Richard von Lenzano

Der Weihnachtsbaum (Silhouette)

 

Der Weihnachtsbaum

 

 

 

 

 

 

 

Vor

langer Zeit,

als Weihnachten weit,

da standst du im Tann

und fragtest dich - wann?

Wann holt man dich fort, von dem kalten Ort,

und stellt dich ins Zimmer, mit Kerzen und Glimmer.

Die Zeit sie lief, die Natur sie schlief,

doch dann kam ein Mann - und fasste dich an.

Hob hoch dein Kleid,  man hörte es weit:

die Säge -  sie sang mit hellem Klang,

man lud dich auf, du kamst zum Verkauf,

du strahltest mit Feuer, deshalb warst du teuer.

Ich hab' dich gesehen, um mich war' s geschehen,

ein so schöner Baum - ich fasste es kaum.

Ich hab' dich erworben, als du schon gestorben,

doch du hattest noch Saft, denn du brauchtest noch Kraft.

Dann hab' ich dich eingestielt, du mit deinen Nadeln schielst,

ich hab' dich auf den Tisch gehoben, dein süßer Duft hat mich umwoben.

Ich stellt' dir Kerzen in dein Kleid, vor allem unten - wo es weit,

auch Kugeln hängt ich an den Ast, weil das zu deinem Kleide passt,

Lametta ward noch angebracht, dann strahltest du - welch eine Pracht,

Kerzen hab' ich angemacht,man sah schon, wie du friedlich lachst.

Die Bescherung war vorbei, danach warst du einerlei,

wir hatten die Freude - so sind sie, die Leute.

Danach hat man dich abgeschmückt, dein grünes Kleid ward arg zerpflückt,

man stellte dich dann in den Garten, dort kannst du bis zum Frühjahr warten.

Mein lieber, kleiner Weihnachtsbaum, dies war nicht nur ein böser Traum -

der Mensch benutzt - und wirft dann weg, wenn man erfüllt hat, seinen Zweck.

Vor langer Zeit,

als Weihnachten weit,

da standst du im Tann

und fragtest dich - wann?

Doch heute -

wo du hast Ruh'

da fragst du

dich nur -

wozu?!

 

 

© 11-2008 by Richard von Lenzano

 

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Richard von Lenzano).
Der Beitrag wurde von Richard von Lenzano auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.11.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Männer wie Vokabeln von Brit Brint



Elvira fühlt sich verfolgt - zunächst lediglich vom Pech. Sie hat ihren Job verloren, wird vom Freund verlassen und meistert ihr Leben immer weniger. Eines Abends begegnet ihr in der Disco ein Mann, der augenblicklich eine unerklärliche Macht auf sie ausübt. Von da an hat Elvira einen Verfolger. Sobald er auftaucht, ist sie wie gelähmt.

Elviras Leben wird zunehmend von Angst bestimmt, und sie zieht sich fast vollständig von ihrer Umwelt zurück. Bis zu dem Tag, an dem die Mutter ihren Besuch ankündigt ... Nur, um vor der strengen Mutter nicht als Versagerin dazustehen, rappelt sich Elvira noch einmal auf. Nimmt ihr Leben nun die entscheidende positive Wende, oder steuert sie direkt auf eine Katastrophe zu?

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Weihnachten" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Richard von Lenzano

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Erstarrung (Haiku) von Richard von Lenzano (Haiku, Tanka & Co.)
Nikolaus von Karl-Heinz Fricke (Weihnachten)
Bleib dran von Heino Suess (Besinnliches)