Renato Babac

Melpomene

Wer hätt‘s geahnt, wer gedacht!?

Mich ließ die Muse Erato fallen,

war ich nicht ihr Liebling?

konvulsivisch starb ich darauf -

lieb säuselnd sang mir sie in Ohr,

in meinem letzen Lebenshauch;

Adieu – Narr - tausend Adieus -

und hauchste zur Ehr‘ mir einen Kuss.

 

Ich hoffte die Pforten des Himmels,

durch meine Mühen und Streben

hindurch die Himmelsschleier, zu betreten.

Doch! Es zog‘ mich ein gewaltiger Strom,

Erde trennend, Klüften öffnend, Gebirge reißend -

wie ein hungrig Maul! hinab in die

dunkle flammende Tiefen!

 

Himmel! Erde! Heiliger Pantheon!

Ich bin für immer – für ewig – verloren!

Die Hölle ist mein Grab, mein Ende -

feurige Gluten, brennt mich endlich nieder.

Doch da! Welch‘ ein balsamisches Erleuchten -

am ascheschwarzverpesteten Himmel!

Welch‘ ein traurig Gesang tönt so lieblich

so Tränen rührend - Herzweh süße von droben!

Melpomene bist du‘s!? Bist du‘s, Engel meiner Hoffnung?

 

Gewiss! Ach wer sonst sollt‘ es sein -

wer sonst liebt Dramatisches, Herzzereissendes

niemand anders, Melpomene, als du!

Wer sonst fühlt die Verbannung

im Innern gleich dem Dichter -

wenn die freud‘ und liebevollen Musen,  

sich von ihm von allen Seiten abwenden,

Melpomene, mehr als du!?

 

So sei‘s nun – schlüpfe ich unter deine Fittiche!

Wollen mich die süßen scherzenden Gespielinnen

die lustigen himmlischen Weiber nicht.

Dann, Melpomene, erfreu‘ ich mich, und mit dir

wein‘ ich Tränen am tragisch und traurigem!

 

(c) Babac

 

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