikern im Internet gestreut werden.
Abschmelzung polarer Eiskappen, Anstieg der Ozeane, Auftauen von Sibirien und Nordkanada/Alaska, Austritt des Methans dort, wodurch der Klimawandel sich potenziert. Abschwächung des Golfstroms im Nordatlantik, dann wohl Eiszeit in Europa. Mit all dem werden alle noch folgenden Generationen leben müssen. Umgedreht werden kann das dann von keinem mehr. Bei den Computermodellen gibt es immer mehrere Wahrscheinlichkeiten, für die mit verschiedenen Wahrscheinlichkeitsgraden gerechnet wird. Eine Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent gilt als geringe Wahrscheinlichkeit. Würden Sie einen Flieger nehmen, dessen Absturz zu einem Drittel sicher ist? Fakt ist: Momentan sind alle vorhergesagten Entwicklungen auch eingetroffen und zwar deutlich schneller, als vorhergesagt..
(Scientists for Future Österreich, 2024)
Der Gini-Index ist die gebräuchliche Zahl zur Messung der Ungleichheit. Er bewegt sich zwischen 0 und 1. Null würde er sein, wenn alle Bewohner eines Landes ein gleich großes Vermögen hätten. 1 würde er betragen, wenn eine Person alles hätte, die Anderen alle nichts. Zwischen 1975 und 2012 wuchs der US-Gini von 0,355 auf 0,452. Zur selben Zeit wuchs der Polarisations-Index für Abgeordnete des Repräsentantenhauses von 0,5 auf 1,1. Er ist ist niedrig, wenn bei Abstimmungen demokratische und republikanische Abgeordnete für dasselbe stimmen, hoch, wenn sie das Gegenteil der anderen Partei verlangen.
(Keith Payne, The Broken Ladder, 2017)
Pro Jahr werden Vermögen von 400 Milliarden (0,4 Billionen) vererbt. Davon fallen an die Allgemeinheit 9 Milliarden als Abgaben. 391 Milliarden bleiben weiterhin in Privathand.
(Peer Steinbrück, WDR 2023)
Für die Autorin Friedrichs beginnt Reichtum in etwa bei einem Vermögen von 4 Millionen Euro. Superreiche sind für sie dann Personen, deren Vermögen 100 Millionen übersteigt. Das sind geschätzte 4.000 Menschen in Deutschland. Zusammen besitzen sie ¼ des Finanzvermögens im Land. Laut Friedrich ist die Familie, der der Pharma-Konzern Boehringer Ingelheim gehört, die reichste von allen. Sie taucht in der Reichen-Liste des Manager Magazins (249 Einträge) gar nicht auf.
(Julia Friedrichs, Die geheime Welt der Superreichen, SR 2024)
4 % des weltweiten Steueraufkommens stammen von Vermögens-, Einkommens-, Erbschaftssteuern. Zu 44 % finanzieren sich Staaten aus Konsumsteuern (z.B. Mehrwertsteuer). Oxfam wünscht sich Vermögenssteuern in allen Staaten. Wer mehr als 5 Millionen $ hat, sollte jährlich 2 % hiervon als Steuer abtreten. Wer mehr als 50 Millionen $ besitzt, 3 %. Wer mehr als 1.000 Millionen $ (1 Milliarde) hat, sollte jährlich 5 % für öffentliche Aufgaben abgeben. Deutschlands Vermögenssteuer wurde 1997 bei Helmut Kohl abgeschafft (genauer: ausgesetzt), nachdem das Verfassungsgericht den Modus, wie sie eingezogen wird, für nicht verfassungskonform erklärt hatte. (D.h., man hätte ihn ändern können. Die hierauf folgende SPD-Regierung (Schröder) tat das nicht.)
(Oxfam, WDR 2024)
Länder wie die der USA, Großbritanniens, Frankreichs ziehen einen Anteil von Vermögenssteuern seitens der Reichen ein, der jährlich 3 - 4 % der Wirtschaftsleistung des Lands entspricht. In Deutschland liegt der Wert bei 1 %.
(Marcel Fratzscher, DIW, DLF 2024)
Armutsbericht 2021 des Paritätischen Wohlfahrtsverbands: 17 % der Bevölkerung leben an oder unter der Armutsgrenze. 20 % aller Kinder wachsen in Armut auf.
(Der Paritätische, BR 2023)
Etwa 20 % der 15-Jährigen können nicht gut lesen und schreiben. 1/5 der Jugend ist durch ihre Schulen nicht zur Übernahme qualifizierter Arbeit befähigt worden.
(Georg Cremer, VWL-Prof, Freiburg, DLF 2021)
Wer in Deutschland Polizisten wegen Gewalt und Fehlverhalten im Dienst anzeigt, hat es schwer. Nur 2 % der Anzeigen führen auch zu einem Verfahren vor Gericht. Der Rest wird eingestellt.
