Lisa-Doreen Roth

Buchvorstellung: Glück ist unberechenbar

  Ein schönes Zuhause, ein sicheres Einkommen, eine kleine Tochter und viele Freunde.
Ina liebt ihr Leben in Hamburg und auf Sylt, mit Oliver und Klein-Julie, in dem Glück und Zufriedenheit regieren.
Ein Autounfall bringt diese heile Welt leider ins Wanken.
Nach dem Unfall, bei dem Oliver zum Glück nur leicht verletzt wird, ist er seltsam verwandelt.
Seine Unbeherrschtheit und charakterlichen Veränderungen bringen Ina, Freunde, Chefs und Arbeitskollegen völlig zur Verzweiflung.
Was ist nur los mit dem sonst so netten und hilfsbereiten Oliver?
Starke Schmerzen machen ihm das Leben zur Hölle. In seiner Verzweiflung stiehlt er verschreibungspflichtige Schmerzmittel und ist unberechenbar.
Eines Tages bricht er mit einem epileptischen Anfall an seiner Arbeitsstelle zusammen und ihn erwartet eine furchtbare Diagnose …

Ein Schicksal, wie es jeden Einzelnen von uns treffen kann ...

Leseprobe:

Frau Dr. Höfing sieht der jungen Frau mit dem Kinderwagen, die den Gang entlanghetzt, überrascht entgegen.
»Wo wollen Sie hin? Sind Sie verletzt?«
Die Schwester vom Empfang der Notaufnahme läuft mit verzerrtem Gesicht hinter Ina her.
»Sie lässt sich nicht aufhalten«, sagt sie entschuldigend.
»Schon gut, ich kümmere mich um sie.«
Ina hat ihren Mann jedoch bereits durch eine offenstehende Tür entdeckt und läuft schnurstracks auf ihn zu. Dr. Höfing folgt ihr.
»Er ist mein Mann, Oliver Thies«, stammelt sie. »Wie geht es ihm? Was hat er? Ist er schwer verletzt? Er hat die Augen zu.«
Dr. Höfing bemerkt, dass sie Ina, die aufgrund des Schocks in schlimmer Verfassung ist, keinen Vorwurf machen kann, und antwortet mit ruhiger Stimme: »Bitte regen Sie sich nicht auf. Er wird gleich untersucht. Sagen wir mal so, es hätte schlimmer ausgehen können. Er ist in einer Art Dämmerschlaf, da er unter Schock steht. Aber wie ich das sehe, hat er großes Glück gehabt. Bitte warten Sie vorn im Aufnahmebereich. Wir sagen Ihnen Bescheid, wenn wir Näheres wissen. Hier können Sie nichts für Ihren Mann tun, unsere Ärzte geben ihr Bestes. Sie sehen und hören ja, wir haben uns um viele Verletzte zu kümmern.«
Ina nickt stumm. Sie sieht ein, dass sie nicht berechtigt ist, hier zu sein. Sie bemerkt den Trubel um sich herum und beschließt, dass dies kein geeigneter Aufenthaltsort für Julie ist.
»Ist in Ordnung, bitte entschuldigen Sie, aber die Angst!«, murmelt sie schnell. Die Ärztin nickt mit ernstem Gesicht. Ina ist beruhigt. Immerhin hat sie Oliver gesehen und sich davon überzeugt, dass es nicht so schlimm, wie sie sich das ausgemalt hat, um ihn steht.
Allmählich kommt Oliver wieder zu sich.
»Hallo? Können Sie mich verstehen? Sagen Sie mir bitte Ihren Namen.« Von weit entfernt vernimmt er eine angenehme, warme Stimme. Oder täuscht er sich? Träumt er vielleicht?
Ach nein, lass mich, ich will jetzt nicht gestört werden. Wer immer du auch bist: Ich will schlafen. Mir geht es gut. Sollte ich antworten? Plötzlich umfasst etwas Kaltes seine Hand und er erwacht aus dem Dämmerschlaf.
Hier riecht es komisch, wo bin ich?
