Christina Thomas

Apokalypse

 

Auf schwarzen, todesleisen Schwingen
Naht ein Unheil sacht heran.
Ein Augenblick, dann sind wir dran!
Das Verderben wird es bringen;
Das Ende, es fängt heute an.

Dichter Nebel auf den Wiesen
Lag den ganzen Morgen schon,
Dem Altbekannten doch zum Hohn
Schwaden hoben sich zur Riesen-
Wolkenwand wie ein Dämon.

Normal ging fort der Sonne Lauf,
Doch wurd es stiller nur und kälter.
Ein jeder fühlte sich heut´ älter.
Als mittags ging der Vollmond auf,
Die Wasser brodelten wie Selter.

Sie färbt'n sich rot, es regnet´ Blut
Und Feuerbälle schossen nieder.
Sieh! Alle flieh'n - woll'n komm'n nie wieder.
Eiligst pack'n sie ihr Hab und Gut.
Priester lesen Psalm'n und Lieder.

Sie deuteten die Zeichen richtig.
Die Omen sind's - ich will nicht spaßen
Und brauch´ mir auch nichts anzumaßen
- von dem Ereignis groß und wichtig,
Da wir geordnet werd'n nach Maßen.

Hört! Gestern nacht traf ich den Tod
- der, mit der Sense in der Hand!
Er sammelt sich in unser'm Land
Mit Krieg und Pest und Hungersnot:
Sie sind Weltuntergangsvorstand.

Zu Hilf! Die Erde, sie bricht auf.
In einer Flut das Wasser steigt!
Zu Zaudern bin ich abgeneigt,
Drum sorg´ ich, dass ich nicht ersauf´
Und warte, dass ein Geist sich zeigt.

Ein Schrei verkündet nah'nde Schritte.
Da kommen sie: Der Reiter vier,
Ein jeder auf `nem schwarzem Tier
Und sie führen in der Mitte,
Was man noch nie gesehen hier.

Das ist er also: Leviathan!
Der Antichrist, der Brüder trennte!
Der Satan, der die Seel'n verbrennt, hä?!
Nun schau ich ihn nur skeptisch an ...
Es ist `ne pinke Quietscheente!

© Huorfern 17.08.2009

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christina Thomas).
Der Beitrag wurde von Christina Thomas auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.09.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Vor der Zeit im blauen Kleid. Wege aus dem Labyrinth der Erinnerungen von Helke Meierhofer-Fokken



Im Rückblick entrollt die sensible Ich-Erzählerin ihren Erinnerungsteppich und beleuchtet die Staitonen ihres Lebens schlaglichtartig, so dass die einzelnen Bilder immer schärfer hervortreten und sich schliesslich zu einem einzigartigen Patchworkgebilde verbinden.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Satire" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Christina Thomas

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Niemals allein von Christina Thomas (Einsicht)
Schneeflöckchen-Generation von Robert Nyffenegger (Satire)
Respekt von Franz Bischoff (Tiere)