Heinz Säring

Dreitag, der Freizehnte

 

 Am besten, wie ein Lette biegen, -
bleib diesen Tag im Bette liegen!

Magst dich nach weichen Daunen sehnen,
doch bloß nicht nach Posaunentönen.

Du kannst heut nicht im Wahren gleiten,
wo Augen sich im Klaren weiten.

Heut wird doch rechts und links vertauscht,
wo sich - wie heißt der Dings? - verlauscht.

Du willst nach Köln? O fahr ne Karl,
denn heute ist kein Karneval!

Wenn ich Gefühle lass erwachen,
dann trete ich in Wasserlachen.

Und barfuß! Wenn ich Frauen grüße,
dann sehn sie meine grauen Füße!

Ach, wenn wir früher tanzen gingen,
mit Tango und den ganzen Dingen!

Ich habe bei der Fahrt gezielt
für Lotte mächtig zart gefühlt.

Ich würde mich befleißen wieder,
wie damals bei dem weißen Flieder.

Wenn ich sie in den Dielen finge
mit Rosen und die vielen Dinge.---

"Geh doch zu deinen lieben Basen,
dort kannst du deine Piepen lassen!

Lass legen dir von Oma Karten, -
es gibt verschiedne Koma-Arten."

Sie schwärmt von einer blauen Au',
seit wann sind denn die Auen blau?

Sie träumt für sich vom weiten Zaren, -
was doch ganz andre Zeiten waren!

Ich wollt beim Tanz die Lotte schieben,
nun wird sie Franz, der Schotte lieben.

Zu mir sagt sie nur "no Sie Kuss!
bleib du bei deinem Cosinus."

Jetzt denk ich an den armen Gauss.
Geh morgen mit der Carmen aus!

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.03.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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