Lisa-Doreen Roth

Buchvorstellung: Das Glück wartet online ...

  Das Glück wartet online …

Den Mann fürs Leben zu finden, kann ganz schön schwer sein.
Die 30-jährige Ina hat keine Lust länger allein zu sein, denn die biologische Uhr tickt.
Freundin Nena gibt ihr einen Rat …
Wo findet man denn nach den ganzen Pleiten nun das Glück – online vielleicht?

Turbulent und unterhaltsam



Leseprobe:

Ina klingelte an der Haustür, wo Biggy wohnte. Als keiner öffnete, klingelte sie noch einmal.
Es dauerte eine ganze Weile, bis die Haustür aufging. Sie ging die Treppe hoch bis zum zweiten Stock. Biggy stand mit einem Bademantel bekleidet in der Tür.
»Du?«, fragte sie ganz erschrocken. »Du bist schon da?
So früh habe ich gar nicht mit dir gerechnet! «
»Ich kann ja auch wieder gehen, kein Problem!«
Ina machte Anstalten, die Treppe wieder herunterzusteigen.
»Quatsch komm doch rein. Fünf Minuten gibst du mir, ja?«
»Na gut. Aber wenn es dir nicht passt, dann können wir uns lieber ein anderes Mal treffen.«
»Nein Ina, bleib doch hier, ich freue mich ja. Setz dich doch so lange ins Wohnzimmer … ja? Ich mach dir schnell einen Drink. Bin gleich bei dir.«
So hatte sich Ina das Treffen eigentlich nicht vorgestellt. Sie setzte sich auf die breite Couch und nahm einen Schluck von dem Cocktail, den Biggy ihr gemixt hatte. Aus dem angrenzenden Zimmer hörte sie plötzlich eine dunkle Männerstimme.
Was war denn hier los? War Sven etwa doch hier? Der sollte doch eigentlich auf Geschäftsreise sein.
Oder war es jemand anderes? Ging Biggy etwa fremd? Hatte sie sich einen Lover zugelegt?
Sie würde es ja gleich erfahren. Plötzlich herrschte hektisches Treiben in der Wohnung. Türen gingen auf und zu, im Bad wurde geduscht, der Kerl aus dem Nebenzimmer eilte, nur mit einem roten Slip bekleidet, durch den Flur. Dadurch, dass die Wohnzimmertür halb aufstand, konnte Ina alles ganz genau beobachten. Sie grinste vor sich hin.
Das war ja der absolute Hammer. Nein, den kannte sie definitiv nicht. Biggy, Biggy!! Das hätte ich ja nicht von dir gedacht. Brachte Sven es etwa nicht mehr richtig?
»Tut mir leid«, sagte Biggy, als sie wieder hereinkam.
»So sollte unser Treffen eigentlich nicht ablaufen. Kati konnte nicht und mit dir habe ich einfach nicht so früh gerechnet. Jetzt guck doch nicht so erstaunt, ja … ich fahre im Moment zweigleisig ... ich habe eine Affäre! Ich kann es nicht ändern, aber Sven und ich verstehen uns halt im Augenblick nicht so gut.«
Ina hörte plötzlich eine Tür ins Schloss fallen.
»Jetzt ist er weg«, sagte Biggy.
»Du … ich habe gerade ein Riesenproblem. Ich bin eine Woche drüber und weiß nicht, von wem!«
Ina rutschte fast das Glas aus der Hand. »Soll das etwa heißen, du bist … ich meine ... du gehst wirklich davon aus, dass du …«
Biggy nickte. »Genau, das soll es heißen!«
»Ach du meine Güte … und was machst du jetzt?« Ina sah Biggy mitfühlend an.
»Keine Ahnung! Wenn ich Sven sage, dass ich schwanger bin, dann freut er sich bestimmt total. Er mag ja Kinder … aber ich weiß ja gar nicht, ob es wirklich von ihm ist. Was soll ich denn nur machen? Soll ich heimlich abtreiben?«
»Was ist denn mit dem anderen Kerl?«, fragte Ina.
