Luke J.B. Rafka

Krieg

Die Messe ist schon vorbereitet,
der Altar bereits geschmückt.
Der Priester steht davor und betet,
betet sein Gebet!


Hochempor ragt der wei゚e Sarg,
mit gelben Rosen bestückt,
einfach wunderschön,
getragen von starken Männerarmen!


Leise beginnt die Musik der Orgel,
sie steigert sich bis zum Höhepunkt,
um dann plötzlich zu verstummen.


Da, es wird das Kirchentor aufgerissen!


Soldaten stehen am Eingang, schwer bewaffnet.
Die Panik bricht unter den Gläubigen aus.
Dann fallen auch schon die Schüsse
durch den hohlen Raum!


-Viele Menschen beenden ihr leben,
denn es ist ja Krieg!
Das Blut verbreitet sich
auf dem heiligen Boden!-


Die Dunkelheit zerrei゚t die Atmonsphäre,
systematisch wird alles zerstört,
die Liebe, der Glauben, das Leben.
Die Flucht zieht die Menschen ins Verderben!




Ob alt, ob jung, ob Weib,
alles versammtelt sich im Glaubenshaus.
Der heilige Ort soll Schutz gebähren,
doch er ist das Verderben,
das Ende!


Angstschwei゚ perlt auf jedem Körper,
ein Baby schreit und kreischt.
Am ganzen Leibe, die Alten zittern.
Plötzlich ein lauter Knall!


Die Wände fallen langsam,
langsam ineinander.
Die Holzbalken werden von der Gravitation
zu Boden gerissen.


... und der Kirchturm fällt!






Luke J. B. Rafka (28.09.1994 bis 04.11.1995)

„Es war einst ein Traum, der mich zur Feder
greifen ließ!"
Luke J.B. Rafka, Anmerkung zum Gedicht

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