Julia Kohler

Cochlea

 

Das Herz, klagend in Asche verweilt,
Ein Loch darin, mit Rändern aus Blei,
Der Kristall auseinander brechend, nichts darin geschrieben steht.
Ein Fenster mit Blick auf die weißen Wolken,
Und alles schwindet dahinter durch Rauhreifflocken.
Nebel aufsteigt und den Blick verdeckt; scharlachfarbend, voller Zorn.
Wenn man dann noch einmal den Kopf nach oben reckt,
Weint und schreit, verzweifelt und sich ergibt,
Zitternd nicht versteht, was sich in einem dreht und wendet,
Sich zerfrisst und neu entsteht, durch einander schüttelt und verfremdet,
All die Gedanken wie aus alten Narben brechen,
Der Körper sein Leid durch Schmerzen klagt -
Dann tanzen all die Sternkometen von der letzten Nacht
Hingebungsvoll ins nächste Abendrot.
Damit beim nächsten Aufgang alles wieder genauso anmutet,
Wie es zuvor gewesen war.

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.10.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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