(HR, 2024)
Von 2015 bis 2023 hat es 2.705.701 Anträge auf Asyl gegeben. Ende 2023 befanden sich 3,1 Mio. Schutzsuchende in Deutschland (Ukrainer inklusive). Dabei war die Schutzwürdigkeit von 2,25 Mio. schon anerkannt. Von 1.149.951 Ukrainern waren 1.110.855 anerkannt.
Entsprechend einer EU-Vereinbarung bekommen Ukrainer ab Eintreffen Bürgergeld. Alle anderen Asylbewerber erhalten während ihres Verfahrens 18 % weniger als langzeitarbeitslose Inländer und Mindestrentner. Sobald sie anerkannt sind, bekommen sie Bürgergeld.
Die Zahl aller Empfänger lag bei 5,46 Millionen Ende 2023. Davon waren 2,61 Migranten der 1. Generation. 710.967 Ukrainer, 921.323 andere, vor allem aus Syrien und Afghanistan. Bei 760.305 der migrantischen Bürgergeld-Bezieher ist Arbeitsunfähigkeit festgestellt (z.B. weil sie keine 15 Jahre alt sind, krank oder behindert).
Solange Asylbewerber nicht anerkannt sind, wird ihnen Arbeitsaufnahme z.T. verboten. Das der Arbeitsagentur nahestehende IAB-Institut hat 2023 festgestellt, dass Arbeitsaufnahme im 1. Jahr bei 7 % liegt, 6 Jahre nach Zuzug bei 54 %, ein Jahr danach bei 62 %. Flüchtlinge des Jahres 2015 (man erinnere sich der Untergangsprognosen) befanden sich 2021 zu 54 % in sozial-abgabenpflichtiger Arbeit.
Das DIW sagt, weltweite Studien hätten erbracht, dass die Modalitäten des Sozialsystems nicht über den Andrang von Flüchtenden entscheiden. Im Chor der Experten gibt es eine Ausnahme, die in der Debatte oft zitiert wurde: die Studie dreier Profs der US-Uni Princeton, 2019. Dabei ging es um Dänemark. Dort wurden 2002 (!) Leistungen für Asylbewerber halbiert. Laut Princeton-Studie sank der Zuzug um 5.000. Das waren 3,7 % vom Ganzen. Die Studie ist umstritten. Würden wir glauben, dass solche Kürzungen auch bei uns 3,7 % vom Gesamtaufkommen wegnehmen, würde an der Größenortung von etwa 3 Millionen sich so gut wie gar nichts ändern. Es sieht doch wieder stark nach einer dieser Scheindiskussionen aus, die sich Politiker von Regierung und Opposition in den Talk Shows der Medien liefern. (Beide Lager wissen, wovon wirklich zu sprechen wäre, tun das aber nicht.)
(Miosga Faktencheck, ARD 2024)
2023 stellten 351.000 Menschen einen Antrag auf Asyl. Nach 2015 hatte der Innenminister Horst Seehofer (CSU) gesagt, Deutschland könne pro Jahr 200.000 Asylanten verkraften und dieses als Obergrenze gefordert.
(SWR 2024)
Im Jahr 2024 erschossen deutsche Polizisten zwischen Januar und Oktober 17 Menschen in Ausübung des Amts..
(HR, 2024)
In Folge der Erzeugung von Fleisch- und Milchprodukten leben auf der Erde heute sieben Mal so viele Wiederkäuer, wie es auf natürliche Weise gäbe. Problem vor allem: Methan.
(SWR 2023)
Vom in der EU produzierten Getreide gehen 60 % in Fleischproduktion. Ein riesiger Energieverlust, weil Nahrungsmittel der Erde abgerungen werden, um in Tieren zu landen, die nicht annähernd diese Energie an die Esser weitergeben.
(Ulrike Herrmann, Das Ende des Kapitalismus, SWR 2022)
In Deutschland essen Männer wöchentlich 1,1 kg Fleisch/Fleischprodukte, Frauen 0,6 kg.
(Funkkolleg Klima, HR 2023)
Von den nach Deutschland kommenden Migranten waren zwischen 2010 und 2021 zirka 15 % Flüchtlinge und 50 % Arbeitsemigranten aus EU-Staaten. Dazu kommen quotierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten, z.B. vom Westbalkan (also mehrheitlich Muslime (!) aus Kosovo, Albanien, Bosnien, Nord-Mazedonien, Bulgarien).
(Bundesagentur für Arbeit, DLF 2024)
Kompensationszahlungen für CO2, z.B. für Interkontinentalflüge, werden unrealistisch berechnet. Manchmal nur 0,25 pro Person/Tonne CO2. Würden alle Folgekosten einkalkuliert, müsste 1 Tonne allerdings 195 kosten.
