Christoph Klesse

Buchvorstellung Mein letztes Bilderbuch. Gedichte

  Die Texte in diesem Buch gründen auf einfachen Bildern, die immer neu zusammengesetzt werden. Kritisch, selbstkritisch und manchmal zugespitzt handeln sie von Anpassung und Widerstand, vom langen Weg zu sich selbst und zu anderen. Sie sprechen von Liebe, Enttäuschung und Trauer, von Resignation, Hoffnung und Aufbruch.

Leseprobe

Mein Haus
In meinem Haus
warten die Spinnen
geduldig in ihrem Netz.

In meinem Haus
stehen die Uhren, sie stehen
auf der Lauer.

Mein Haus, es hat
weite Räume.

Da bin ich gegenüber
dem Schatten,

der mit mir spielt,
dem nicht kalt ist.



Mitternachtssonne
Langsam nimmt die Welt ab
und verschwindet.
Der Mond steigt noch einmal
in der Mitte des Himmels auf
und geht aus.

Die Mitternachtssonne
ist nicht sichtbar. Sie ist
eine nicht vorhandene Sonne,
genauso wie wir nicht
vorhanden sind. Genau wie ich
nicht sagen kann, ob ich
ein Stück deiner erotischen
Fantasie bin oder was sonst.

Wenn freilich aus dem Raum
hinter deinen Augen
der erleuchtete Mond vortritt,
sich auf deiner Stirn niederlässt,
wenn dein offener Mund
eine lebendige Zunge preisgibt,
sind eine Zeit lang alle
nicht vorhandenen Dinge
ganz wirklich.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 2013-12-19. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).