Langsam öffnet Oliver seine Augen, schließt sie aber sofort wieder, denn er wird von einem grellen Licht geblendet. Er versucht es erneut und öffnet nur ein Auge. Eine weiße Gestalt steht neben ihm und redet auf ihn ein.
Mein Kopf schmerzt und meine Lippen sind ganz trocken. Ich habe einen furchtbar schlechten Geschmack im Mund.
»Können Sie sich an den Unfall erinnern?«, fragt ihn der Oberarzt.
»Sie waren bewusstlos!«
»Wo bin ich?« Erschrocken richtet sich Oliver von der Trage auf und schaut sich um. Er sieht mehrere Verletzte um sich herum. Viele der Patienten stöhnen und schreien vor Schmerzen.
»Sie sind im Unfallkrankenhaus Hamburg. Bleiben Sie liegen, wir untersuchen Sie jetzt. Haben Sie Schmerzen?«
Mit einer Stablampe untersucht der Arzt Olivers Augen. Oliver fasst mit der linken Hand an seinen Kopf.
»Nein, habe ich nicht. Ich denke, es ist nichts weiter als eine Hautabschürfung oder Platzwunde. Ich bin wohl mit dem Kopf gegen die Scheibe geprallt, als ich mich nach hinten umdrehen wollte.«
»Oh, verharmlosen Sie das nicht. Es liegt eine Verletzung vor, die untersucht werden muss. Ist Ihnen übel, haben Sie Kopfschmerzen, ist Ihnen schwindlig?«
Oliver verneint.
»Mir war nur kurz schwindelig und schwarz vor Augen«, antwortet er. Der Arzt winkt eine Schwester herbei.
»Bleiben Sie bitte einen Moment bei diesem Patienten und kontrollieren den Puls. Ich kümmere mich um die Wunde, dann bringen Sie ihn bitte zum CT. Schädelaufnahme in zwei Ebenen.«
»Geht klar, Herr Doktor«, antwortet die Schwester nickend.
»Sie haben sicher Recht. Es ist wahrscheinlich nur eine Platzwunde«, sagt der Arzt beruhigend, während er Oliver untersucht.
Eine scharfe Flüssigkeit brennt plötzlich in seiner Wunde, das Desinfektionsmittel. Oliver stöhnt kurz auf.
»Sie haben wirklich Glück gehabt. Andere Unfallteilnehmer hat es schlimmer getroffen.« Der Arzt legt eine Staubinde um Olivers Arm und führt eine Injektionsnadel in seine Vene ein.
»Was machen Sie da? Wozu geben Sie mir eine Spritze? Die brauche ich nicht.«
»Das ist nur ein leichtes Beruhigungsmittel. Sie haben schließlich einen Schock erlitten.«
»Das ist Unsinn. Mir geht`s gut. Ein CT brauche ich auch nicht. Ich werde jetzt gehen.«
»Ich möchte nur ganz sicher sein. Dieser Stoß an den Kopf kann schwerwiegende Folgen haben. Als Arzt weiß ich, wovon ich rede.«
»Nein, nein, es ist schon alles okay. Ich gehe auf eigene Verantwortung. Machen Sie sich keine Sorgen. Vielen Dank für Ihre Mühe.«
Resigniert zuckt der Arzt mit den Schultern.
»Wie Sie meinen. Ich habe Sie gewarnt. Meiner Erfahrung nach haben Sie eine leichte Gehirnerschütterung - ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, sowie ein Schleudertrauma. Sie brauchen unbedingt Ruhe.
Sollten Symptome wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Sprachstörungen und Gangunsicherheit auftreten, dürfen Sie das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie müssen dann sofort wieder ins Krankenhaus kommen, versprochen? Hier, ich gebe Ihnen vorsichtshalber noch ein paar Schmerztabletten mit.«