(Claudia Kemfert, Klima-Podcast, MDR 2022)
Im Durchschnitt emittiert jeder Deutsche 7 bis 11,2 Millionen t CO2/Jahr. 11.200.000 t. Durchschnitte täuschen hin und wieder sehr. Die Menge ist ungleich verteilt. Das reichste 1 % liegt bei 118 t. Menschen der ärmeren 50 % (über 40 Millionen) bei jeweils 5,9 t. Laut Weltklimarat stünde, wenn jeder auf der Erde gleiches Recht bekäme, allen jeweils 1 t zur Verfügung. Grotesk, in Debatten aufs Bevölkerungswachstum Afrikas zu verweisen. Der Durchschnitts-Deutsche erzeugt 100 mal mehr CO2 als ein Äthiopier.
(Ulrike Herrmann, taz, WDR, HR, 2023)
Historisch gesehen hat kein Land annähernd so viel CO2 produziert wie die USA. Trotz großer Fortschritte ist das immer noch so. Die deutsche Volkswirtschaft erzeugt, auf den einzelnen Bürger umgerechnet, jedes Jahr 8 Tonnen CO2, Amerikaner 15 t.
(HR 2024)
In den USA wandern jährlich 14.000.000 t Kleidung in den Müll. In der EU sind es 5.800.000 t. Innerhalb von 5 Minuten haben die Deutschen mehr als 9.000 Kleidungsstücke weggeschmissen. Mehr als 50 % aller T-Shirts gehen in Deutschland außer Dienst, bevor seit dem Kauf 37 Tage ins Land gegangen sind.
(Ortwin Renn, Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit Potsdam, in: Nick Reimer & Toralf Staud: Deutschland 2050, 2021)
Um die mittlere globale Temperatur erstmals um ein halbes Grad Celsius ansteigen zu lassen, waren 80 Jahre Zeit erforderlich. In den nächsten 23 Jahren stieg die Temperatur um noch ein halbes Grad. Schon in nächster Zeit werden wir die - mal als vertretbare Grenze fürs Jahrhundert genannten - 1,5 Grad erreichen. Dazu werden in etwa 12 Jahre nötig gewesen sein. Wir befinden uns in einer sich immer schneller drehenden Todesspirale, die dann bei 2 oder 3 Grad nicht aufhört, wenn wir die Lebensweisen nicht radikal verändern.
(Frank Bättcher, Meteorologe, HR 2024)
Seitdem die CDU argumentiert, die Krise der Wirtschaft und der Fachkräftemangel kommen in Griff, wenn man das Bürgergeld abschafft und Druck auf Arbeitsverweigerer macht, nennt sie Zahlen wie 5,5 Millionen Leistungsberechtigte, 3,7 Millionen Bürgergeldempfänger, die arbeitsfähig sind. In Wahrheit stehen dem Arbeitsmarkt nur 1,7 Millionen Bürgergeld-Bezieher aktuell zur Verfügung. Die höhere Zahl enthält Menschen, die wegen unbezahlter Pflege (Alleinerziehende, Altersbetreuung von Angehörigen) nicht einsatzfähig sind, lange krank geschrieben sind, sich in Kursen (Deutsch) befinden, assistenzspersonenbedürftig sind, als Jugendliche zur Schule gehen sowie Weitere. Von den genannten Personen stehen viele dann aber auch nur stundenweise zur Verfügung. Vollzeit vermittelbar sind nur 235.000 Bürgergeldempfänger.
(Helena Steinhaus, Hartz-IV-Kritikerin, Verein Sanktionsfrei, SWR 2024)
Einem alleinstehenden Bürgergeld-Empfänger stehen 195 für Essen und Trinken zu. Weniger als 50 in der Woche.
(HR 2024)
Die heute verwendeten Solarzellen bestehen zu 90 % aus Silizium und sind außerdem recyclebar. Da Silizium 28 % der Erdkruste bildet, ist es so gut wie unerschöpflich. Solarzellen können 20 % der auf sie treffenden Lichtenergie als Strom bereitstellen. Eine Stromerzeugung aus Pflanzenmaterial schafft 1 % der Energie der Pflanzen. Für Herstellung, Betrieb und Entsorgung anfallende Ausgaben haben Photovoltaik-Anlagen in Deutschland nach 5 bis 18 Monaten hereingeholt.Ihre Lebensdauer beträgt 25 bis 30 Jahre. PV-Anlagen in Mitteleuropa sind wesentlich kleinflächiger und seltener bestrahlt als in Südwest-USA, Brasilien, Portugal, Nordafrika, Arabien etc., daher mit 5 bis 10 Cent Kosten für 1 Kilowattstunde auch deutlich teurer als dort. (Auf See, wo allerdings wesentlich mehr in kürzerer Zeit erzeugt werden kann, sind sie noch kostenintensiver.) Sie liegen preislich somit etwa wie Kohle und Wasserkraft, sind teurer als Gaskraftwerke (die den Treibhauseffekt befördern), allerdings immer noch billiger als Geothermie und Biomasse-Stromerzeuger.
(David Nelles, Christian Serrer, Die Klimalösung, 2021)
Das Lobbyisten-Register des Bundestags zählt mehr als 5.500 Lobbygruppen. Deren Personal umfasst 30.000. Pro MdB gibt es 40 Interessenagenten.
(Funkkolleg Klima, HR 2023)
In auf 2023 folgenden Jahren wird es zu einem Netto-Minus an Arbeitnehmern in Deutschland von 5 Millionen Menschen kommen. (Aufrechnung von Verstorbenen bzw. in Rente Gehenden gegenüber neu Eintretenden.)
(Marcel Fratzscher, DIW, SWR 2023)
China ist mittlerweile das Land mit dem größten CO2-Ausstoß der Welt, obwohl es nicht das mit dem insgesamt größten in seiner Industriegeschichte ist, das sind die USA. Auf den Kopf der Bevölkerung umgelegt haben die Chinesen mittlerweile den Durchschnittswert der EU überschritten. Aber es gibt auf der gesamten Welt kein anderes Land, das so viel in Windkraft, Solartechnologie, e-Antriebe und Transformation der Landwirtschaft investiert wie China. Man rechnet für die Jahre 2027/2028 mit dem Peak, ab dann wird China Jahr für Jahr weniger Klimagase ausstoßen. Geplant war das erst für 2030, die Klimaneutralität für 2060, während sie die EU schon bis 2050 schaffen will. Wann immer ihr was von den vielen neu zugebauten Kohle- oder Atomkraftwerken in China erzählt bekommt: Es ist rhetorische Vernebelung, um eigenes Versagen zu kaschieren.
(HR 2024)
Laut Pariser Klimazielen verfügt Deutschland über das Guthaben von 115 Giga-T CO2-Äquivalente. (Äquivalente: auch andere schädliche Gase werden beachtet.) 1 Giga-T sind 1 Milliarde t, 115 Giga-T sind 115.000.000.000 Tonnen. Davon hatten wir bis 1950 ein Drittel schon weg. Danach waren es pro Jahrzehnt ca. 10 Giga-T. Am meisten in den 1970-ern: mehr als 13 Giga-T. Es ergibt sich, dass unser Guthaben 2030 erschöpft sein wird. Unsere Gesetze wollen Null ab 2050. Das Bundesverfassungsgericht hat verlangt, dass ein CO2-Restguthaben in Ziffern benannt wird. Das ist bis heute nicht erfolgt.
(Claudia Kemfert, MDR 2021; Funkkolleg Klima, HR 2023)
Die als Gesetz vom Bundestag (Große Koalition) verabschiedeten Ziele für 2050 sollen die Werte des Weltklimaabkommens Paris 2016 bewirken. Wissenschaftlich ist Konsens, dass die Pariser Zahlen keine verhandelbaren Annahmen, sondern Fakten sind. Werden sie nicht erreicht, klappen die globalen Kipppunkte um: Eis in Grönland, Eis am Südpol, gefrorenes Gas in Sibirien, Golfstrom. Die Ziele Deutschlands wollen für 2030 noch 65 % des jährlichen CO2s von 1990. Schon hetzt geht man davon aus, dass sie nur noch sind, wenn es sowohl gelingt, auf Dauer große Massen grünen Wasserstoff zu beschaffen aber auch einen großen Teil des CO2s unter der Erde zu lagern (Carbon Capturing). Vor 2030 ist grüner Wasserstoff aber eine Utopie. Auch danach wird er Luxus für Spezialaufgaben sein. H-Grün heißt, dass der benötigte Strom ohne CO2-Abgabe entsteht und dass die Frage des Transports aus Australien, Kanada, Brasilien, Nordafrika gelöst ist.
(Funkkolleg Klima, HR 2023)
In den Jahren 1933-1945 wurden in Deutschland über 16.000 Todesurteile von Sondergerichten und dem Volksgerichtshof gefällt. 60 % nach Beginn des Krieges (Sept. 1939). Mindestens 423 Todesurteile wurden in Stuttgart vollstreckt. Zirka 100 betrafen die Verteilung von oppositionellen Druckschriften oder kritische Reden, die Denunzianten angezeigt hatten. Etwa 50 Deserteure wurden (in Stuttgart) hingerichtet. Hier nun folgt die Zahl der nach dem Kriegsende von den deutschen Gerichten wegen ihrer Richtertätigkeit in dieser Zeit zu irgendwas Verurteilten: 0 (kein einziger). Sie taten als Beamten ihre Pflicht.
(Haus der Geschichte Baden-Württemberg, 2023)
In den ersten 15 Jahren des Bundesverwaltungsgerichts waren 36 % seiner Richter vormalige NSDAP-Mitglieder.
