Gerhild Decker

Buchvorstellung: Streifzug durch den Lebensgarten

  Nach dem begeistert aufgenommenen Debut "Sinnenflut" liegen mit diesem umfangreichen und liebevoll gestalteten Buch neue stimmungsvolle Gedichte und Kurzgeschichten vor, mit viel Geist und immer gepaart mit einem Herz- und Augenzwinkern.

Gerhild Decker lädt den Leser zu einem Rundgang durch den Lebensgarten ein, beschreitet dabei auch stille Wege und ist doch immer mit der gespitzten Feder am Puls des Lebens.

Sie durchstreift die Jahreszeiten mit einem Auge für die Schönheiten am Wegesrand, beschreibt die Facetten des Miteinanders und lässt auch die Tierwelt humorvoll zu Wort kommen.

Lehnen Sie sich zurück, machen Sie es sich bequem und genießen Sie einen literarischen Urlaubstag im Lebensgarten!


Leseprobe Kurzgeschichte:

Frauenlist und Männerhose

Es war ein sonniger Montagmorgen, wir saßen am Frühstückstisch und mein Göttergatte genoss sichtlich sein frisches Marmeladenbrötchen und den brühfrisch duftenden Kaffee.
Ich versuchte meine Anspannung zu verbergen und hielt meine Ohren gespitzt.
Endlich konnte ich das so herbeigesehnte Geräusch wahrnehmen.
Unverwechselbar ist dieses Gerumpel, mit dem sich die Müllabfuhr ankündigt.
Heute war es gleichzeitig das Startzeichen für meinen Einsatz.
Wie von der Tarantel gestochen sprang ich hoch, murmelte etwas von „Mülltüte vergessen“ und schon war ich draußen.
Hinter dem Hortensienbusch, gleich am Gartentor, hatte ich einen
Plastikbeutel versteckt. Inhalt: Ehemannes
Rundumdieuhr-Lieblingshose. Verbeult, abgewetzt und ausgeleiert hatte die ihm viele Jahre treu gedient, mir jedoch war sie schon lange ein Dorn im Auge. Nun - endlich - würde man mich von ihr befreien!
Kaum hatte ich den Beutel in die Mülltonne geworfen, nahm das Schicksal seinen Lauf. Zwei kräftige Männerhände packten zu und ich vernahm die Vollstreckung. Mülltonne hoch, rumms, rumms, alles war im großen Schlund des Wagens verschwunden. Es war vollbracht!
Welche Erleichterung!
Wieder zurück am Frühstückstisch bemühte ich mich um „Schönwettergespräche“.
Dabei blieb mir mein Brötchen allerdings fast im Halse stecken. Sollte das mit schlechtem Gewissen zu tun haben? Irgendwie fand ich dann aber die richtigen Worte. „Sag mal“, begann ich, „dir gefiel doch in den Werbeprospekten so ein hübsch gestreiftes Hemd, möchtest du es dir nicht mal anschauen? Es wäre doch schön, mal wieder einen Stadtbummel zu machen.
Außerdem“, fuhr ich fort, „könntest du doch mal wieder so recht nach Lust und Laune in deiner Lieblingsbuchhandlung stöbern.“...


           


Leseprobe Gedicht:

Tierische Völkerverständigung

Auf einem Salatblatt, ganz zufrieden,
sieht man eine Schnecke liegen.
Sie ruht sich wohl gerade aus,
vor Sonne schützt sie gut ihr Haus.

Was sie nicht sieht - im Buckelgang -
naht eine Raupe sich heran.
Das Blatt beginnt recht bald zu schwanken, reißt sie aus traumhaften Gedanken.

Als sie die Fühler raus gestreckt,
hat sie voll Schreck sofort entdeckt,
dass unter ihrem Schneckenhaus
ganz plötzlich tut ein Loch sich auf.

Die Raupe sie gleich drauf erblickt,
die ebenso, wie sie, erschrickt.
Obwohl nun beide ängstlich zittern,
sie ihren Absturz förmlich wittern,
beäugen sie sich mal genauer,
bedenken dann, vielleicht wär´s schlauer, wenn wir uns dieses Blatt hier teilen, könnten friedlich beieinander weilen.

So ist es letztlich auch geschehen;
heut´ kann man sie als Freunde sehen.
Warum, so frag ich, ist´s so schwer,
nimmt Menschen man zum Beispiel her?

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 2008-06-21. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).