Er greift in die Tasche seines Arztkittels und gibt Oliver zwei Tabletten in die Hand. Er klopft ihm leicht auf die Schulter, reicht ihm die Hand und sieht ihn eindringlich an.
»Alles Gute für Sie. Ach noch was, Moment bitte, Ihre Frau und Ihre Tochter warten vorne im Aufnahmebereich auf Sie. Wenn Sie wollen, können Sie hier durch diese Tür gehen, dann vermeiden Sie den Umweg durch das Treppenhaus.«
»Ja, versprochen Herr Doktor, und danke. Ich melde mich sofort, sollte es mir schlechter gehen. Na, dann werde ich jetzt mal meine Familie suchen. Auf Wiedersehen, oder lieber nicht«, lacht Oliver, während er seine Jacke nimmt und den Untersuchungsraum verlässt.
Er sieht Ina und Julie schon von weitem. Langsam geht er auf die beiden zu. Plötzlich erblickt auch Ina ihn.
»Oliver«, mit leuchtenden Augen läuft sie ihm entgegen.
»Gott sei Dank, da bist du ja. Gut, dass dir nichts weiter passiert ist. Wie geht es dir? Du warst ohnmächtig, habe ich gehört? Hast du sonst nichts, keine inneren Verletzungen?«
»Ach, alles halb so schlimm«, meint Oliver und winkt mit der Hand ab. Dann sieht er sein Töchterchen in der Spielecke sitzen.
»Na, und du?«, lachend nimmt er sein Kind auf den Arm.
»Spielst du schön?«
»Meinst du, wir sollten noch mal mit der Ärztin reden? Sie wollte mir über deinen Befund Bescheid geben.«
»Nein, brauchen wir nicht. Ich stehe doch vor dir, das sagt wohl alles. Sie haben mich gehen lassen, weil ich nichts habe, außer einer leichten Gehirnerschütterung und einer Platzwunde. Komm, lass uns gehen!«
»Na gut. Und was jetzt? Kommst du mit nach Hause?« Ich hake mich bei Oliver unter. »Du bist sicher krankgeschrieben. Was ist mit dem Auto?«
»Genau darum muss ich mich kümmern. Wahrscheinlich ist es Schrott und wurde abgeschleppt. Nein, ich komme nicht mit nach Hause, ich bin auch nicht krankgeschrieben. Ich nehme mir jetzt ein Taxi und lasse mich zum Verlag bringen. Dort wartet jede Menge Arbeit auf mich. Du kannst mit Julie ganz beruhigt zurückfahren. Mach dir keine Sorgen. Genieß den Tag mit der Kleinen, ja?«
Er küsst Ina und seine Tochter noch einmal flüchtig und steigt in ein wartendes Taxi vor dem Krankenhaus.
Sein Verhalten ist schon ein bisschen komisch. Kommt es mir nur so vor, oder hat er sich überhaupt nicht gefreut, dass ich mit Julie hier bin? Nein, ganz sicher ist das nur die Aufregung und immerhin war er eine Zeit lang bewusstlos.
Ich habe Olivers Rat befolgt und bin nach Hause gefahren, mache mir jedoch trotzdem Sorgen und rufe deshalb bei ihm und Helena mittags an.
»Oliver hat sich vorhin, nachdem er einiges abgearbeitet hat, nebenan hingelegt. Er war ganz komisch, als er hier ankam. Ich denke mal, dass es nur der Schock ist, der ihm noch in den Knochen steckt. Ganz sicher braucht er etwas Ruhe und dann geht es wieder. Soll ich ihm etwas ausrichten, oder soll er dich zurückrufen?«
»Ja, gerne. Sag ihm, er soll sich bitte melden. Meine Versuche, ihn zu erreichen, waren bisher zwecklos …

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 2018-03-23. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Glück ist unberechenbar


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