August Sonnenfisch

Erwachsene gleichen im Anfang dem Esel

 


Erwachsene gleichen im
Anfang dem Esel




Frau Grünklee-Sunter traf einst leuchtenden Auges
einen schönen Mann.
Und Frau Grünklee-Sunter,
der feurige Stier, zieht
- ist sie einmal entflammt -
Männern die Hosen fix runter!

Doch zuweilen wollen Männer nicht das,
was sie sollen,
zuweilen wollen Männer das, was
ihr  e i g e n e s  Wollen:
und so gab der Erwählte ihr - welch ein Schmerz! -
einen Korb:
einen bodenlosen Korb,
durch welchen hindurch die Entflammte auf
den harten Boden dann fiel.

Dies trifft die zu Beginn so Selige tief:
brennende Schmerzen
quälten ihr Herz!
Doch statt ihrem Schmerz sich zu ergeben:
demütig zu durchleiden ihre Pein,
jagt Frau Sunter
ihre Schmerzen hinaus in die Welt
(wie wir alle).
Dort geistern sie nun drüber und drunter.
Und verwirrt ist Frau Sunter.

Auf diese Weise
kommt Frau Grünklee
(wie wir alle)
mit ihren Herzensschmerzen
mitnichten auf den
grünenden Zweig,
nach dem wir uns so sehnen.

*

Männer und Frauen: Polaritäten
sind sie einander,
wie Goethe in seinem "Faust" es besingt:
das "Ewig-Weibliche" zieht die Männer empor,
zum menschlich Universellen "hinan" -
das Ewig-Männliche
gleicherweise die Weiber!

So ruft denn Faustens Seele,
gerade in den Himmel gelangt,
nach Margarete und nach der "Mater Gloriosa" -
so rief denn Margaretes Seele nach
dem Bruder und dem Vater.

Und dieses zum Ganzen sich
Vervollkommnen
mag uns Irdischen
auch auf
Erden gelingen.

Doch unsere Bedürftigkeit hemmt
die irdische Liebe!
Daher will unsere Weisheit unser kindliches
Begehren
überwinden,
will überwinden unser
symbiotisches
sich Sehnen!
Denn die Liebe erstirbt,
wenn wir im Du uns verlieren.

So zerfließe du, o Mann, nicht in der Verehrten -
sonst gehst du deiner
Verehrung verlustig!
bleibe bei dir und bei ihr gleichermaßen!

und zerfließe du, o Frau, nicht in dem Verehrten -
sonst entschwindet
dir deine Verehrung!
bleibe bei dir und bei ihm gleichermaßen!

*

Jeglicher Dialog benötigt ein Ich und ein Du,
mitnichten Dyaden -
wenngleich das symbiotische Kind in uns
nach seiner
Dyade schreit!
Doch für uns Erwachsene von heute
sind Dyaden von gestern -
so fliehe denn deinen paradiesischen
Hort der Dyaden!
Fliege! Sei und
werde der Gott - sei und werde die Göttin,
zu denen wir berufen:
die sich selbst erfindenden Götter
in dieser Welt!

Erschaffen wir uns selbst im Liebesspiel
sokratischer
Dialoge:
im Dialog unserer Geister,
unserer Seelen
und unserer Leiber!






(c)  August Sonnenfisch, Mittenwald,
13. Januar 2003 ff


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