Inge Offermann

Radetzkymarsch

K&K-Monarchie,

glanzvolle und zugleich

sterbende Epoche.

 

Herbstsonnenschein

auf dem bunten Dach

des Stephansdoms.

Wiener Schloss Bellevue

im Laubgartentraum.

Fiaker, lange Röcke,

fesche Uniformen.

Ein junger Offizier

pendelt zwischen

schlichter Unterkunft

und noblen Hotels,

Bällen und Spielcasino,

genießt vornehmes Flair.

Erste Liebe zu einer

reiferen Dame des Adels.

Dunkles Haar fließt

auf seidene Kissen.

Leidenschaftliches Lachen

perlt mit Sekt im Kristallglas,

der feine Schimmer

einer Perlenkette

ruht auf ihrem Hals

und schmeichelt

ihrer Schönheit.

Zeichen seiner Verehrung.

 

Ermordung des österreichischen

Thronfolgers in Sarajevo.

Diese Depesche ereilt

ein rauschendes Fest.

Aus dem Vorsatz

des Abschieds

von der Armee

wird die Einberufung

des jungen Offiziers.

Letztes Wiedersehen

mit seiner einzigen

großen Liebe,

kurz gelebte Leidenschaft

im Gleisbett eines Bahnhofs

bevor er im Kugelhagel

sein Leben verhaucht.

Zurück bleibt sein

verlassener Vater

mit gebrochenem Herzen

im herbstlichen Schlosspark

und im Herbst seines Lebens.

Der Wind umweht ihn

mit braunen Blättern,

der Regen weint

stumme Tränen

für ihn um den Sohn,

den er an und in diesem

Ersten Weltkrieg verlor.

 

© Inge Hornisch

 

 

Gedicht zum Historienfilm „Radetzkymarsch“ von Axel Corti (1933-93) mit Max von Sydow aus dem Jahre 1994, der kürzlich im 3sat ausgestrahlt wurde

 

 

 

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