Ingrid Drewing
Seltsamer Traum
Mir schien heut’ Nacht,
ich sei erwacht
und hörte leises Flüstern.
Ein zartes Wichtelwispern
war’s, was ich da
vernommen.
Und da sah ich sie kommen.
Vier muntre Männchen
standen da.
Ich war entzückt, als ich
sie sah.
Das Erste, schön im Blütenkleid,
glich eher einer
Wichtelmaid
in einem Glockenröckchen ,
verziert mit goldnen
Flöckchen.
Das Zweite war an Kleidung
arm
und stand im Badehöschen.
Ein blühend’ Heckenröschen
hielt strahlend es im Arm.
Das Dritte war recht bunt
gescheckt.
Zu grauen Nebelhosen
trug es ein feurig’
Blätterkleid,
gespickt mit
Herbstzeitlosen.
Das Vierte mit dem
Silberbart,
ganz weiß gekleidet, sehr
apart,
es brachte einen
Tannenbaum,
geschmückt, so leuchtend
hell, ein Traum!
Die Vier andächtig standen
da
und fragten dann:“ Wo
bleibt das Jahr?
Wir sind es, die Vier
Jahreszeiten,
und sind gekommen, zu
geleiten
es jetzt auf seinem
letzten Gang.
Denn sieh, es dauert nicht
mehr lang,
bis bald das neue Jahr
anbricht.
Hier, Winter bringt der
Wende Licht.
Der Anfang zeigt das Ende.
Drum gehe du behände
und rufe rasch das Jahr!“
Obschon ich dies fand
sonderbar,
erhob ich mich und sagte:
“Ja“,
ging dann auf nackten
Sohlen,
das Jahr herbei zu holen.
Ich knipste an der Lampe
Licht,
und flugs verschwanden
alle Wicht’.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.11.2009.
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