Shirley Ehling

Kälte in mir

19.11.2004

 

Es ist Nacht. Ich liege im vom Schnee bedeckten Gras und friere mich zu Tode.

Große und kleine, funkelnde und leuchtende Sterne lächeln mir entgegen in dieser finsteren Nacht. 

Langsam werde auch ich steif wie sie, spüre die Kälte, wie sie sich durch meinen Körper frisst.

Sie warten immer noch begierig auf den Zeitpunkt, an dem ich mich aufgeben werde.

"Bald", flüstere ich, "Bald".

 

Eine weiche Brise durchwühlt mein Haar.

Letzte Erinnerungen ziehen vorbei. Die Gedanken, die wie Gespenster in meinem Kopf herumwirbelten, lösen sich auf und zerfallen zu Staub.

Vorsichtig legen die schwarzen Engel ihren schweren Schleier auf meine reglose Gestalt. Es gibt kein Zurück.

 

Eine schneeweiße Hand ergreift das, was noch von mir übrig geblieben ist. 

Sie fühlt sich warm an...bietet mir Schutz..verflüchtigt sich.

 

Sie saugen jegliche Gefühle aus uns heraus - die Schatten.

Was wir einst romantisch empfanden, ist jetzt bedeutungslos.

Zurück bleibt eine leere Hülle. Ein Gewand.

Dieses eines Tages abzulegen ist unsere Lebensaufgabe.

Uns frei zu machen und mit dem Wind zu treiben.

 

Auch ich durfte mein Gewand ablegen - die Last abwerfen, die das ganze Leben lang auf meine Schultern drückte.

Freude und Trauer kann ich gegenwärtig nicht mehr empfinden.

Denn ich bin jetzt ich.

 

Bitte nicht erschrecken - nein, ich habe keine Selbstmordgedanken ^^
Das war nur das allererste Gedicht, welches ich schriftlich festgehalten habe, die restlichen sind mir irgendwie abhanden gekommen....
Mist - habe gerade herausgefunden, dass man nur ein Gedicht pro Tag veröffentlichen kann...
Das nervt :P
Also, morgen kommt dann was Fröhlicheres dazu!
Shirley Ehling, Anmerkung zum Gedicht

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