(ehem. BVG-Vorsitzende Eckertz-Höfer, DLF 2023)
Ein deutscher Haushalt musste 1950 45 % vom Einkommen für Nahrung ausgeben. Heute sind es 14 %.
(Werner Bätzing, Kulturgeograf, ehem. Uni Erlangen, SWR 2024)
80 % der EU-Subventionen für Landwirte landen in Agrar-Großbetrieben. Zum Teil auch beim Lebensmittelhandel.
(Werner Bätzing, Kulturgeograf, ehem. Uni Erlangen, SWR, 2024)
Den Bauern gibt es nicht. Das jährl. Einkommen bäuerlicher Betriebe schwankt von 11.000 zu 110.000 . Allerdings sind 50 % Subventionen (Transfers), die über die EU fließen und dort geregelt werden. Die EU verteilt 400 Milliarden . Um vergleichen zu können, wird ein theoretischer Gewinn errechnet, bei dem zählt, wie viele Personen am Hof unterhalten werden. Dann lag das Einkommen 2021-2023 bei 45.000 /Mensch. Auf Grund der Entwicklung von Jahrzehnten produziert die Landwirtschaft zu viel zu billige (auch qualitativ) Nahrung. Vieles für Export. Bei Schweinen werden 130 % des Inlandsabsatzes für den Export verkauft. Dennoch gilt unterm Preisdiktat der Handelsketten die Maxime : Wachse oder weiche! 4 Handelsketten teilen sich 80 % des Markts. (aldi, Lidl/Kaufland, Rewe/Penny, Edeka/Netto) In den vergangenen 10 Jahren gingen 25 % der Milch- und 20 % der Schweinebetriebe ein. Bzgl. Klima errechnete die Folgenkommission, der Steuerzahler werde 60 Milliarden Schäden tragen müssen, wenn die Landwirtschaft sich nicht umstellt. Die Kosten solcher Umstellung wären ein Bruchteil. Zurzeit gibt es 1 Milliarde zur Modernisierung von Schweinemast. In Umfragen und bei Bauernprotest erklärt die Masse der Bürger sich stets solidarisch mit den Bauern. Wenn sie das aber wären, würden sie sich im Markt für teurere Stücke Fleisch, Wurst, Butter, Joghurt, Milch, Sahne entscheiden, als sie es tun (nach Angabe der Händler).
(ARD Presseclub, 2024)
2005 bis 2011 gingen die dt. Höfe von 400.000 auf 295.000 zurück. Das Statistische Bundesamt nannte 1995 die Zahl 500.000, 2022 dann 250.000. Das Höfesterben hängt an den Preisen der Handelsketten. Nur 4 Anbietergruppen verkaufen 4/5 aller in Deutschland verzehrten Waren.
(MDR 2024; Omid Nouripour, Grüne, Maischberger, WDR 2024)
Mit vor sind die Jahre 1995 - 2003 gemeint. Mit nach die nach der Agenda-Politik der SPD-Grüne-Koalition von G. Schröder (2003 - 2011).
Summe aller Arbeitsstunden v. Menschen (jährlich), davor: 57,1 Mrd. , danach: 56,6 Mrd.
Arbeitslose, davor: 10,3 %, danach: 9,1 %
jährl. Steigerung Produktivität, davor: 0,97 %, danach: 0,72 %
jährl. Reallohnanstieg, davor: größer 0, danach: - 0,8 %
Anteil v. Lohn/Gehalt an Wertschöpfung, davor: 54 %, danach: 51 %
Gini-Zahl f. gesell. Gleichheit (0= gleich, 1= sehr ungleich), davor: 0,25, danach: 0,31
Menschen, die neu in Arbeit kamen: davor: 1.754.000, danach: 831.000
jährl. Anstieg Lohn-Stückkosten, davor: 0,29 %, danach: 0,45 %
Investitionen in Vergleich zum BIP: davor: 21 %, danach: 18 %
jährl. Wachstum, davor: 1,95 %, danach: 2,34 %
Haushaltsdefizit (% des BIP), davor: 2,1 %, danach: 1,9 %
jährl. Wachstum Export, davor: 9 %, danach: 7 %.
(Jürgen Reifenberger, Historiker, Publizist, Neoliberalismus, 2015)
Zigaretten brachten in den 90-er Jahren in den USA mehr Menschen um als alle zusammen Verkehrsunfälle, Suizide, Aids, Alkohol, Heroin, Kokain, Brände, Morde.
