Karl-Heinz Fricke

Der Zollhund

Ist man bei der Zollverwaltung,
legt man Wert auf Diensthundhaltung.
Wenn die Grenzen man erkundet,
ist's schlecht, wenn man unbehundet.

Hat der Beamte es erreicht,
dass der Kommissar sich erweicht,
kriegt er einen Hund zu Händen,
kann die Sache nie schlecht enden.

Am Hund muss man Freude haben,
muss man anfangs sich auch plagen.
Unterordnung, Schutzdienst, Fährten,
alles nichts für die Gelehrten.

Dabei muss man auch riskieren
Hos' und Hintern zu verlieren,
denn ein richtiger Hundebiss,
der tut sehr weh, das ist gewiss.

Hat der Hund den richtigen Schliff,
dass er gehorcht auf Herrchens Pfiff,
ist er für die Grenzdienstdauer,
Schrecken für die Steuerklauer.

Kommt Kontrolle in tiefer Nacht,
wenn der Grenzer einmal nicht wacht,
dann knurrt der Hund, man hört es kaum,
sein Herrchen schreckt aus seinem Traum.

"Kein Vorkommnis, Herr Kommissar",
 meldet der Zöllner, alles klar.
Wenn der Alte ist verschwunden,
schnarcht er weiter ein paar Runden.

Auch mancher Vorteil ist dabei
bei solcher Hundehalterei.
Das Hundegeld nicht zu verachten,
denn der Brave darf nicht schmachten.

Sicherlich für ein paar Wochen
knabbert er an einem Knochen.
Auf dem Streifenwege, oh Graus,
reißen die Feldhasen alle aus.

Hat der Hund noch nicht gefressen,
jagt er Hasen wie besessen.
So löst sich die Futterfrage
immerhin für ein paar Tage.

Darum, Grenzer, ist es gescheit:
besorg dir einen Hund beizeit'.
Dann bist du auch gut angeseh'n,
auch kann im Dienst dir nichts gescheh'n.

Es jeden Schmuggler mächtig stört,
wenn er ein Hundebellen hört.
Der Zollhund ist in jedem Fall
ein riesengroßes Plus für all'.

Karl-Heinz Fricke  27.3.2010

Anmerkung: Während meiner Dienstzeit an der Zonengrenze hatte ich einen altdeutschen deutschen Schäferhund, der alle Vorzüge besass mir den Dienst zu erleichtern. Sechs wochenlang war ich mit Alf auf der Hundeschule in Rheden bei Diepholz. 

 

 

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