Kerstin Hebauf

Drittes Jahrtausend


Drittes Jahrtausend
Aus dem Speicher ausgegraben
Unter einem alten Tuch
Fand mein Enkel, hat’s zu mir getragen
Ein aus Pappe gebundenes Buch.

 
„Was ist das“, hat er mich gefragt.
„Ein Schulbuch“, ich hab’s ihm gezeigt.
„Zum Lesen und Lernen“, hab ich gesagt
Und er hat sich zu mir geneigt.

 
„So Dinger gab’s wie dieses hier?
Riechen muffig und verwesen?
Blättern ab, sind aus Papier?
Zum Stöbern und zum Lesen?
Ich habe doch den Apparat
Zum Rechnen, Lernen, Spielen
hab Antworten sofort parat,
und es tut mit der Zeit nichts vergilben.“

 
„Doch sitzt du davor ganz allein
Im Sommer oder Winter,
wir durften in einem Gebäude sein
mit andren vielen Kindern.“

 
„Bei so vielen Computern,
was hätten die gerattert,
gepiepst und auch getutet
und kids bestimt geschnattert.
Ich könnt‘ nicht in Ruhe lerne,
hätt’ ständig Lärm um mich.
#da wär‘ ich nicht gern gewesen
Oder wie fühltest du dich?“

 
„Der Lehrer war kein Apparat,
ein Mensch wie du und ich
hatt ein Lächeln auch parat
für Kinder wie deine Freunde und dich!
Die hatten zusammen gesessen,
in Pausen zusammen gespielt,
haben erdacht tolle Steiche,
mit Papierfliegern auf Lehrer gezielt.
Schule hieß das Ganze!
Man genoss die Gemeinsankeit
Bepackt mit Taschen und Ranzen,
es war eine schöne Zeit!“

 
„Das will ich auch erleben!“
So sprach mein Enkel zu mir.
„Gemeinsame Klassen wird’s nicht mehr geben,
doch hier hast du mein Buch aus Papier.
So sprach ich zu ihm und dachte zurück
An unvergessliche Tage
Gemeinsames Raufen, gemeinsames Glück
Und nahm in still in seine Arme.
 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.02.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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