(Paul Hawken, Kollaps oder Kreislaufwirtschaft, 1993)
In den Jahren 2020 und 2021 hat das reichste 1 Prozent der Menschen ein zusätzliches Vermögen von 26 Billionen Dollar erworben. (26.000.000.000 $) Die übrigen 99 Prozent konnten ihren Reichtum um die Hälfte dieser Zahl steigern. Von März 2020 bis November 2022 wuchs der Reichtum des EINEN Prozents täglich 2,7 Milliarden $. Erstmals nahm der Hunger wieder zu (820 Millionen Menschen). Die Hälfte des reichsten 1 % lebt in Staaten ohne Erbschaftsteuer. Sie vererben jährlich 5 Billionen $, steuerfrei. Das gesamte Afrika bringt so ein BIP nicht zusammen.
(Oxfam, HR 2023)
Auf der Welt gibt es einen kleinen Kreis von Männern, ihre Zahl liegt unter 10, die (zusammen) so viel besitzen wie die ärmere Hälfte aller Menschen. (Männer, es sind keine Frauen dabei.)
(Uwe Lübbermann, Unternehmer, Hamburg, SWR 2022)
Bei Befragungen in diversen Ländern wurde gefragt, was gerecht wäre, um wie viel Mal mehr Manager als die Arbeiter verdienen sollten. Dann wurde gefragt, was die Leute glauben, wie es in der Wirklichkeit in ihren Firmen ist. Die Führungskräfte großer Unternehmen (nicht Besitzer, nicht Aktionäre, vielmehr leitende Angestellte), das wie Vielfache eines einfachen Angestellten sollten sie erhalten? Im Durchschnitt der Länder glaubten die Menschen, dass Spitzenverdiener etwa das Zehnfache kassieren. Richtig hätten sie allerdings nur das 4,6-fache gefunden. Die Antworten derer, die sich für links, derer, die sich für rechts, derer, die wenig, derer, die gut verdienten, unterschieden sich kaum. Immer kam ein Faktor zwischen 4 und 5. Die reale Spaltung der Gesellschaft hatten die Befragten ganz krass unterschätzt. Nordamerikaner dachten, Manager verdienen bei ihnen das 50-fache, wohl etwa 1 Million $ im Jahr. Tatsächlich lag der Durchschnittsverdienst für Angestellte bei 35.000 $. Die CEOs nahmen jedes Jahr 12 Millionen $. (Salär und Boni addiert.) Es handelte sich ums 350-fache.
(Keith Payne, The Broken Ladder, 2017)
Zwischen 1992 und 2008 stiegen die deutschen Unternehmensgewinne um 114 %, die Unternehmenssteuern nur um 62 %.
(Jürgen Reifenberger, Neoliberalismus, 2015)
Die 5 reichsten Familien Deutschlands konnten ihre Vermögen 2020 - 2023 um 75 % wachsen lassen. Von 89 Milliarden auf 155 Milliarden . Die deutschen Vermögen sind so ungleich verteilt wie in fast keinem anderen Staat der EU. In England ist die Spaltung größer, doch England ist nicht in der EU. Andere wirtschaftsstarke Länder wie Frankreich, Italien, Schweden, Niederlande haben deutlich geringere Unterschiede als die Deutschen.
(Oxfam, WDR 2024)
Es gibt zwei Familien in Deutschland, die genauso viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung.
(Linus Westheuser, Soziologe, Humboldt-Universität Berlin, RBB 2023)
In Sachen Ungleichheit spielt Deutschland im globalen Maßstab weit vorn. Das reichste eine Prozent (1 %) verfügt über 24 % aller Vermögen. 2022 galten 16 % aller Menschen in Deutschland als arm. Sie verfügten über weniger als 60 % des Median-Einkommens. (Median: Die Anzahl der Menschen mit weniger ist dieselbe wie die von Menschen mit mehr.)
(Der Paritätische, RBB 2022)
Bereits in den neunziger Jahren war die Umverteilung von unten nach oben in den USA so weit gediehen, dass das oberste 1 % dort 40 % des Vermögens hielt.
(Paul Hawken, Kollaps oder Kreislaufwirtschaft, 1993)
Wie für mehrere Jahre vorher bescheinigte der Weltklimarat (IPCC-Bericht) Deutschland für 2022, die angemeldeten Werte zur Erreichung der Pariser Vereinbarung nicht geschafft zu haben.
(Pauline Brünger, Philosophin, Köln/Düsseldorf, Fridays for Future, BR 2023)
Unter den EU-Ländern ist das mit den meisten CO2-Emissionen aus landwirt. Flächen, die einst Moore waren, Deutschland. 7 % unseres CO2-Ausstoßes stammen von dort.
(NDR 2023)
Beton spielt eine enorme Rolle fürs Bauen. Mit dem Zement ist ein bei 1.000 Grad gesinterter Klebstoff dabei. Das geht mit Erdgas. Beton ist für 4 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Flugzeuge für 8 %.
