Karl-Heinz Fricke

Das gestörte Idyll

Die Mutter klagte, dass die Beine
fühlten
 wie zwei Mühlensteine.
Und um nun zu lindern ihre Qual,
ging flugs ich in den Nebensaal
um einen hohen Stuhl zu holen,
worauf sie legen sollt die Sohlen.

Ich nahm den Stuhl, weil ich dachte,
dass es ihr eine Freude machte
die müden Beine hochzulegen
ohne dass sie sich musst' erheben.
Ich hob den Stuhl und wie ein Blitz
polterte heraus der schwere Sitz.

Ich hatte leider nicht bedacht,
wie man in  Deutschland Stühle macht,
denn in Kanada, zu unserem Glück
sind Stühle nur aus einem Stück.
Zwei Vasen, die am Boden standen
hatten es zwar überstanden,

doch auf dem Teppich war 'ne Lache,
und das war eine böse Sache.
Bedingt durch diesen Wasserguss
entstand sofort ein kleiner Fluss.
Schnell holte man ein Handtuch her,
um zu bändigen das wilde Meer.

Der Teppich hat sich arg geringelt
und die Ecken hochgekringelt.
Ein Kolben Mais aus einer Vase
lag auch zerbrochen auf der Nase,
brach entzwei wie brüchiges Glas,
zu Ende war des Abends Spaß.

Zerbrochen war auch das Idyll,
selbst der Fernseher wurde still.
Stille wurde es wie im Grabe,
und ich war der Unglücksrabe.
Wenn man einmal was Gutes tut,
ist es noch längst nicht gut genug.

Karl-Heinz Fricke  20.10.2008

Anmerkung: So geschehen bei einem unserer letzten Heimatbesuche. 

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