Wolfgang Luttermann

Buchvorstellung: Was willst du mal werden? - Wenn's geht, Poet!

  ISBN: 978-3-8334-6437-9

Nimm doch die Freiheit dir heraus,
gönne dir ein, zwei Flaschen Gutes,
trag den Gedichtband mit nach Haus,
gleich bist du guten Mutes.

Bebet der Vulkan, die Erde zittert,
wenn ein Asteroid herniederfällt,
bleib locker und sei nicht verbittert,
weil nur die schönste Stunde zählt.

Das Leben ist zu kurz zum Schmollen,
dafür nimm dir nicht die Zeit,
schöpfe Freude und Frohsinn aus dem Vollen,
leg die Sorgen ab unter Vergangenheit.

Falls du mal doch von Pein beflügelt,
und das Leben scheint dir schwerlich,
Trübsinn wird gleich weggebügelt,
lese meinen Band, "ganz ehrlich".

So ist's, was soll ich dir noch sagen,
mach endlich locker die paar Kröten,
diesen Luxus kannst du wagen,
sonst gehn sie für was anderes flöten.

Ein armer Poet.

Leseprobe:

Dankbarkeit

Kindergarten, Schule, Job,
Hochzeit, Kinder, alla hopp,
Geackert, getan ,gemacht und gegeben,
standest deine Frau im Leben.

Warst immer fleißig, stetig ehrlich,
auch wenn das Leben oft beschwerlich,
hast nie gemotzt,geflucht,gestöhnt,
und stetig noch den Mann verwöhnt.

Vier Kinder hattest du geboren,
zu früh den lieben Mann verloren,
ob Frühling, Sommer, Herbst und Winter
warst immer da für deine Kinder.

Hast mit ein paar Mark Witwenrente
gesorgt für die Kinder, Kraft deiner eigenen Hände
Sie auf den rechten Weg gebracht,
das sei so schnell nicht nachgemacht.

Wolltest selten dich beklagen,
nur manchmal an ganz miesen Tagen.
Warst stetig eine starke Frau,
und nun sind deine Haare grau.

Bezahlt fast 50 Jahre in die Rente
abgeschafft und zittrig, deine Hände.
Nun bist einsam du und krank,
sitzt traurig im Park auf einer Bank.

Machst dir auf`s Leben deinen Reim
und wohnst in einem Altersheim.
Bist vier mal Mutter, acht mal Oma
starrst ins Leere, wie im Koma.

Der Dank für Entbehrung, Opfer, Fleiß,
du stehst auf einem Abstellgleis,
dein Sinnen gilt der Jugendzeit,
doch fehlt dir die Gerechtigkeit.

Bis dass die Englein bei dir landen,
hast du die Prüfung längst bestanden,
vielleicht wartet schon am Himmelstor,
der liebe Mann schon lang davor.

Du bist gegangen, wie das so ist,
auf einmal wirst von allen sehr vermisst,
da ist doch irgendwas verkehrt,
wenn jetzt erst kennt man deinen Wert.

Der Herr hat es gegeben, der Herr hats genommen,
doch die Dankbarkeit ist bei dir nicht angekommen.




Das Unverzichtbare

Leicht wie der Hauch von Blumenduft,
die Rose weilt zum pflücken,
atmen bedarf der Luft,
sonst wird man ersticken.

Jed`Kreatur muß sich bewähren,
bedarf`s dem Wachen wie dem Schlaf,
will es Leben sich ernähren,
ist`s Tier gar Bettler oder Graf .

Bedarf es Fleiß schön bienenhaft,
ein Tiger jagt die Meute,
auf dass der Erdenbürger schafft,
so finde er die Freude.

Wohl dem der seinen Partner finde,
er bleib ihm treu sein Leben,
erfährt er Freundschaft Liebe im Gebinde,
darf sie auch wiedergeben.

Sei einst bedeckt dein Bett mit der Erden Haube
ist von der Wiege bis zur Bahre
unverzichtbar nur der Glaube
zählt bei Gott allein das Wahre



Die Perlenhochzeit

Eingeschnitzt in eine Linde,
strahlt stolz das Herz der Liebe,
getrotzet mancher Stürme Winde
überdauert 30 Jahre unzähliger Triebe.

Auf der Sehnsucht leiser Sohlen.
der Gefühle zarter Schwingen,
das Glück von einst zurück zu holen,
soll die Hammernacht der Nächte bringen.

So reißt ein Paar nach dreißig Jahren,
in das Hotel voll mit bedacht,
gleich starke Liebe zu erfahren,
wie einst bei ihrer Hochzeitsnacht.

Der Mann lag schon im Bette,
als die Tür vom Bade knackt,
er fiebert um die Wette,
sie trat in`s Zimmer splitternackt.

Mein Liebster, spricht nun die reife Frau,
was hast du damals dir gedacht,
dein Herz so gehämmert, deine Augen so blau,
als du mich entjungfert, einst in dieser Nacht.

Ach, Liebste damals war ich noch voll der Lüste,
selbst heut spür ich das Verlangen vibrieren,
nach aussaugen war mir, so prall deine Brüste,
bei dem Sex mit dir wollt ich den Verstand voll verlieren.

So weit so gut ,doch leider,
frei von der Leber und ungezwungen,
sprach der dumme Mann dann weiter,
das wär ihm auch beides ganz gut gelungen.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 2007-02-17. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).