(Jonas Malzahn, Städtebauinstitut Uni Stuttgart, HR 2023)
Friederike Otto berechnet am Imperial College London, wie wahrscheinlich Extrem-Wetter gewesen wäre, wenn CO2-Einträge der letzten 250 Jahre nicht gewesen wären. Starkregen wie an der Ahr 2021 ist fünf Mal wahrscheinlicher als im Jahr 1800. Es gab so eine Ahr-Flut schon Ende des 19. Jh.s. Es wird sie zukünftig häufiger geben. Darum war es unklug, die Häuser dort noch einmal zu errichten.
(Friederike Otto, Physikerin, WDR 2023)
Dürren, wie sie die Nordhalbkugel 2022 erlebte, kommen etwa alle 20 Jahre vor. Vor der Industrialisierung sind sie alle 400 Jahre passiert, errechneten Attributionsforscher.
(Katja Horneffer, ZDF Meteorologin, BR 2023)
Faktisch sind im dt. Bergbau (z.B. Braunkohle) noch wenige Tausend tätig. Die Energieversorger, als sie ins Hintertreffen gegenüber Strom aus Wind-/Sonnenenergie zu geraten drohten, versorgten die Politik mit Studien, die Hunderttausende gefährdeter Arbeitsplätze nannten. Das schafften sie, indem sie z.B. alle bei den Bäckern und Metzgern Beschäftigten in Regionen um Tagebaue zu bedrohten Arbeitsplätzen ernannten. Nach 2010 entfielen im Bergbau 5.000 Stellen. Nach 2011 entfielen im Solarbereich 100.000 Stellen, weil China den Markt übernehmen konnte. Weil der Bund keine Subventionen mehr leistete, der sogenannte Altmaier-Knick. Eine Debatte fand nicht statt, die größte Oppositionspartei saß mit in der Regierung, die SPD.
(Annika Joeres, Funkkolleg Klima, HR 2023)
Heute stammen 50 % des in D erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen.
(Ortwin Renn, Nachhaltigkeitsforscher, BR 2023)
Vom Energieverbrauch (Produktion, Heizung, Verkehr, Entsorgung) kommen 2,8 % aus Solarenergie, 5,3 % aus Windkraft. Der Anteil solcher Quellen der Stromerzeugung liegt bei 50 %. Strom ist aber nicht alle Energie, die wir brauchen. (siehe: Benzin, Heizung etc.).
(Umweltbundesamt 2022, Ulrike Herrmann, taz, WDR 2023, HR 2023)
Wasserstoff muss aus Wasser produziert werden. Grüner Wasserstoff muss in Zonen erzeugt werden, wo man leicht/billig an Sonne/Wasser (möglichst ohne Entsalzung) kommt. (Kanada, Brasilien, Australien, theoretisch Nordafrika, Arabien, Russland). Zuvor braucht man Verträge, Pipelines, Superkabel, Superschiffe. All das ist bis 2030 nirgendwo verfügbar. Für 2040 erwarten Fachleute nicht, dass Wasserstoff beim Energieumsatz einen wesentlichen Beitrag leistet. Unser Plan zur Erreichung der Pariser Ziele sieht für 2040 allerdings vor, dass nur 14 % der CO2-Menge von 1990 anfällt. Wie das, wo unsere Politiker ständig von Technologieoffenheit und supermoderner Wasserstoffversorgung quatschen? In Wahrheit scheinen sie Rationierung zu meinen.
(Falko Ueckerdt, Potsdam Institute for Climate Impact Research, HR 2023)
Dass Deutschland die für 2030 im Klimaschutzgesetz (Große Koalition) anvisierten Werte nicht schaffen dürfte, liegt neben dem Bausektor (z.B. Heizen, Abrisse) v.a. am Verkehr. Es müssten 200 Millionen t CO2 jährlich unterdrückt werden (0,2 Billionen).
(Bernhard Pötter, Table Media, DLF 2023)
Obwohl seinerzeit vor allem von der CDU heftig als Bevormundung und Wirtschaftsbremse angegriffen, haben die Lkw-Maut und die Ökosteuer-Einführung der Schröder-Regierung einen substanziellen (aber nicht genügenden) Beitrag zum Rückgang der klimaschädlichen Gase in Deutschland geleistet. 1999 wurden im Verkehrsbereich 185.000.000 Tonnen jährlich erzeugt, 2010 waren es 34.000.000 Tonnen weniger.
(HR 2024)
Ein schwedisches Unternehmen hat die wahren Kosten berechnet. Der Fahrer eines Kleinwagens zahlt im Leben 600.000 fürs Auto, mit Mittelklassewagen (Golf) 650.000 , mit SUV 1 Million. Berechnet wurden 33 Faktoren auf 50 Jahre (jährlich über 12.000 ). Hier die Versteckten: Verschmutzung, Krach, Landfraß, Raumverbrauch, Behinderung von Fußgängern/Radfahrern (soziale Kosten). Demnach subventionieren wir jeden Pkw mit 5.000 jährlich. Natürlich zahlen die Nichtautofahrer dasselbe. Den Golfbesitzer kostet sein gefahrener km (ehrliche) 51 Cent. Dazu kämen noch mal 83 Cent, die ihm die Gemeinschaft der Steuerzahler schenkt. (Haben Sie in Ihrem Leben schon mal von Sozialschmarotzern geredet?)
