S. Lang

Blutsschwestern

Kannst du sie sehen?

Kannst du sie spüren?

Die Zeichen der Verdammnis?

Die Bilder des Grauens?

 

Siehst du die Flammen,

die aus ihren Augen sprühen?

Siehst du das Leid,

das sie verkörpern?

 

Spürst du die Kälte,

die sie umgibt?

Siehst du den Schatten,

der sie verfolgt?

 

Siehst du, wie sie schreien?

Wie sie mit Blut nach Liebe rufen?

Wie sie es trinken, um zu zeigen,

dass sie leben?

 

Fühlst du ihre Einsamkeit?

Merkst du nicht, wie sie dich rufen?

Wie sie dich langsam umkreisen?

Sie brauchen dein Blut.

 

Riechst du den sanften Duft von frischem Blut?

Siehst du die langen Narben?

Merkst du nicht, dass Blut mehr ist,

als nur ein Schrei?

 

Sieh wie sich schwächer werden,

spür, wie ihr Atem vergeht,

hör, wie sie leise atmen,

fühl ihre Wut.

 

Begreife, was sie sagen wollen,

auch wenn es lange zu spät.

Gib ihnen Ruhe,

lass sie die Liebe spüren.

 

Sie wollen dein Blut,

sie wollen Rache,

sie wollen leben

und doch sterben.

 

Schwestern des Blutes,

ich rufe euch,

gebe euch Blut

und sterbe mit euch.

 

Bin eine von euch,

lebe und bin doch tot,

schreie und bin stumm,

weine und lache das Lachen der Toten.

 

Fliege mit euch

und verdamme die Welt,

lechze nach Blut

und trinke nur Wein.

 

Taumle durch die Welten,

Sehe die Schatten,

die der Tod

auf die Menschen wirft.

 

Lache und tanze,

springe durchs Feuer

und genieße die Zeit,

die mir noch bleibt.

 

Mit leisen Schritten,

gehe ich dem Ende entgegen,

breite meine Arme aus

im Toben des Sturms.

 

Einmal nur fliegen wir gemeinsam,

meine Schwestern,

einmal fallen wir dem Meer entgegen,

meine Liebsten.

 

Einmal nur dem Tod entgegen,

meine Schwestern,

einmal entscheiden,

Blutsschwestern zu sein.

 

© Sophie-Luise Lang, 10.08.09

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.08.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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