Karl-Heinz Fricke

Der Bedürftige

Ihm fehlte seine Arbeit sehr,
dem Jochen vom Steinhuder Meer.
Elf Monat' nun schon ohne Job,
das ging ihm dauernd durch den Kopp.

Ferdinand saß grübelnd am Strand
mit seiner Angel in der Hand.
Stetig er aufs Wasser stierte,
in der Tiefe sich nichts rührte.

Seit Tagen war sein Beutel leer,
im Kühlschrank nichts zu essen mehr.
'Morgen früh gehe ich, verdammt
endlich einmal zum Wohlfahrtsamt.

Der beamtete Heinemann
sah mürrisch den Bittsteller an,
klappte empört den Schmöker zu,
weil er gestört aus seiner Ruh'.

Schüchtern brachte Ferdinand vor,
dass er den Arbeitsplatz verlor.
und dass man auch sein Stempelgeld
seit vielen Wochen eingestellt.

Er sei deshalb in großer Not
und hätte nicht mal trocken Brot.
Daraufhin sah Heinemann
den Antragsteller prüfend an.

"Gehen Sie zu ihrer Mutter,
die hat sicher Brot und Butter !"
"Mein Mütterchen ist lang schon tot,
und niemand gibt mir ein Stück Brot.

Falls Sie nach meinem Vater fragen,
so muss ich Ihnen leider sagen,
in meinen Jahren, den noch jungen,
hat ihn der böse Krieg verschlungen !"

"Haben Sie einen Vormund dann ?",
wollte dann wissen Heinemann.
Daraufhin Ferdinand sagte:
"Nee, ich hab' 'ne Hasenscharte !"

Karl-Heinz Fricke 22.11.2009

Anmerkung:  Nur die Pointe ist zum schmunzeln. Ich habe es deshalb in der Allgemein
Kategorie belassen.

Was meine Genesung anbetrifft, da bin ich, was das Herz anbetrifft, soweit fast schmerzfrei. Die letzte Untersuchung ergab jedoch Wasser in der Lunge. Es ist in Behandlung.

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