Klaus Heinzl

Faust ... und die Gretchenfrage

Der Faust, er litt an jenem Tage,

sehr stark an seiner Gretchenfrage.

Ihr Liebreiz, den er stets begehrte,

und sie, da sie ihn so verehrte...

 

So kam es, wie es kommen muss..

nur nicht gleich zu dem heißen Kuss.

 

Der Faust, er sah sie schon seit langen.

Zu ängstlich, um was anzufangen...

War ihm doch klar, von Alters her,

(da gäb es sicher viel Geschehr...)

 

So kam es, wie es kommen muss...

beim Schlafen innerlich Verdruss.

 

Der Faust, ihm war es durchaus klar,

obwohl das Gretchen wunderbar

im Lichte stand und ihm gefiel....

(vom Kindsein sah man nicht mehr viel).

 

So kam es, wie es kommen muss...

(hast du kein Rad, so geh zu Fuß)*

 

Der Faust, die Frage war gestellt...

Sein Herz voll Takt, sein Blick erhellt.

Was meinte sie... was fiel ihr ein,

er könnte doch ihr Vater sein....

 

So kam es, wie es kommen muss...

Man macht aus Minus einfach Plus.

 

Der Faust, so wird alsdann gesagt,

obwohl sehr müde und betagt,

bemühte sich um jene Grete

(trank wohl zu viel auf einer Fete)

 

So kam es, (kommen wir zum Schluss).

dass Gretchen trächtig werden muss.

 

Der Faust, er war ja schon in Rente,

verzichtete auf Alimente.

Auch auf das Gretchen, als die seine,

(die lebte fortan nur alleine.)

 

Wer hat sich das nur ausgedacht,

ich hör, wie der Mephisto lacht...

So schließ ich nun auch das Gedicht,

vom Faust, dem geilen Bösewicht.

 

Fazit:

Wo bleibt Moral – wo der Verzicht?

Wo jene Faust – in Faust´s Gesicht?

Wo hier ein Anwalt – wo die Klage?

(... nur wegen dieser Gretchenfrage)

 

Obwohl ich niemals Menschen töte...

Bekomm ich Hass... durch J. W. Goethe.

 

 

*hier fiel mir nichts Schlaueres ein.... sorry

 

 

© kh. 25.01.2010

 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Klaus Heinzl).
Der Beitrag wurde von Klaus Heinzl auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.01.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Klaus Heinzl als Lieblingsautor markieren

Buch von Klaus Heinzl:

cover

Humorvolle Gedichte von Klaus Heinzl



Gedichte können romantisch sein, gesellschaftskritisch aber auch mal witzig und satirisch. In einer Zeit des Comedy ist dieses Buch ein herrlicher Zeitvertreib und lässt Heinz Erhardt und Ringelnatz wieder neu aufleben. Auch wurden bewusst fast alle Werke mit Grafiken ergänzt, die ebenfalls der Feder des Lyrikers entsprangen und den Unterhaltungswert steigern.

In 255 Seiten wurden 141 Gedichte vorgestellt, die sicher unterhaltungswertig sind und als Geschenkidee optimal geeignet. Lassen Sie sich vom Inhalt überraschen und bereichern Sie Ihr Archiv um dieses lesenswerte literarische Werk.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (12)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Mythologie" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Klaus Heinzl

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre... von Klaus Heinzl (Nachdenkliches)
Der H E G E L !. von Rainer F. Storm (Mythologie)
Die Trauer besiegen von Anschi Wiegand (Lebensermunterung)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen