Astrid Jovanovic

Spiegelbild

 

Ach, du dummes Spiegelbild,
bist mir heut nicht wohl gewillt.
Zeigst mir schon am frühen Morgen,
meine eingefrästen Sorgen.

Schnell kühles Wasser übers Gesicht,
auf, dass es was ich seh weg wischt.
Blick zurück ins Spiegelbild,
bist mir heut nicht wohl gewillt.

Drum kleistere ich mich ganz schnell zu
und denke, während ich das so tu,
ach, du dummes Spiegelbild,
bist mir heut nicht wohl gewillt.

Drei-Schicht-Belag und vielerlei Farben,
hierunter sollten die Falten nun darben.
Doch was mir der Blick in den Spiegel verriet,
glaubt mir, ich habe einen Lachkrampf gekriegt.

Schnell Seife und Wasser übers Gesicht,
so kriegt man den Clown auch weg gewischt.
Blicke zurück in mein Spiegelbild,
und denke, du bist mir doch wohl gewillt.

Welch herrlicher Morgen, habe viel gelacht
habe mich, Spiegel sei Dank, nicht lächerlich gemacht.

 

 







 
  

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.04.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Außen- und Innenwelt unserer Seele stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Wir können untereinander so unerreichbar und uns doch so nah (zugänglich) sein! Verschwimmen die Grenzen von außerhalb/innerhalb nicht auf gewisse Weise? Denn wir erwarten, von außen, von der Partnerseite her, das zu finden, was in uns selbst fehlt. Wir erteilen uns Botschaften und dienen uns als Spiegelbilder. Wenn wir unsere Wahrnehmungen schulen, können wir viel von dem aufnehmen, was uns die Umwelt sagen will. Es gilt, sich mit seinen Ängsten und inneren Wunden zu arrangieren, um sich im Sein zu öffnen. Das Sein kann dann als Bindeglied vom "Ich und du" zum "Wir" zu verstehen sein.

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