Paul Rudolf Uhl

Der Schläger von Solln

 

Brandaktuell und frei nach Schillers “Bürgschaft”: - So könnte es heutzutage kommen, wenn der Held ein guter Kämpfer gewesen wäre. - (den vorwärtsdrängenden Anapäst als Rhythmus gewählt...)

 

Ein Mann sieht, dass wilde Chaoten

vier Kinder bedroh´n in der S-Bahn.

“Das Stänkern, das ist hier verboten,

drum lasst sie in Ruhe – geht heim dann!”


Da wendet zu ihm sich die Rotte

und droht ihm, sie werde ihn schlagen!

Ein Stoßgebet zu seinem Gotte

entfleucht ihm - er fühlt Unbehaben...


Was wollt ihr?” so ruft er, mit Schrecken

“Ihr solltet euch gleich mal was schämen!”

Die Horde will das gar nicht checken,

schlägt zu - und ihm kommen die Tränen.


Zu viert haben sie dann in kürzester Zeit

den Helden auf`s Pflaster gerissen.

Zehn Gaffer stehn dort, aber Hilfe ist weit,

denn Fußtritte möchten sie missen...


Da rafft er sich hoch von dem Boden;

er brüllt wie ein Tiger vor Schmerzen:

ein Fußtritt pocht ihm in den Hoden

und wild tobt die Wut ihm im Herzen.


Und zwei – mit gewaltigen Streichen

der Arme - und lautestem Schreien

besiegt er. - Die andern entweichen.

Am Boden, da liegen die beiden...


Und endlich jetzt hört man Sirenen:

Die Hüter der Ordnung erscheinen.

Die Gaffer, noch immer: Sie lehnen

am Bahnsteig. Zwei Frauen, sie weinen...


Die Jungen am Boden: verhaftet!

Gerichtet darüber wird morgen...

Der Mann hat es fast nicht verkraftet

und zittert. - Er wird nun geborgen.


Der Richter am Morgen – wie sieht er

den Mann? - Als Aggressor und Täter!

Drei Jahre Bewährung mal wieder,

verurteilt den Helden als Schläger:


Denn Anwälte für diese Rotte

sie wussten: Der Mann – in der Jugend

war Judoka damals! - Mit Spotte

sprach ab das Gericht ihm die Tugend!

 

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Zu diesem Thema noch eine Zeitungsnotiz vom 19. Sept. 2009 aus der Passauer Neuen Presse:

Soviel zur Würdigung von Zivilcourage:

 

Zwei Mädchen bemerkten in der FuZo eine Schlägerei zwischen einem starken Hünen und einem kleineren jungen Mann. Sie griffen ein, forderten den Hünen auf, abzulassen.

Darauf fügte der Schläger den Mädchen sichtbare Würgemale und Hämatome zu, die auch ärztlich attestiert wurden.

Im Internet erkannten die Mädchen den Schläger wieder und zeigten ihn an. Die Polizei riet ihnen, sich künftig in “sowas” nicht einzumischen....(!)

Die Staatsanwaltschaft lehnte eine Verfolgung mangels öffentlichem Interesse ab...

 

Was muss denn alles erst passieren, dass der Staat tätig wird?

Muss es vorher Tote geben???

 

 

 

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