Klaus Heinzl

das Urteil

 

 

Ein Mann verlässt die hohen Mauern.

Ein Mann, er ist nun zu bedauern.

Ein Mann, saß lange im Verließ...

Warum? ... Nun, dann erzähl ich dies:

 

Ein Richter war schlecht aufgelegt.

Hatte die Nacht zu stark „gelebt“...

So saß er nun im Richterstuhl,

war hundemüde, trotzdem cool,

 

und hoffte auf ein schnelles Ende,

das er bei dieser Sitzung fände.

Der Angeklagte war ein Mann,

den man als arm bezeichnen kann.

 

Er hatte lange keinen Job,

die Kleidung, sie war auch nicht topp.

Und was er sagte, klang sehr fade

(der Richter dachte bei sich: „Schade“).

 

Das Urteil kannte er bereits,

zu Forschen gab es keinen Reiz.

Der Anwalt, den der Richter kannte,

(es schien, als seien sie Verwandte)

 

der mühte sich nicht viel um seinen

Mandanten, so, als hätt er keinen.

Es war ihm offensichtlich wurst,

es plagte ihn kein Wissensdurst.

 

Für Anwalt und auch Richter war

das Urteil bereits sonnenklar.

So kam es, dass der Angeklagte,

sich über die Justiz beklagte.

 

Was ihn jedoch nicht weiterbrachte,

er war der Luser, der Belachte.

Die Tat, er war es nicht gewesen,

doch trotzdem konnte man dann lesen,

 

dass er – obwohl er nichts verbrochen,

vom Richter schuldig ward gesprochen.

Zwölf Jahre saß er dann im Knast,

der Kummer - tonnenschwere Last.

 

Und als er dann nach Hause kehrte,

erfuhr man, dass wohl der Verkehrte,

vor langen Jahren festgenommen

und ließ denn Häftling noch mal kommen.

 

Der Richter meinte: „Tut mir leid“,

er kriegte möglichst bald Bescheid;

was er – mehr könne er nicht machen –

als Ausgleich kriegte - Grund zu lachen.

 

Der Mann jedoch, er war gebrochen,

hatte er einstmals nichts verbrochen.

Er saß für einen Übeltäter,

(den überführte man erst später).

 

Sein Leben, lag in tausend Scherben,

wollt´ nicht mehr leben – nur noch sterben.

Das Geld, das man ihm nunmehr bot,

war sinnlos, weil er praktisch tot.

 

Die Macht, die manche Menschen haben,

sind manchmal schlecht gewählte Gaben.

Denn weiß man nicht, sie zu bedienen,

dann werden sie zu Splitterminen.

 

Dem Richter war es schnurzegal

obwohl ein Buch dort im Regal,

auf Würde und auf Fairness mahnt,

was dieser Richter nichtig fand.

 

Und unser Mann, der sinnlos saß

im Zellenblock und Nietzsche las...

Der zweifelt nach der langen Zeit,

zu Recht ... an der Gerechtigkeit.

 

 

kh. 16.04.2009

 

 

 

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