Simone Wiedenhöfer
DAMALS
Man hörte fern die Glocken läuten,
Wir versanken fast im Blumenmeer.
Wie sehr wir uns doch damals freuten,
Das alles ist schon lange her.
Es war einst unser Hochzeitstag,
Damals vor fast siebzehn Jahren.
Ein Glück, das offen vor uns lag,
Als wir jung und glücklich waren.
Ich gehe durch das nasse Laub,
Der alte Schmerz sitzt noch sehr tief,
Denn unser Glück zerfiel zu Staub,
Als Gott dich damals zu sich rief.
Doch unser Sohn blieb mir als Trost,
Da war er noch so zart und klein.
Das Schicksal war schon ausgelost,
Schon bald darauf war ich allein.
Er war erst drei, als man dich fand,
Da hatte er dich sterben sehen.
Er hielt noch weinend deine Hand,
Ich weiß, er wollte mit dir gehen.
Doch heute lebt auch er nicht mehr,
Ich frage mich oft nach dem Sinn.
Mein Herz ist einsam und so leer,
Das was mir blieb, ist längst dahin.
Sein Spielzeug steht im Kinderzimmer,
Die Wiege und sein Teddybär.
Alles steht dort so wie immer,
Als wenn er nie gegangen wär`.
© Copyright 1988 Simone Wiedenhöfer
Dieses Gedicht war eines der ersten traurigen die ich geschrieben habe.
Es ist nicht autobiographisch, aber ich verarbeite in dem Gedicht die Schmerzen der Verluste der Menschen die mir sehr nahe standen und die ich schon verloren habe und das sind sehr viele...Simone Wiedenhöfer, Anmerkung zum Gedicht
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.05.2009.
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