Larissa Lamadé
Pillen
Ich spür die kalten Fliesen
an meinen Füßen,
blick in den Spiegel
und seh ein bleiches, ängstliches Gesicht.
Mein Blick wandert zur Hand,
die voller bunter Pillen ist.
Ich atme schwer,
hab so große Angst vor dem Tod.
Doch dann denk´ ich an alles andere,
denk´ an meine Eltern und die Schule,
an Freunde und die Zukunft.
Ich ertrag alles nicht mehr,
der Druck der auf meinen
Schultern lastet,
zwingt mich nun in die Knie.
Ich komm seit langem nicht mehr zur Ruh´,
alle wollen sie was von mir,
doch nie bekomm ich was zurück.
Ich soll perfekt sein,
aber das bin ich nicht.
Ich frag mich ständig,
wie mein Leben weitergehen soll.
Ich such nach einem Sinn,
einem Ausweg,
aber ich find ihn einfach nicht.
Ich hab immer auf etwas gehofft,
sei es jemand der mich versteht
oder eine Aufgabe die mich
mit Leidenschaft erfüllt.
Aber ich bekam nichts.
Nun geh ich den letzten Weg,
nur noch er macht für mich einen Sinn.
Ich schluck die Pillen,
leg mich dann hin.
Lange bin ich tot, als man mich findet..
Wer hätte gedacht, dass das mein Ende ist...
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.07.2003.
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