Klaus Lutz

Der Rollstuhl!!!


Heute habe ich auf dem Bett gelegen. Mir das
Zimmer angesehen. Ohne einen Gedanken. Ein-
fach so! Den Rollstuhl an der Seite. Den Schreib-
tisch. Den Teewagen. Aber mein Blick kam im-
mer wieder zu dem Rollstuhl. Ich habe mir Ihn
angesehen. Meine Welt seit 15 Jahren. Diese
Welt des Rollstuhls. Mit all seinen Kontinenten.
Afrika, Asien, Europa, Amerika, Australien!
Ganz nah zum Anfassen. Wenn ich nur will. Ich
fasse Ihn an. Schliesse die Augen. Und fahre
los. Es gibt keine Grenzen mehr. So wie ich
früher an der Straße stand. Und einfach ein
Auto angehalten habe. Und dann irgendwo an-
kam. So komme ich heute mit dem Rollstuhl
überall an. Es ist eine Sache des Glaubens.
Und ich kann überall sein. Der Rollstuhl lehrt
mich den Glauben neu.

Oder wenn ich krank bin. Und ich bin dann für
Tage allein. Dann fasse ich den Rollstuhl an.
Schließe die Augen. Und fahre mit Ihm irgendwo
hin. In ein Cafe! Oder an einen Platz. Irgend-
wo dahin wo ich Menschen treffe. Ich rede mit
Ihnen. Trinke einen Tee. Und beobachte was so
geschieht. Die Unterhaltungen. Das Lachen. Kin-
der. Autos die vorbei fahren. Den Himmel! Die
Sonne! Die Bäume! Und lebe. Bin da. Bin hier.
Bin dabei. Mit Worten. Mit Gedanken. Mit all
meinen Gefühlen. Ich schliesse die Augen. Und
komme immer da an wo das Leben ist. Und dann
weiß ich es. Dieser Rollstuhl zeigt mir das Leben
neu. Er zeigt mir den Glauben an das Leben neu.


Ich liege auf dem Bett. Sehe aus dem Fenster.
Und weiß es. Es bleiben Augenblicke wo ich al-
les Denken kann. Wo ich alles Fühlen kann. Wo
ich alles sehen kann. Wenn ich die Augen sch-
liesse. Und der Glauben an das Leben mir neues
zeigt. Wenn ich die Augen schliesse und der
Glauben an die Welt mir neues zeigt. Wenn ich
die Augen schliesse. Und es weiß. So lange ich
will, gibt es immer Neues. Sehe ich immer Neues.
Es ist der Glaube, mit dem ich weiter lebe. Ich
sehe mehr und mehr. Ich rede mit dem Glauben.
Ich denke mit dem Glauben. Ich reise mit dem
Glauben. Ich rede, reise und denke mit Gott. Ich
schliesse nur die Augen. Das Leben ist klug. Es
kann soviel sagen. Auch durch den Rollstuhl.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.07.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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