Norbert Wittke

Vom Leben ausgesperrt


Viele reden am Tag nur mit sich ,
kennen ihre Fragen und Antworten.
Leben nur noch im eigenen ICH,
sind keine Erfindung aus Retorten,
nur die Produkte der Einsamkeit.
Haben keinen Menschen zum Reden.
Ist es dann noch Absonderlichkeit?
Nein, treffen kann es einen jeden.

Alte Menschen warten in Heimen.
Sind von der Welt allein gelassen.
Keine Hoffnung kann mehr aufkeimen.
Sind so allein und gottverlassen:
Alte Menschen, die so weggesperrt.
Gut aufgehoben bis zum Tode:
Was ist so ihr eigner Lebenswert?
Das Sozialgefühl ist marode.

Ich möchte nicht so enden wie sie,
so aussortiert von unserer Welt.
Was nutzt das Anteilnahme spenden?
Der Mensch fühlt sich so verprellt.
Lasst sie doch teilnehmen am Leben.
Man muss sie doch nicht so verstecken.
Es sollte sein unser Bestreben,
sie wieder zum Leben zu erwecken.

23.10.2008           Norbert Wittke



 

 

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Das kleine Mädchen Brigitte wächst wohlbehütet in einer Großfamilie im katholischen Oberschlesien auf. 1938 siedeln die Eltern mit Brigitte nach Kiel um. Dort wird Ihre Schwester Eva-Maria geboren. 1939 beginnt der Krieg und Kiel wird besonders gebeutelt. Entsetzliche Jahre für das kleine Mädchen. Tag und Nacht Bombenangriffe. Hungersnot und immer die Angst um den Vater. Das Mädchen ist seelisch in einem so schlechtem Zustand, dass die Eltern Brigitte nach Oberschlesien zur Schwester der Mutter schicken. Dort wird sie eingeschult und geht auch in Schomberg zur ersten heiligen Kommunion. In den nächsten Jahren pendelt sie hin und her. Kinderlandverschickung nach Bayern, Kriegserlebnisse in Kiel, danach wieder zurück nach Oberschlesien zur Erholung. Dort aber hat sie große Sehnsucht nach ihrer Schwester und den Eltern und fährt deshalb Weihnachten 1944 nach Kiel zurück. Das ist ihr Glück, denn im Januar 1945 marschieren die Russen in Beuthen ein.
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