Karl-Heinz Fricke

Hermann

Auf unserer Straße wohnte sie,
die große Hagedorn Familie.
Sie hatte der Kinder sieben,
nur zwei davon sind übriggeblieben.
 
Von Hermann will ich hier berichten,
und sein Leben nun belichten,
der Familie zweitältester Sohn,
es endete in jungen Jahren schon.
 
Ihn reizte ständig die Gefahr,
keine Hürde zu hoch für ihn war.
Man ihn oft gesehen hat
auf dem Schuttplatz vor der Stadt.
 
Schuhe hat er nicht gekannt,
barfuss liefen sie allesamt.
Die Zeiten waren damals schwer
und die Familie litt gar sehr.
 
Der Vater brach sich das Genick
und Armut wurde ihr Geschick.
In eine Baugrube bei Dämmerschein
fuhr er mit seinem Rad hinein.
 
Auf dem Schuttplatz ohne Eile
suchte Hermann Fahrradteile.
Ein ganzes Rad daraus entstand,
mit dem fuhr er über Land.
 
Vom Schuttplatz kam er einst zurück,
nicht so sehr zu seinem Glück,
am bloßen Hacken eine Ratte,
die sich dort festgebissen hatte.
 
Mit seinem Fahrrad fuhr er munter,
die steilsten Hügel keck hinunter.
Jedoch sein Fahrrad hatte nicht,
weder Bremse, noch ein Licht.
 
Er plante, es könne ihm gelingen
von einem Turm herunter zu springen.
Man sah ihn zum Marktplatz gehen,
um einenMarktschirm zu erstehen.
 
Oh, wie strahlte er vor Glück,
man borgte ihm das gute Stück.
Flugs des Turmes Stufen rauf,
dann auf den Mauersims hinauf.
 
Aufgespannt den großen Schirm,
den Griff gehalten fest und firm.
Nun in die Tiefe, die sehr lang,
er ohne Zögern hinuntersprang.
 
Dann verflixt nochmal, oh Schreck,
der Schirm klappte nach oben weg.
Hermann hatte nicht bedacht,
dass der Luftdruck sowas macht.
 
Hart schlug er auf den Boden auf,
noch ungläubig schaute er hinauf.
Zwar brach er sich das linke Bein,
jedoch der Sprung, der musste sein.
 
Als der Krieg dann hatte begonnen,
ist zu den Jagdfliegern er gekommen.
In viele Luftkämpfe verstrickt,
hat er Feinde zur Hölle geschickt.
 
Spitfires und Thunderbolt
hat er kaltblütig vom Himmel geholt.
Viele Orden wurden ihm verlieh'n,
aber es erwischte am Ende auch ihn.
 
Karl-Heinz Fricke  08.06.2008

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