»Der ist nicht wichtig«, antwortete Biggy und winkte nervös ab. »Ersatz für Sven sozusagen, wenn er nicht da ist. Der ist aber auch selber schuld daran«, verteidigte sich Biggy aufgeregt. »Wäre er in letzter Zeit nicht so merkwürdig, wäre das alles gar nicht passiert, vielleicht hat er ja auch nebenher was am Laufen.« Biggy redete so, als sei es das Normalste auf der Welt. »Moment mal … wie lange seid ihr denn jetzt überhaupt schon verheiratet? Das ist doch noch kein Jahr her! Und trotzdem …?«, regte sich Ina auf.
»Ich weiß schon, weshalb ich mich von Marcel getrennt habe und warum ich noch nicht verheiratet bin. Das Ganze wollte ich mir einfach komplett ersparen.«
»Du hast gut reden, mein Schatz! Schließlich kommt immer alles ganz anders, als man es plant. Meinst du etwa, ich betrüge Sven gerne? Ich liebe ihn doch! Ich weiß nur einfach nicht, was ich jetzt machen soll. Ich bin sonst immer ganz pünktlich.«
»Mach mal keine Panik, Biggy. Vielleicht ist es ja gar nicht so, wie du befürchtest. Manchmal verschiebt sich das Ganze auch einfach durch Stress oder so etwas. Hol dir doch erst mal einen Test aus der Apotheke, dann sehen wir weiter.«
»Ja, daran habe ich ja auch schon gedacht. Das mache ich auch, aber wenn es wirklich so sein sollte … mein Gott, ich wollte doch eigentlich gar kein Kind haben.«
»Ein Kind ist aber doch etwas Schönes. Jemand, der zu dir gehört, und zwar dein Leben lang. So musst du es auch mal sehen.«
»Hast ja recht. Ich sollte nicht so egoistisch sein. Aber das ganze Leben ist auch auf einen Schlag komplett verändert. Ist dir eigentlich schon aufgefallen, dass ich eine neue Frisur habe?« Biggy lenkte vom Thema ab.
»Na klar. Aber ich kam ja noch nicht dazu, etwas zu sagen. Steht dir wirklich ausgezeichnet, diese fransige
Kurzhaarfrisur. Dazu noch die rote Farbe, das macht
dich irgendwie frecher und jünger.« Biggy freute sich ganz offensichtlich über Inas Kompliment.
»Ich muss aber doch noch mal auf das Thema „schwanger“ zurückkommen, Biggy. Ich dachte, du nimmst die Pille? Hast du sie heimlich abgesetzt, oder was? Ich verstehe das nicht so ganz.« Inas Anteilnahme war wirklich groß. Biggy winkte nervös ab. »Ach weißt du, ich hatte neulich mal den ganzen Körper voller Flecken. Der Arzt meinte, es sei ein ganz normaler Ausschlag, den man vielleicht durch ungewohntes Essen oder einen anderen, neuen Weichspüler bekommt. Vielleicht käme er auch durch die Pille. Er gab mir auf jeden Fall den Rat, eine Zeit lang die Pille abzusetzen. Ich habe das natürlich auch gemacht und der Ausschlag verschwand tatsächlich ganz plötzlich. Aber ich hatte leider auch Sex während dieser Zeit .
»Du hast währenddessen nicht anders verhütet!? Zumal du ja auch noch …« Ina wunderte sich doch sehr.
»Du weißt ja, wie das ist! Wahrscheinlich war ich schon total durcheinander, irgendwie habe ich es halt vergessen. Mein Gott, wie kann man nur so blöd sein!« Biggy schlug sich mit der flachen Hand vor den Kopf.
»Da hast du leider recht, meine Süße, das war ganz schön blöd! «
»Jetzt erzähl mir aber lieber erst mal, was Marcel so treibt. Triffst du dich noch mit ihm? Ich will jetzt etwas anderes hören. Meine Probleme kenne ich ja schließlich gut genug.«
Biggy nahm einen kräftigen Schluck aus ihrem Glas und zündete sich eine Zigarette an.
»Marcel … « Ina winkte ab. »Marcel ist nun mal, wie er ist. Er ist eben ein liebenswerter Chaot. Leider ist er dadurch aber eben nicht der Mann fürs Leben für mich.«
»Was meinst du denn genau mit Chaot?«, fragte Biggy neugierig.
