Margit Farwig

Das Glück

 


ist hundertfach gedacht, zerpflückt
und selten ist es hundertfach geglückt.
Ein kleines Glück stiehlt sich,
oft nicht erkannt, ganz heimlich durch das Land.
Ein gutes Herz, ein liebes Lächeln,
ach, wie wir alle danach hecheln.
Das Leben ist erst wunderschön,
hat mich ein Mensch erhört, geseh’n
Wie flink geht dann die Arbeit von der Hand,
der Worte werden viel gedrechselt,
Berührungspunkte schlingen zartes Band
um kreativ gesteuerten Gesinnungswechsel.
Die Sonne scheint viel intensiver
auf Hirn und Hände, Solarplexus,
ein Sturm in Richtung Seele öffne dich
entwickelt sich noch lukrativer,
es staunt der Mensch, es trifft ihn der Perplexus.
So wieder angereichert mit Gespenstern
ruft er nach Beihilfe-Belastungsgrenzern,
die ihn behutsam, ja energisch fassen,
ihm einen Stempel zu verpassen,
er sei nicht fähig, Glücksmomente zu begreifen
und solle doch erst einmal reifen
hin zu den höheren Gefilden
und einen Glücksring um sich bilden,
der ihn nach Möglichkeit und Temperament
in seinem Glücklichsein nicht hemmt.
Gesagt, getan, ist auf der Hut’,
es zwickt, ihm geht es gar nicht gut.
Die Hände greifen oft ins Leere,
wenn das ver-rückte Herz nicht wäre.
Das, welches seinen Plan durchkreuzt
just schnäuzt, wenn ein Herzblatt angefläucht.
Er kriegt nichts mit, die Gunst der Stunde
ist hin, vorbei und aus der Umlaufbahn.
Er aber bleibt der Saturnmann
im ew’gen Weltgetriebe.
Ach, wenn ein wenig Glück ihm bliebe,
nur ein klein bisschen. Er hat es nicht erkannt,
das kleine Glück, es stiehlt sich weiterhin durchs Land.

© Margit Farwig

Es ist eine Wiederholung, Glück liebt Wiederholungen...

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.07.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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