Jana Weiß
Kerzenlicht
Unruhig scheint das Kerzenlicht,
flackernd geht es auf und nieder,
dunkle Schatten treffen sich,
spiegeln an den Wänden wieder.
Du sitzt mit mir an einem Tisch,
deine Stimme weht herüber,
und ein wenig fürcht ich mich,
doch die Wahrheit ist mir lieber.
Ich lass dich reden all die Zeit,
will es wissen und erfahren,
im Kerzenlicht der Einsamkeit,
und allem Schmerz in diesen Jahren.
Und du redest immer weiter,
spinnst dich ein in deinem Traum,
baust dir manche Himmelsleiter,
siehst weder mich noch Zeit und Raum.
Deine Seele lässt dich schweben,
über trüben Kerzenlicht,
hast ne Menge abzugeben,
doch du siehst mich einfach nicht.
Deine Kreise werden enger,
deine Flügel längst verbrannt,
das Kerzenlicht, es brennt nicht länger,
die Schatten haben’s überrannt.
Deine Augen stumpf und müde,
alle Worte sind gesagt,
und was wird aus deiner Liebe?
Nein – das hast du nie gefragt!
Mühsam steh ich wieder auf,
will in keine Augen sehen,
ich schreibe meinen Lebenslauf,
und werde irgendwann verstehen.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.10.2008.
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