»Ach Biggy. Marcel ist total schluderig und unordentlich. Überall lässt er sein Zeug liegen. Er vergisst die Tür hinter sich zu abzuschließen, macht das Fenster nicht wieder zu, das Licht nicht aus und lässt seine Sachen im Bad herumliegen.
Außerdem ist er ewig am Suchen, was seine Geschäftspapiere und Unterlagen betrifft, oder er fahndet nach einem Hemd oder Ähnlichem und dadurch macht er einen total fix und foxi. Er hat es sogar schon fertiggebracht, die Wohnungstür nicht hinter sich zu schließen. Als ich abends von der Arbeit kam, war Tag der offenen Tür. Zum Glück ist nichts gestohlen worden. So was ist wirklich nichts für mich. Marcel sieht zwar gut aus, hat immer gute Laune und mit ihm kannst du auch Pferde stehlen, außerdem ist er auch sexuell immer sehr gut, aber das wäre auch das Einzige, was uns verbindet. Das ist für mich leider zu wenig! «
»Betreibt er denn noch seine Import-Export-Firma?«, wollte Biggy wissen.
»Ja klar! Aber das ist auch so ein Punkt. Er erzählt nie etwas von seinen Geschäften. Ich weiß deshalb auch nicht, was er überhaupt so verdient. Aber Geld hat er zumindest immer. Er klagt nie, dass etwas nicht so laufen würde, wie er es sich vorgestellt hat. Manchmal muss er abends allerdings ganz plötzlich noch mal ins Büro, weil ihm etwas eingefallen ist, das er vergessen hat. Man kann sich praktisch nie etwas mit ihm vornehmen. Er ist so unberechenbar! Für mich ist das einfach zu chaotisch. Ich habe es lieber gemütlich und ein klein wenig romantisch.«
»Ja gut, das passt wirklich nicht so zusammen. Ich kann verstehen, dass du lieber wieder deine eigenen vier Wände haben wolltest. Aber mir hat er trotzdem immer gut gefallen. Er verbreitet einfach stets gute Laune! «
»Ja, das liebe ich auch an ihm«, gab Ina zu, »aber für ein Zusammenleben halte ich ihn für nicht geeignet. Wir treffen uns hin und wieder mal oder gehen zusammen aus, aber das reicht uns auch. Zwischendurch trifft er sich auch mit anderen. Das hat er ja schon immer gemacht, auch während wir noch zusammen waren. Das hat mich eine ganze Zeit lang richtig fertiggemacht. Marcel hat in dieser Hinsicht aber nie etwas abgestritten, ganz im Gegenteil. Er gab es immer offen zu, wenn ich einen Verdacht geäußert habe.«
»Männer!«, erwiderte Biggy seufzend.
»Frauen sind doch auch so!« Ina deutete mit dem Kopf auf ihre Freundin. »Siehst du doch an dir selbst.« Das musste Ina jetzt einfach sagen.
Biggy stand auf.
»Hast ja recht …«, gab sie zu und zog ihre Freundin am Arm. »Komm, wir gehen jetzt erst einmal eine Pizza essen. Ich lade dich auch ein. Bestimmt hast du riesigen Hunger nach deinem anstrengenden Arbeitstag. Lass uns runter gehen. Ich muss mal wieder etwas anderes sehen. Oder hast du eher Lust auf Chinesisch oder Griechisch?«
»Nee, nee, Pizza ist schon in Ordnung.« Ina nickte. »Na dann komm, lass uns gehen. Das nächste Mal lade ich dich aber ein.«
Biggy nickte. »Mach dir keine Gedanken. Ich bin froh, dass es dich gibt. Wem sollte ich denn sonst meine Geheimnisse anvertrauen?«
Im Treppenhaus begegneten sie plötzlich Sven.
Biggy sah Ina ganz erschrocken an. Ina verstand sofort und lächelte.
»Sven, du bist ja schon da!«, stotterte Biggy und hatte ihre liebe Mühe, ihren Schrecken zu verbergen.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 2018-03-11. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).