Siglinde Bickl

Das Weihnachtsbäumchen

Ein Bäumchen stand im Wald versteckt,
Mit grünen Nadeln ganz bedeckt.
Ein herrlich Bäumchen schlank und fein,
das roch nach Harz so würzig rein.

An seinen Ästlein grün und schlank,
hing manches Tröpflein spiegelblank.
Und an den Wurzeln war oh, Pracht,
ein Bett vom lieben Gott gemacht.
Ein Bett aus wunderweißem Schnee,
der Frost tut nicht dem Bäumchen weh.

Da stand es nun und konnte träumen,
vom Frühling und von Blütenbäumen.
Als es so dachte kam heran,
tief durch den Schnee ein alter Mann.

Der sprach: „Mit einem scharfen Schnitt
schneid ich dich ab und nehm dich mit.
Du sollst lieb Bäumchen aus dem Wald,
ins warme Zimmer, hier ist’s kalt.“
Da jammerte das Bäumchen:
„oh nein, lass mich in meinem Walde sein,
bin hier zuhause rauer Mann,
hab dir doch nichts zuleide getan.“

Da lacht der Mann hellauf und sprach:
„lieb Bäumchen, denk ein wenig nach,
wie soll es denn an Weihnacht gehen,
wenn Du hier bleibst im Walde stehn?

Nun komm ins warme Zimmer,
da leuchten viele Lichterflimmer,
sie werden all hier angesteckt,
mit Schönheit wirst du ganz bedeckt.
Mit Äpfel Nüssen, Zuckersüß
Kinderaugen sehn entzückt
wie herrlich du dann bist geschmückt.

Da freut sich hoch der heilige Christ,
der Heiland der im Himmel ist“.

Da war das Bäumchen froh, gar sehr
und weinte keine Tränen mehr.
„Wenn's Christuskind mich haben will,
dann schneid mich ab und nimm mich hin,
ja schneid mich ab, und nimm mich hin
mit allem was ich hab und bin.“

 

 

 

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