Karl-Heinz Fricke
Ein feierliches Good Bye
Der brave Ostfriese Jens Prack
besaß einen Dudelsack,
den ihn Vetter Oskar schenkte,
der in Schottland Droschken lenkte.
Fleißig übte er das Blasen,
das verjagte Hund und Hasen.
Als er den ganzen Ort geweckt,
da wurde er auch gleich entdeckt.
Mit dicken Backen blies er laut
und die Lauscher waren erbaut.
So wurde er zu einem Hit,
die Leute sangen fröhlich mit.
Bei Beisetzungen war er da,
die Blaserei ging allen nah.
Wenn er das Ave Maria blies,
ein jedermann den Himmel pries.
Man lud ihn ein in eine Stadt,
die einen Wiesen Friedhof hat.
Wie es so oft im Leben geht,
zur Beisetzung kam er zu spät.
Es hatte jemand ihm erzählt,
warum die Wies' man hat erwählt,
um die Toten zu bestatten,
die kein Geld für Steine hatten.
Zwei Arbeiter waren dabei,
beide den Oberkörper frei,
wollten grad 'ne Grube schließen,
da ließ Jens sich nicht verdrießen.
Breibeinig stand er vor dem Loch
und blies das Lied vom Himmel hoch.
Die Arbeiter sahn sich verstohlen an,
was machte hier der fremde Mann ?
Den Jauchetank, den sie versenkt
wurd' eine Weihung nun geschenkt.
Kopfschüttelnd füllten sie das Loch,
es gibt auf Erden Wunder noch.
Und die Moral von dem Gedicht:
Die Totenwiese war es nicht.
Die Jauche freute sich im Tank
und sprach dem Bläser ihren Dank.
Karl-Heinz Fricke 8.8.09
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.08.2009.
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