Ralf Förthmann

Die goldene Vergangenheit

Was war das Leben spannend damals - was haben wir gelacht!

Was haben wir gelacht, als wir im Auto vor dem Maulwurf kifften und der Qualm die kleine Kabine völlig vernebelte.
Ja mei, war das lustig. Wie spannend war das Leben noch, als wir unseren ersten LSD-Trip nahmen und die Musik losging. Was haben wir gelacht - wie cool haben wir uns gefühlt mit unseren langen Haaren.

Wie schön war doch die Kindheit, mit ihrer ersten Liebe und der ersten Erektion im Lister Bad.
Wie waren die Mädels so hübsch und dufteten so süß. Wie schön waren unsere Saufpartys mit Pfefferminz- und Zitronenschnaps - was haben wir gekotzt!
Wie habe ich die Angstgefühle auf dem Horrortrip genossen - wie war die Welt so quer danach.

Oh ja - die goldene Vergangenheit - berauschend und süß Wie schön war es doch sich in endlosen Diskussionen zu quälen - über die schöne neue sozialistische Welt.

Was haben wir die Schulzeit und die Lehre genossen! Lehrjahre sind keine Herrenjahre, hat man uns gesagt - und ich blickte in den grauen Hinterhof meiner Druckerei, wo ich mit Buchstaben aus Blei hantierte und was ordentliches lernte. Wie schön war die alte Zeit.

Unterwegs nach Kassel mit dem Mofa auf der Autobahn - auf dem Rastplatz alleine kiffen bis einem schlecht ward, oh ja - einfach unvergleichlich diese Zeit. Timothy Leary und Che Guevara waren meine Freunde - die Beatles und die Rolling Stones, Mann war das cool.

Und dann das Mucken mit dem Bass und der Gitarre und das Schlagzeug auf den Holzstühlen in Lindwedel.
Wie wunderschön war der frühe Morgen auf dem Trip, als die Vögel zu singen begannen und die Angst sich langsam löste... wunderschön war diese Zeit..Sunday morning coming down.

Diese herrlichen Verklemmungen, sich in den besten Freund unsterblich zu verlieben und die Panik darüber vielleicht stockschwul zu sein - einfach herrlich! Wir waren jung, wir waren cool, wir waren "Riders on the Storm" Wir waren hip, wir waren intellektuell, wir waren Arbeiterkinder in der großem grauen Stadt, wo die Kneipen um Mitternacht schließen und wir nach hause mussten zu Vati und Mutti. Ja wir haben sogar Häuser besetzt mit der Band "Ton-Steine-Scherben" und Jugendzentren gegründet.

Wir waren links - wir waren aufsässig - wir hatten lange Haare. Wie schön war es am Rande der Gesellschaft. Wir waren einsam aber gerecht. Und wir wussten bescheid - wir wussten wo's langgeht. Mann was waren wir cool.

Und dann waren wir sogar auf dem Weg zum Guru - viel hätte nicht gefehlt und wir wären erleuchtet worden - hätten uns die Welt von oben angeschaut, mit einem wissenden Lächeln - während laute Musik durch Boxen dröhnte, hart, elektrisch und metallisch. Mann was waren das für schöne Zeiten. Selig und golden.

Was haben wir gelacht!

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