Christiane Mielck-Retzdorff

Der Dichter

 

Die dunkle Wolke schlingt die Welt,

und ein trüber Regen fällt,

löscht die Lichter in den Herzen,

erstickt Lachen und auch Scherzen,

läßt die Liebe trostlos kümmern.

Der Mensch verschwindet in den Zimmern,

verschließt die Augen und die Ohren,

denn vor unsichtbaren Toren

hat das Böse Platz genommen

und kann nicht genug bekommen.

Gierig greift es Hab und Gut,

züchtigt Fragen und auch Mut,

foltert Phantasie und Denken,

will die ganze Macht zum Lenken.

Doch im stillen Kämmerlein

dichtet der Dichter ganz allein.
 

Seine Gedanken haben Flügel,

wehren ab den straffen Zügel,

und in seiner Phantasie

ruft er die Wesen der Magie.

Nur mit dem Papier und Schreiber

schafft er kecke Hexenweiber,

läßt die Geister auferstehen,

zaubert Elfen und auch Feen

und wird so zum Zaubermeister.

Täglich schafft er immer dreister,

und so gewinnt bald an Gestalt

eine Kraft, mächtig und alt,

genährt von Liedern und Gedichten,

verbrieft in vielerlei Geschichten,

und wird täglich immer stärker,

um zu sprengen diesen Kerker.

 

Der Rabe krächzt um Mitternacht
und ruft zur letzten großen Schlacht.

Die Hexen schwingen sich auf Besen.

Vernichtet nun die bösen Wesen!

Der Zauberer mit Urgewalt

die Blitze an den Himmel knallt,

und mit dem wütend tosend Wind

die Geister eilen her geschwind.

Die Menschen laufen schreiend fort,

doch nirgendwo ein sich’rer Ort.

Brüllend erhebt sich Phantasie

und bindet sich mit der Magie.

Ein lodernd Feuer wird entfacht

und verschlingt die böse Macht.

Ja, das war ein guter Krieg,

denn es war des Dichters Sieg
 
            ©CM2008
          Meine erste Ballade
 
                 

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Die Autorin:

Buch von Christiane Mielck-Retzdorff:

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Trug und Wahrhaftigkeit: Eine Liebesgeschichte von Christiane Mielck-Retzdorff



Zum wiederholten Mal muss sich die Gymnasiastin Lisa-Marie in einer neuen Schule zurechtfinden. Dabei fällt sie allein durch ihre bescheidene Kleidung und Zurückhaltung auf. Schon bei der ersten Begegnung fühlt sie sich zu ihrem jungen, attraktiven Lehrer, Hendrik von Auental, der einem alten Adelsgeschlecht entstammt, hingezogen. Aber das geht nicht ihr allein so.
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