(Claudia Kemfert, MDR 2022)
Bisher gehen beim Auto mit Verbrennermotor drei Viertel der im Treibstoff enthaltenen Energie als Abfall (vor allem Wärme) an die Umwelt und nur ein Viertel in die Fahrleistung. Bei e-Antrieben ist das Verhältnis umgekehrt: 75 % für die Leistung, 25 % für die Tonne.
(Christoph Bals, Germanwatch , HR 2024)
Um grünen Wasserstoff zu erhalten, braucht man Strom, der ohne Fossiles erzeugt wird. Faktisch lohnen e-Autors sich fürs Klima also nur, wenn ihr Strom aus regenerativen Quellen stammt oder sie mit grünem Wasserstoff fahren. Auch ohne diese Stromfrage ist der Sinn von e-Autos fraglich. Erst wird eine Ressourcenzusammenballung von 2 Tonnen veranstaltet, dann wird sie durch die Gegend geschossen, um pro einzelnem Einsatz je 1,5 Menschen zu bewegen. Hätten intelligente Wesen sich dafür nicht was Effizienteres ausdenken können?
(Ulrike Herrmann, Ende des Kapitalismus, HR 2023)
1992 unterzeichneten die Vereinten Nationen ihre Klimarahmen-Konvention. Die Industrienationen versprachen, ihre Emissionen von klimaschädlichen Gasen zu reduzieren. Das beruhte auf Freiwilligkeit, Sanktionen waren nicht enthalten. Der globale Ausstoß von Treibhausgasen hat sich in den nächsten 20 Jahren ver-10-facht.
(Anja Reumschüssel, Klima- und Umweltschutz, Carlsen Klartext, 2020)
Bisher hat die Erde 6 massenhafte Artensterben erlebt. Das letzte war vor über 60 Mill. Jahren. Da starben die Saurier, Ursache waren wohl Asteroiden. Augenblicklich hat das 6. Massensterben begonnen. Dieses wird durch eine Spezies verursacht: Mensch. Prof. Katrin Böhning-Gaese (Senckenberg-Naturmuseum Frankfurt): Der jährliche Artenverlust ist 10 bis 100 Mal höher als er in jedem einzelnen Jahr der letzten 60 Millionen Jahre war. Öko-Systeme sind komplex. Wir Menschen durchschauen das nicht. Das Überleben unserer Art ist davon nicht trennbar. Wir haben begonnen, unsere Art zu töten, indem wir damit begonnen haben, andere zu töten. Arten, die weg sind, kommen nie wieder.
(BR 2024)
Die Wassertemperaturen der Weltmeere sind so hoch, wie noch nie gemessen. Welche Auswirkungen das auf die biologischen Kreisläufe haben wird, kann nicht eingeschätzt werden.
(Prof. Niklas Höhne, IPCC-Berichterstatter, New Climate Institute, DLF 2024)
DAC (Direct Air Capture), z.B. ORCA-Anlage (Island), filtert CO2 aus der Luft, presst es in Basalt. Das ist energieaufwändig. Je 1.000 t gefangenes CO2 werden wieder 500 t CO2 neu erzeugt! Die Intern. Energiebehörde sagt, bis jetzt werden mit DAC-Technik 0,01 Megatonnen CO2 jährl. aus der Luft geholt. (Ausgestoßen werden 37.000 Mega-T.)
Global Witness errechnete, dass DAC, wie es der Chef der Weltklimakonferenz 2023 (Sultan v. Dubai) vorschlug, würde man mit den Mitteln arbeiten, die es am Persischen Golf schon gibt, die Ziele für 2030 in etwa in 343 Jahre erreicht.
80 % des in USA verpressten CO2s werden benutzt, um Öl und Gas zu fördern (Fracking). Die Öl-Nation Norwegen treibt Carbon Storage seit Jahren. Dort werden in einem leeren Feld unter dem Meer jährlich 1 Mega-T CO2 abgelassen. Um das Weltziel für 2050 (Pariser Abkommen) zu erreichen, müsste die Menge Norwegens 1.000 mal 1.000 Mal verpresst werden. (Wo und von wem?) 1 Mio. T CO2 sind eine Mega-T. Fürs 1,5-Grad-Ziel müssten aber 1.000 Giga-T aus der Atmosphäre geholt werden. Eine Gigatonne sind 1 Milliarde Tonnen: 1.000.000.000 Tonnen.
Davon wäre (weltweit) das Tausendfache einzuholen. Erst dann ist es eine Gigatonne CO2,
(RBB 2023)
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Erste Veröffentlichung auf e-Stories.de am 18.08.2021
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